Wenn jemand ihre Kunden um ihre Geld bringen will, kommt er bei den Volksbank Mitarbeitern Nina-Marie Dorfner, Franz Schubert und Anneliese Holzner (v.l.) nicht weiter. Sie verhinderten einen Enkeltrickbetrug.
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Wenn jemand ihre Kunden um ihre Geld bringen will, kommt er bei den Volksbank Mitarbeitern Nina-Marie Dorfner, Franz Schubert und Anneliese Holzner (v.l.) nicht weiter. Sie verhinderten einen Enkeltrickbetrug.

Gauner kam mit in die Filiale

Seniorin wollte 50.000 Euro abheben: Aufmerksame Bankmitarbeiter verhindern fiesen Trick-Betrug

  • vonChristiane Breitenberger
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Mit dem Enkeltrick sollte eine Seniorin aus Dachau um tausende Euro gebracht werden. Doch die Betrüger hatten die Rechnung ohne die Bankangestellten gemacht.

  • Mit dem Enkeltrick wollte ein Gauner eine Dachauer Seniorin um tausende Euro bringen.
  • Die Bankangestellten merkten sofort, dass etwas nicht stimmte.
  • Die Polizei lobt das Engagement der Mitarbeiter.

Dachau – Die Masche ist mies und leider ebenso erfolgreich: der Enkeltrickbetrug. Immer wieder gelingt es Gaunern damit, gerade Senioren um ihr Geld zu bringen. Das versuchten Betrüger am Montag bei einer 84-Jährigen in Dachau. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord gestern mit.

Anneliese Holzner, Beraterin in der Volksbankfiliale in der Münchner Straße, kennt ihre Stammkunden gut, ihr fällt auf, wenn sie einen schlechten Tag haben, oder: wenn sie plötzlich Beträge abheben, die sie sonst nicht abheben. Am vergangenen Montag kam eine 84-jährige Stammkundin zu Holzner in die Filiale, wollte 6.000 Euro. Da sie Holzner bereits seit Längerem erzählt hatte, dass bald Handwerker zu ihr kommen, ging der Betrag in Ordnung. Doch was dann passierte, war alles andere als üblich: Nachmittags kam die alte Dame erneut in die Filiale und wollte: 50 .000 Euro abheben. Das geht natürlich nicht.

Dachau: Seniorin will 50.000 Euro abheben - Mitarbeiter vermuten „Enkeltrick“

Doch, der Mann, der an das Geld der alten Dame wollte, ließ nicht locker. Er ging mit ihr zusammen in die Hauptstelle der Volksbank in der Dachauer Altstadt, dort redete er sie ständig mit „Oma“ an, suchte „sehr auffällig ihre Nähe, wirkte sehr abgebrüht“, wie Bankmitarbeiterin Nina-Marie Dorfner beschreibt. Ihr Kollege und Azubi Noel Köllner steht in dem Moment am Schalter, als die Dame versucht, 20.000 Euro abzuheben und eine Vollmacht für den Betrüger zu bekommen.

Köllner hat intuitiv das Gefühl, dass da was nicht stimmt, merkt an einer Geste: Die alte Dame fühlt sich unwohl. Köllner und Dorfner besprechen sich mit ihrem Kollegen Franz Schubert, der sich als erstes in der Stammfiliale der alten Dame schlau macht. Zusammen mit Anneliese Holzner kommen alle zu dem Schluss: Hier ist was faul. Noch nie war ein Enkel mit der 84-Jährigen in der Bank, noch nie wollte sie solche Beträge haben, noch nie wollte sie jemandem eine Vollmacht ausstellen. „Im Gegenteil“, betont Holzner, die ihre Kundin gut kennt.

Bank-Angestellte schützen Kundin vor Betrug - doch der Täter kann leider entkommen

Also versuchten die drei Mitarbeiter in der Hauptstelle, die alte Dame unter einem Vorwand kurz von dem Mann zu trennen. „Das war so gut wie unmöglich“, sagte Schubert. „Der Mann hing einfach so an ihr dran.“ Als es den Mitarbeitern doch gelang, fragte Azubi Noel Köllner die alte Dame, ob sie den Mann überhaupt kennt – die 84-Jährige betonte: Nein!

Unter einem Vorwand zahlten die Mitarbeiter das Geld nicht aus, die ganze Zeit über behielten sie die Nerven und „sorgten für eine Atmosphäre, die keine Unruhe reinbringt“. Als der Betrüger mit der Frau die Bank verlassen hatte, holten sie die Polizei.

Leider hat die Geschichte nur ein halb perfektes Happy-End: Dank den Bankmitarbeitern hat die alte Dame zwar ihr Geld noch, doch der Betrüger konnte entkommen.

Die weiteren Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, die Beamten betonen: Nicht selten bringen die Täter mit dieser Art des Betrugs Senioren um ihr gesamtes Vermögen und bringen diese damit in existenzielle Notlagen. Die Polizei lobt das Engagement der aufmerksamen Dachauer Bankmitarbeiter: „Es ist der professionellen Reaktion von aufmerksamen Bankmitarbeiterinnen und Bankmitarbeitern zu verdanken, dass es erst gar nicht zur Auszahlung hoher Bargeldbeträge gekommen ist!“ Anneliese Holzner betont: „Auch wenn wir ein großes Haus sind, kennen wir unsere Kunden sehr gut – und arbeiten zusammen um sie zu schützen.

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