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Philipp Donath von Owing to the Rain singt mit dem Publikum um die Wette.

Church's Hill Festival abgesagt

Ausfallparty wird „geiler“ Abend

Bergkirchen - So sicher wie jede Bauernregel: Findet das Church’s Hill Festival am Eisolzrieder See statt, gibt es Regen satt. Die Veranstalter haben das Festival eigentlich abgesagt, Bands und Zuschauer kamen trotzdem zur Ausfallparty.

„Es nervt schon langsam, jedes Jahr das Gleiche“, schimpfte Organisator Korbinian Königseder vom Verein Church’s Hill Jugendkultur. Sein Kollege Florian Mayrhörmann pflichtete ihm bei: „Das ist schon Gewohnheit, es geht gar nicht anders!“ Beide meinten das schlechte Wetter. Denn das gehört zum Church’s Hill Festival am Eisolzrieder See dazu. „Um halb elf am Vormittag haben wir uns entschieden, das Festival ausfallen zu lassen“, erklärte Königseder. Zu viel Regen, kalter Wind, Temperaturen um die 12 Grad für den Abend – keine idealen Voraussetzungen für ein Open-Air Festival.

Stattdessen fand also eine Ausfallparty statt. „Aber eigentlich hat sich nach außen hin wenig verändert“, gab Königseder zu. Der Aufbau – Bühne, Bar, Pavillons – stand trotzdem, nur Bodenplatten hatten die Festival-Organisatoren wegen des zentimeterhohen Schlamms ausgelegt. Die vier Bands aus der Region München reisten alle an und spielten. Sogar ohne Gage. Für die Besucher war der Eintritt frei, die Getränke vergünstigt. Nur eine kleine Box für Spenden stand im Eingangsbereich. „Damit wir vielleicht bei Null rauskommen“, freute sich Königseder.

Durch das Ausfallkonzert sei aber weniger Druck vorhanden, schließlich könne es aufgrund des schlechten Wetters jederzeit unterbrochen werden. Und doch hielten sich rund 150 Besucher die meiste Zeit auf dem Festivalgelände auf.

Passend zu den Rahmenbedingungen trat die Dachauer Band „Owing to the Rain“ um Sänger Philip Donath, Gitarristen Chrisso Wörmann und Jonas Gewalt, Bassist Andi Scherm und Schlagzeuger Kili Kellner auf. Sie lockten mit ihrem Indie-Sound die ersten Besucher trotz strömendem Regen und kaltem Wind zum Headbangen vor die Bühne.

Philip Donath animierte das Publikum mit seiner kratzigen Rocker-Stimme gar zum Mitsingen. Die Band ließ sich den Auftritt nicht nehmen. „Wir nutzen jede Gelegenheit, um zu zeigen, wer wir sind“, erklärte der Sänger anschließend. Schließlich tritt die Band im Süddeutschlandfinale des Band-Contests Emergenza am 9. Juli auf.

Auch für Musiker-Kollege Christian Langer von der Dachauer Alternative-Rock-Band Kandinsky war es klar aufzutreten: „Wir wollen ’nen geilen Abend haben.“ Den bekamen Gitarrist Langer, Sänger Ben Meyer, Bassist Michi Gässl und Schlagzeuger Patrick Kerling: Sie sangen mit Zuschauern auf der Bühne. Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren trat die Band auf dem Church’s Hill auf. „Immer wieder ein Highlight, vor dem Heimatpublikum aufzutreten“, freute sich Christian Langer. Die vier Musiker verlosten ein T-Shirt für den Besucher mit dem dreckigsten Oberteil.

Das Konzert komplettierten die Münchner Punk-Band So Not Seventy mit Screamo-Gesang und die Münchner Alternative-Rocker The Sexattacks, gekleidet in feinstem Hemd und Fliege. Den Abschluss bildete aber eine spontane Jam-Session mit vielen Musikern der Bands auf der Bühne – um ein Uhr morgens.

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