Eine Klinikmitarbeiternin zieht den Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze.
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Die Corona-Impfkampagne im Landkreis kommt in Schwung.

Impfungen in Altenheimen machen sich bemerkbar – Mobile Impf-Lösungen

Corona-Infizierte werden jünger

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Landkreis – Angekündigt wird es seit Wochen, aber jetzt passiert es wirklich: Die Corona-Impfkampagne im Landkreis kommt in Schwung. Möglich wird dies, weil nun endlich ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht: Wie gestern berichtet, erhielt der Landkreis für diese Woche 2500 Dosen, in der kommenden Woche sollen es sogar 3000 werden.

Außerdem wird der Impf-Vorgang flexibler. Bislang gab es neben den beiden Impfzentren in Dachau und Karlsfeld nämlich mobile Impfteams, die jedoch nur in den Alten- und Pflegeheimen unterwegs waren. Seit die Impfungen dort abgeschlossen und die hochbetagten Bewohner samt Pflegepersonal geimpft sind, haben die mobilen Teams Kapazitäten frei.

Kurzfristig sollen die mobilen Impfteams daher zunächst in Behinderteneinrichtungen sowie im Bereich „Betreutes Wohnen“ eingesetzt werden. Außerdem soll es laut Landratsamt in einer gemeinsamen Aktion mit den niedergelassenen Ärzten sowie der Johanniter Unfallhilfe bis zum Wochenende auch noch ein dezentrales Impfangebot an alle Personen aus dem gesundheitlichen und medizinischen Bereich geben.

Mit letzteren meint die Behörde vor allem die „im Landkreis ansässigen Ärzte, Pflegedienste, die Hebammen-Koordinierungsstelle sowie weitere Akteure im Pflege- und Gesundheitssektor“. Diese seien, so Sprecher Wolfgang Reichelt, angeschrieben worden, mit dem Angebot, „an verschiedenen Tagen in verschiedenen Arztpraxen im ganzen Landkreis“ Impftermine vereinbaren zu können. Ziel: „Die beiden Impfzentren zu entlasten und dezentrale Impfangebote im ganzen Landkreis für diesen heterogenen Personenkreis anbieten zu können.“ Zum Einsatz kommt dabei übrigens, so Reichelt, der Impfstoff von Astra-Zeneca, der bislang nur für Personen unter 60 Jahren zugelassen ist.  

Mittel- bis langfristig, das ist klar, soll es aber auch für diejenigen über 80-Jährigen, die nicht in einem Heim wohnen, aber auch nicht mehr mobil genug für die Fahrt in ein Impfzentrum sind, dezentrale Impfangebote geben, wie Reichelt betont. Diese Impf-Lücke zu schließen, so betonen die Verantwortlichen der Gesundheitsbehörden seit Wochen, habe höchste Priorität, weshalb man in diesem Punkt auch hier an mobilen Lösungen arbeite.

Die mobile Impfung der Beschäftigten im Gesundheitsbereich am kommenden Wochenende könne dafür aber noch nicht als Testlauf angesehen werden, wie Landratsamtssprecher Reichelt einräumt. Grund: Die für die Hochbetagten beziehungsweise die Personen über 70 Jahre zugelassenen Impfstoffe eignen sich – bis jetzt – noch nicht für Hausbesuche; zu hoch seien die Anforderungen an die Lagerung des Vakzins. Die mobile Impfung am Wochenende ist Reichelt zufolge „vielmehr ein Testlauf für den Frühsommer, wenn – mit ausreichendem Impfstoff – dann hoffentlich die Impfungen in der Breite der Bevölkerung möglich sein werden“.

Schon jetzt hat laut Gesundheitsamt die Zahl der Neuinfektionen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen stark abgenommen. „Die aktuell Infizierten sind überwiegend unter 60 Jahre, zum Glück weitgehend ohne schwere Verläufe“, erklärt Sprecher Reichelt. Die Impfungen in den Heimen machten sich also langsam bemerkbar.

Merkbar war laut Reichelt zuletzt aber auch die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astra-Zeneca: Manche Bürger hätten tatsächlich eine Impfung mit diesem Vakzin abgelehnt, wie Reichelt zugibt. Diese Termine hätten dann aber „umgehend nachvergeben“ werden können.

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