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Das Gesamtergebnis der Europawahl im Landkreis Dachau.

Auffälligkeiten bei der Europawahl im Landkreis Dachau

Am wenigsten AfD-Wähler gab es in Hebertshausen

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Wo gibt es am wenigsten AfD-Wähler, wo haben die Rechtspopulisten am meisten Zulauf? Wo fuhr die SPD ihr bestes Ergebnis ein? Auffälligkeiten im Landkreis Dachau zur Europawahl auf einen Blick.

Dachau – Die meisten „Ausreißer“ – nämlich deren vier – hat Karlsfeld zu bieten, insgesamt zwölf Kommunen des Landkreises weisen interessante Auffälligkeiten auf. Wir haben uns einmal die Prozentzahlen angeschaut, die im Landkreis Dachau für die Europawahl 2019 errechnet worden sind.

So dürfen auf die höchste Wahlbeteiligung im Landkreis die Gemeinden Haimhausen und Hebertshausen stolz sein, mit 73,6 bzw. 69,9 Prozent. Bei Haimhausen war das angesichts des parallel laufenden Bürgerentscheids auch zu erwarten. Mit Abstand am wenigsten Interesse zeigte Odelzhausen, wo nur 57,3 Prozent der Bürger an die Wahlurnen gingen.

Wahlsieger CSU – die Partei mit den meisten Stimmen – konnte im westlichen Landkreis viele Anhänger mobilisieren. Spitzenreiter war hier Pfaffenhofen an der Glonn mit 48,5 Prozent, es folgten Sulzemoos mit 48,3 und Altomünster mit 47,6. Die CSU lag in der Mehrzahl der Gemeinden klar über dem Schnitt von 40,6 Prozent. Doch das Gesamtergebnis wurde von den bevölkerungsstärksten Kommunen Dachau (35,7 Prozent) sowie Karlsfeld (37,9) gedrückt.

Zwar insgesamt nicht die meisten Stimmen auf sich vereinigt haben die Grünen, aber die jetzt zweitstärkste Kraft im Kreis mit 18,7 Prozent hatte bei der Europawahl den stärksten Zuwachs im Vergleich zu 2014 zu verbuchen: 7,8 Prozentpunkte! Besonders viele grüne Wähler gab es in Dachau (22,4 Prozent), Karlsfeld (21,1) und Röhrmoos (20,2). Am schlechtesten schnitten die Grünen in Sulzemoos (13,2) und Altomünster (13,7) ab.

Das bundesweit historische Wahldebakel ging auch an der Landkreis-SPD nicht spurlos vorüber. Prozentzahlen von 5,0 (Sulzemoos) oder sogar nur 4,4 (Pfaffenhofen) waren noch vor einigen Jahren undenkbar. Ihr bestes Ergebnis fuhren die Genossen in Karlsfeld mit 9,6 und in Dachau mit 9,5 Prozent ein, das mit Florian Hartmann ja einen SPD-Oberbürgermeister hat. In keiner einzigen Kommune im Landkreis Dachau konnte die SPD ein zweistelliges Ergebnis holen!

Der Rechtsruck ist im Landkreis, anders als in anderen Teilen Deutschlands, ausgeblieben. Im Gegenteil: Mit 8,4 Prozent liegt die Landkreis-AfD unter ihrem Ergebnis bei der Europawahl 2014, als man hier auf 9,2 Prozent kam. Am meisten Zulauf hatten die Rechtspopulisten in Pfaffenhofen an der Glonn, wo sie mit 10,4 Prozent das einzige zweistellige Resultat einfuhren, sowie in Odelzhausen (9,5) und in Hilgertshausen-Tandern (9,3). Am wenigsten AfD-Wähler gab es in Hebertshausen mit 6,5 Prozent.

Fünftstärkste Kraft im Parteiengefüge im Landkreis Dachau wurden die Freien Wähler mit 6,3 Prozent (2014: 4,7 Prozent). Hier reichte die Spannweite von 3,7 Prozent in Karlsfeld bis zu 9,5 Prozent in Schwabhausen. Dahinter folgt die ÖDP (4,5), die erneut vor der FDP (3,6) landete. 

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