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Schulleiter Peter Mareis bei der Abirede.

Sieben je einstündige Feiern

149 Abiturienten am Josef-Effner-Gymnasium verabschiedet

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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„Corona-Abitur – mit Abstand die Besten“! Dieses ironische Motto haben sich die Abiturienten des Josef-Effner-Gymnasiums (JEG) auf ihre Abi-Shirts drucken lassen. Der Slogan will zeigen, dass sich die 149 Absolventen von der Pandemie nicht ihre Lebensfreude haben rauben lassen.

Dachau – Optimistisch war die Stimmung auch bei der Verleihung der Zeugnisse, die am JEG am Freitag und Samstag in sieben einstündigen Feiern organisiert war. Schulleiter Peter Mareis und seinem Team war es wichtig, dass die Veranstaltung – wenn auch jeweils im kleinen Kreis – eine würdige Feier wird. Nicht das betrauern, was nicht möglich ist, sondern sich freuen, was angesichts der aktuellen Regeln geht, so das Leitmotiv. Und so gelang dann eine schöne Feierstunde, zu der mit Reden, musikalischen und tänzerischen Einlagen auch die Abiturienten selbst maßgeblich beitrugen.

Marcel Waldhorst erinnerte in seiner Rede die Mitschüler seines Kurses daran, wie sie sich alle beim Eintritt ins Gymnasium noch fremd waren. „Heute sind wir Freunde geworden.“ Die ganze Strecke der acht Schuljahre „gab es immer jemanden an unserer Seite, auf den Verlass ist“. Gerade in den vergangenen Monaten der Abiturvorbereitung in Pandemiezeiten hätten sich Zusammenhalt und Einfallsreichtum bewährt, sagte Waldhorst. Nicht nur mit Lerngruppen per Telefon oder Videokonferenz, sondern auch mit Feiern des 18. Geburtstags über Skype. Nun habe man gemeinsam das Ziel erreicht, werde sich vielleicht so schnell nicht wiedersehen. „Glückwunsch an alle!“

Den Wert der Freundschaft betonten in der Schülerrede für ihren Kurs auch Lisa Buck und Ines Lux. In den beiden vergangenen Jahren hätten sie „Freunde fürs Leben gefunden“. Genau deshalb sei der Tag der Zeugnisvergabe „ein Tag der Freude und der Trauer“. Denn das lange ersehnte Abiturzeugnis in der Hand, werde jeder nun seinen eigenen Weg gehen.

Ratschläge und gute Wünsche für diesen weiteren Lebensweg formulierte Schulleiter Peter Mareis. Er nahm Bezug auf eine wahre Geschichte, die der israelische Schriftsteller Amos Oz niedergeschrieben hat. So wie die Reisenden in diesem Text, sollten auch die Absolventen „bald ein Ziel finden, das Sie ansteuern können“. Und vor allem auch zur rechten Zeit erkennen, wann dieses Ziel erreicht sei. Auch bat er die Absolventen: „Kehren Sie immer mal wieder an ihre alte Schule zurück, wir freuen uns auf das Wiedersehen!“

Spitzenschülerin Lea Hofmann schaffte eine 1,0.

Zur Zeugnisübergabe kamen die Absolventen zu den Klängen eines persönlich ausgewählten Musikstücks nach vorne, nahmen mit dem Zeugnis auch die am Effner traditionelle rote Rose in Empfang. Besonders gewürdigt und mit einem Gutschein beschenkt wurden vom Elternbeirat zehn Schülerinnen und Schüler, die sich im Projekt Offenes Ohr im Technik-Team oder musikalisch engagiert haben. Und an alle Absolventen überreichte Elternbeiratsvorsitzende Stephanie Hörl eine Mundschutzmaske mit dem JEG-Logo und dem Aufdruck „Abi 2020“, „denn dieser Jahrgang ist besonders“.

Felix Flaxl schnitt als Jahrgangsbester mit 1,0 ab. Er sorgte bei der Feier selbst für die musikalische Umrahmung.

Einen Extra-Applaus erhielten in ihrer jeweiligen Kursfeier Felix Flaxl und Lea Hofmann, die mit der Traumnote 1,0 abschnitten. Ein konkretes Berufsziel hat Lea Hofmann noch nicht im Auge. Ein guter Abischnitt war ihr wichtig, wie sie erzählt, „damit mir alles offensteht“. Gerade sei sie dabei, sich zu orientieren. „Aber es wird auf jeden Fall ein Studium.“

Detaillierte Pläne hat schon der 18-jährige Felix Flaxl. Seine Leidenschaft gehört der Musik, als Pianist und Sänger komponiert er auch eigene Songs. Sein Talent stellte er bei der Abschlussfeier für seinen Kurs unter Beweis, sorgte am Klavier mit „World in our Hands“ und „The Days“ selbst für die musikalische Umrahmung. Seine Begabung will er auch beruflich weiterführen und Musikproduktion studieren. Sein Abischnitt nützt ihm dabei nichts, sagt er lachend. Denn: „Da gibt es eine Aufnahmeprüfung.“

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