Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück

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Spitze Zunge und voller Körpereinsatz: Bei Chris Boettchers Auftritt war „Schluss mit frustig“.

Von Supertyrannen und Becken-Power

Chris Boettcher begeistert 500 Petershausener

Petershausen - Der bekannte Kabarettist Chris Boettcher ist mit seinem neuen Programm "Schluss mit frustig" in Petershausen aufgetreten. Seine Themen reichten von Supertyrannen bis hin zu Becken-Power.

„Schluss mit frustig“: Unter diesem Motto stand der Auftritt des Kabarettisten Chris Boettcher in Petershausen. Den „vielseitigsten bayerischen Spaßmacher“, so Vorsitzende Barbara Blickle, hatte der Kulturförderkreis Petershausen engagiert und damit voll den Geschmack der rund 500 Zuschauer getroffen.

Der Kabarettist, Parodist, Sänger und Komponist blieb niemandem etwas schuldig. Alle bekamen in der voll besetzten Petershausener Mehrzweckhalle ihr Fett ab: Männer, Frauen und Kinder, aber auch Sänger, Fußballer und Politiker.

Die Bundeskanzlerin avancierte zum „Supermodell aus Mc Pomm“ und zum „fleischgewordenen Aufbau Ost“. Horst Seehofer dichtete Boettcher in Anspielung auf seine Flüchtlingspolitik an, dass er die Bayernhymne umschreiben wolle: „Halte ihn fern, den Asylanten von unseren Gauen.“

Dieter Bohlen suchte schließlich den „Supertyrannen“. Kandidaten gab es viele. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán und Jaroslaw Kaczynski aus Polen nannte Boettcher „gewählte Tyrannen“. Andere Anwärter: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un, der Tanten und Onkel umbringt, und Saudi Arabiens König, der Folter im Sonnenschein betreibt und Frauen nicht Auto fahren lässt. Letzteres ginge bei uns gar nicht, erklärte Chris Boettcher mit verschmitztem Grinsen: „Wer soll denn sonst die Männer vom Saufen abholen?“

Doch der Titel für den Supertyrannen gebühre Donald Trump, fand Boettcher: Als Sexist und Milliardär sei er dabei, Amerika als künftiger Präsident in eine Diktatur zu verwandeln. Dagegen seien „alle anderen lupenreine Demokraten“.

Auch Fußballgrößen wie Oliver Kahn, Franz Beckenbauer, Jogi Löw oder Fifa-Präsident Sepp Blatter waren vor Chris Boettchers spitzer Zunge nicht sicher. Zu den vielen sterbenden Sklavenarbeitern in Katar würde Platter nur sagen: „Wir würden doch auch für den Fußball sterben.“ Außerdem machte sich der Kabarettist immer wieder über Olli Kahns Sprachstörungen lustig.

Für Lacher sorgten auch Boettchers Ausführungen über Fußballfans. Am Samstag um 15.30 Uhr würde bei den Herren der Testosteronspiegel selbst angesichts verführerischer Damen unter Null sinken: Mit dem Beginn der Bundesliga-Übertragung fehle die Becken-Power und der Philipp sei lahm.

Der Mann habe trotzdem Glück: Obwohl unperfekt, hat er Kühlschrank und Fernbedienung fest im Griff und bekommt für die gleiche Arbeit 30 Prozent mehr Geld. Dagegen sind für Chris Boettcher die Damen „nahezu perfekte Wesen“. Sie stünden auf innere Werte und liebten Liebeslieder mehr als ihren Thermomix. Apropos Musik: Peter Maffei ist „der VW Diesel der Schlagersänger“, fand Boettcher. Maffei singt von ewiger Liebe – und trennt sich für eine 37 Jahre jüngere Partnerin von seiner vierten Frau.

Chris Boettcher sorgte für gute Laune – dabei dürfte die Stimmung der Deutschen eigentlich nicht zu gut werden, wie er ausführte: Der Deutsche fühle sich nicht so gut und rangiere in der Selbsteinschätzung des eigenen Wohlgefühls hinter Mexiko, Nigeria und Saudi Arabien. Dabei gehe es den Deutschen doch wirklich gut, meinte Boettcher: Sie hätten immer ein Dach über dem Kopf, an diesem Abend in der Halle sogar ein ganz hohes. Und die Petershausener seien Dank der guten Bahnanbindung inzwischen ja sowieso schon fast Münchner.

R.-Dietmar Sponder

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