Diskussion in Petershausen

Wo soll der Edeka hin?

Petershausen - Wo soll der Edeka-Markt in Petershausen hin – ins Ortszentrum oder eher außerhalb? Das Thema beschäftigt die Petershauser sehr. Mehr als 100 Zuhörer kamen deshalb zum CSU-Bürgertreff. Doch schnell zeigte sich: von Einigkeit keine Spur.

 

„Edeka im Ortszentrum oder außerhalb?“ So lautete das Thema beim CSU-Bürgertreff im Da Pino e Maria. Wie sehr das Thema den Bürgern auf den Nägeln brannte, zeigte, dass rund 100 Besucher kamen, und der Saal völlig überfüllt war. Doch es herrschte ein Meinungspatt und so taugte die Veranstaltung nur bedingt als Entscheidungshilfe.

Denn am Donnerstag, 25. Februar, wird sich der Gemeinderat ab 19.30 Uhr mit dem Thema befassen und soll eine Entscheidung treffen, ob der Edeka an seinem jetzigen Platz bleiben muss oder an die Ecke Jetzendorfer- /Mitterfeldstraße „auswandern“ darf. Die Planungshoheit liegt beim Gemeinderat. Als Kompromiss deutete sich ein Sowohl-als-auch an. Denn wie Bürgermeister Marcel Fath sagte, habe bereits Penny Interesse als Nachmieter angemeldet. Dann könnte Edeka an seinen Wunschplatz am westlichen Ortsrand umziehen. Aber in seinem Eingangsstatement hatte der Gewerbevereinsvorsitzender Herwig Feichtinger die Frage gestellt: „Wie viel Supermärkte braucht die Region und wie weit dürfen solche Kundenmagnete vom Ortszentrum, also vom sonstigen Einzelhandel entfernt sein?“ Zudem betonte Feichtinger: „Parkplätze in unmittelbarer Nähe sind wichtig. Tiefgaragen sind unbeliebt.“

Kritik ernte Feichtinger für seinen Hinweis, die Leute sollten doch dem Trend folgen und verstärkt mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren. Es wurde ihm entgegengehalten, es sei fürs alte Mutterl keine Option, die Kiste Wasser mit dem Fahrrad zu holen. „Bitte lasst den Edeka in der Ortsmitte“, lautete die eindringliche Forderung des VdK-Ortsvorsitzenden Wolfgang Kögler: Er vertrete immerhin viele, meist ältere Mitglieder. Doch dagegen meldeten sich Renate Schonka und andere, zum Beispiel aus der Musiker- und der Vogelsiedlung, die betonten, dass auch jenseits der Bahnlinie viele Senioren wohnten. Für die wäre ein Standort an der Mitterfeld- und Jetzendorfer Straße sogar „ideal“.

„Welche Möglichkeiten gibt es, Edeka so attraktiv zu machen, dass er am jetzigen Platz bleiben kann?“, wollte Ekkehard Pietz wissen. Dritter Bürgermeister Josef Gerer (CSU) stellte klar, dass es noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen gebe. Hier nannte er die Umgehungsstraße und die weiteren Bauabschnitte der Ortskernsanierung. Es gelte aber, den Verkehr aus dem Ortszentrum herauszubringen. Doch Feichtinger warnte, das sei für Lastwagen richtig und gut, aber wenn die Personenautos auch wegblieben, fehle dem Einzelhandel im Ort die Kundschaft.

Robert Götz sprach sich daher für ein konzeptionelles Vorgehen aus. Auch Bürgermeister Fath warnte vor Bauchentscheidungen. Aber er sagte auch: „Wer nichts tut, wird nichts gewinnen.“ Er lobte ausdrücklich die CSU für diese Veranstaltung.

Als Rudolf Lettmair und Max Otto Becker die Befürchtung äußerten, alles sei längst abgekartet, bremste sie Josef Gerer: Es soll keinesfalls irgendetwas vorgegeben werden. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) stellte klar: „Ich habe zwar am Stammtisch meine Vorstellungen entwickelt, Edeka raus, Gebäude abreisen, Neubau mit Tiefgarage, Penny rein und oben drauf die Rathausverwaltung. Aber mehr nicht.“

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