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Zwei Männer mit Rosen
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Der alte und der neue SPD-Kreisvorsitzende: Florian Heiser und Hubert Böck, jeweils mit obligatorischer Rose. Foto: SPD

Corona führt zu Wechsel an SPD-Spitze

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Nach dem überraschenden Rückzug von Hubert Böck als SPD-Kreisvorsitzender hat sein bisheriger Stellvertreter, Florian Heiser, das Ruder übernommen. Der 50-Jährige soll die Sozialdemokraten nun kommissarisch bis zum kommenden Frühjahr führen. Wie bei so vielem derzeit ist auch an dieser Personalie das Coronavirus schuld.

Dachau – Als Hubert Böck im Frühjahr 2019 die Nachfolge von Martin Güll als SPD-Kreisvorsitzender antrat, war die Welt noch in Ordnung. Zumindest war sie noch frei von der Coronapandemie.

Denn genau die war es nun, die den 54-Jährigen Indersdorfer dazu zwang, sein Amt an der Spitze des SPD-Unterbezirks nach nur eineinhalb Jahren zur Verfügung zu stellen. Neben seinem Mandat im Indersdorfer Gemeinderat und vor allem neben seinem Hauptberuf als Leiter der BRK-Rettungsdienststelle Freising war am Ende einfach kein Platz mehr im Terminkalender des zweifachen Familienvaters.

„Es kam für uns alle überraschend“, erklärt sein Stellvertreter und nun kommissarisch zu Böcks Nachfolger ernannte Florian Heiser. Der Kreis-Vorstand habe noch „versucht, Böck zu überreden, bis zum Ende seiner zweijährigen Amtszeit weiterzumachen“. Schließlich aber, so Heiser, habe man Böcks Dilemma verstanden: „Durch Corona ist sein Arbeitspensum deutlich mehr angewachsen, als vor zwei Jahren abzusehen war.“

Dass der 50-jährige Dachauer Heiser, der zuletzt auch – erfolglos – für den Stadtrat kandidiert hatte, nun den Kreisvorsitz kommissarisch bis Frühjahr inne haben soll, liegt ebenfalls am Coronavirus. Die Organisation einer außerordentlichen Mitgliederversammlung inklusive einer Wahl sei ein „gigantischer Aufwand“, „da gibt es unglaublich viele Dinge und Hygieneauflagen zu beachten“. Vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr auch noch die Nominierung des SPD-Bundestagskandidaten stattfinden muss, habe man sich daher entschieden, „lieber ein halbes Jahr abzuwarten“. Diese Wahlperiode „sauber zu Ende zu bringen“ sei im Moment schlicht „das Einfachste“.

Tatsächlich ist die für Herbst anstehende Wahl des Bundestagskandidaten – der Amtsinhaber Michael Schrodi hatte sich bereits wieder zur Verfügung gestellt und dürfte mit größter Wahrscheinlichkeit auch wieder ins Rennen nach Berlin geschickt werden – die wichtigste Aufgabe des neuen Vorsitzenden Heiser. Da der Bundeswahlkreis neben Dachau auch den Landkreis Fürstenfeldbruck umfasst, muss es sowohl in Maisach, als auch in Dachau Nominierungsversammlungen geben; zuvor müssen die einzelnen Ortsverbände Delegierte wählen.

Doch auch thematisch will sich der IT-Projektmanager, der während seines Studiums in die SPD eingetreten war und bald stolz seine 25-jährige Parteimitgliedschaft feiern kann, einbringen. Klar, gibt er zu, sei es gerade schwer, die Menschen – und dabei vor allem junge Menschen – für die Sozialdemokratie zu begeistern. Dies liege aber nicht speziell an seiner Partei, denn: „Nicht die SPD ist uncool, sondern die Politik allgemein. Junge Menschen fühlen sich einfach nicht gehört.“

Dass es dennoch funktionieren kann, die Menschen für die SPD zu gewinnen, hätten zuletzt Harald Dirlenbach in Vierkirchen und Florian Hartmann in Dachau bewiesen; auch in Weichs habe die SPD ihre beiden Gemeinderatssitze verteidigen können. Gerade Hartmann mache als Oberbürgermeister einfach „eine Politik, die viele Leute mitreißt“. Insofern ist Heiser sich sicher, „dass es für uns wieder aufwärts gehen wird“.

Ob es für ihn im kommenden Frühjahr als SPD-Kreisvorsitzender weitergehen wird, werden seine Parteifreunde entscheiden müssen. Nachdem er nun schon seit dreieinhalb Jahren im Kreisvorstand aktiv war und auch weiterhin im Dachauer Ortsverband als Stellvertreter von Sören Schneider fungiert, sähe er sich für eine Verlängerung auf alle Fälle qualifiziert. „Ich bin ein Team-Leader“, betont er, „und habe bis jetzt nur positive Reaktionen erhalten“.

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