Musikalisch top: Die Cello-Mafia kennt sich in jeder Stilrichtung aus. Foto: Schäfer

Cello-Mafia: Gewaltsam auf lustig getrimmt

Dachau - In einer Radioshow sieht man die Protagonisten zwar nicht, aber jeder Satz und jede Einspielung müssen aufs i-Tüpfelchen sitzen und unterhaltsam sein. Bei der Cello-Mafia ist es genau anders herum.

Auf Einladung des Leierkasten stellten die fünf Münchner Cellisten im Ludwig-Thoma-Haus ihre Music-Comedy „Die große Radioshow“ vor, mit einer Mafia-Gang, die einen Sender besetzt hält, um ihre sonderbare Mission (welche eigentlich?) zu erfüllen. Der „Hausmeister“ wurde gefangengenommen und wie zu erwarten war, waren die Zuschauer die Geiseln. Die Handlung ist wirr und gewaltsam auf lustig getrimmt. Insgesamt wurde zu viel geschauspielert (Regie: Dominik Wilgenbus).

Die Darsteller sind höchst ansehnlich, aber die kabarettistischen Einlagen fallen glatt durch. Nur die Musik überzeugt.

Die fünf Cellisten sind fraglos Spitze: Emil Bekir, Tobias Melle, Michael Weiß, Thomas Wollenweber und Fany Kammerlander sind größtenteils studierte Musiker und verstehen etwas von ihrem Metier. Mit Leichtigkeit wechseln sie die Stücke und Stile, spielen Werbemusik und Schlager genauso selbstverständlich wie Erkennungsmelodien aus James- Bond-Filmen oder den Titanic-Hit. Dazwischen Ausschnitte aus Bachs Cellokompositionen und Ausflüge in Volksmusik und Country. Großartig, wie wandlungsfähig diese Musiker sind.

Komisch war, als Fany Kammerlander zum Schlager „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ das Cello als Paddel verwendete. Zur Westernmusik ritt sie darauf und schwang den Bogen wie ein Lasso durch die Luft. Klasse war ihre Einlage mit dem futuristischen E-Cello, auf dem sie zur Lichtorgel Hardrock-Musik spielte, unterstützt von den vier männlichen Cellisten. (sch)

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