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Blick in die Zukunft: Hier, in der ehemaligen Backstube, wird die neue Gastronomiefläche entstehen.

Umbau des Teufelhart-Anwesens

Die Bäckerei-Ära ist vorbei

Dachau – Seit August ist es vorbei mit dem Café Teufelhart. Und damit mit der 140-jährigen Geschichte der Bäcker-Familie in Dachau. Nun wird das ganze Anwesen renoviert – und ist bereit für eine neue Ära.

Das Teufelhart-Haus ist eiskalt. Und leer. Die Wände sind kahl, Putz bröckelt hier und da von der Decke. Überall liegen Leitungen, Rohre und Kabel herum. „Raus ist, was raus kann“, sagt Bernhard Döring. Der Immobilienmakler kümmert sich um das Anwesen in der Dachauer Altstadt. Denn alles soll anders werden, hier, in dem Haus, in dem seit 1581 Bäcker ansässig waren und seit 1873 die Familie Teufelhart. Es ist vorbei mit der Bäckerei-Ära. Die ist im neuen Zeitalter des Teufelhart-Anwesens nicht eingeplant.

Dafür aber eine bunt gemischte Nutzung. Auf der Seite der Wieninger Straße ist im Erdgeschoss im hinteren Teil des Gebäudes ein Ladenlokal eingeplant. Darüber im ersten Stock kommt in den vorderen Teil des Hauses, in den Gastraum rechts von der Treppe, ein Büro. In dem linken Bereich entsteht eine „loftartige Wohnung“: Die Galerie, die hohen Fenster und die Bühne bleiben, in den Hof geht eine Dachterrasse hinaus. Auch hier ist die Bar, alles, was an Gastronomie erinnert, bereits verschwunden. Geblieben ist ein heller, offener Raum mit einem dunklen Holzboden: „Alte, gerauchte Eiche“, sagt Döring. „Praktisch unzerstörbar.“

Für viele Teile des Gebäudes besteht Denkmalschutz, etwa für die Fassade, die Holztreppe und die Doppelfenster – vieles muss also auch restauriert werden. Seit fast vier Wochen wird in dem Haus gewerkelt. Zuerst wurde alles herausgerissen, was weg kann, jetzt beginnen die Arbeiter mit der Elektro- und Wasserinstallation. „Mit dem aktuellen Baufortschritt bin ich sehr zufrieden“, betont Döring. Nur in der ehemaligen Privatwohnung der Teufelharts wird noch nicht gearbeitet. Am Wochenende kann die Familie ihre letzten Sachen holen, dann geht es auch dort los. Im Sommer soll das ganze Anwesen fertig sein.

Denn die Loftwohnung ist schon „so gut wie“ vermietet, sagt Döring, auch das Ladenlokal ist praktisch schon vergeben – an einen „kleinen, feinen Friseurladen“. Im Erdgeschoss, dort, wo der Verkaufsraum der Bäckerei und die Backstube war, soll die neue Gastronomie entstehen. Was genau, ist aber noch unklar. Die Trennwand ist schon verschwunden, die „historische Stufe“ von etwa einem halben Meter aber muss bleiben. Doch wie der Raum eingerichtet wird, wo die Bar stehen soll und wo die Tische – das darf dann der neue Pächter entscheiden. Der steht aber immer noch nicht fest.

Die Besitzer, eine private Gemeinschaft, deren Sprecher Stefan Tewes, Geschäftsführer der Café-Kette „Coffee Fellows“, ist, wollen die Gastronomie nicht selber betreiben. Sie stehen im Gespräch mit mehreren Interessenten. Zur Auswahl stehen als Konzepte zum Beispiel ein Restaurant oder eine Abendgastronomie. „Ich persönlich denke, dass beide Konzepte funktionieren würden“, sagt Döring. „Denn wir haben hier eine gute Basis mit einer guten Lage – die Altstadt ist nicht so ausgestorben, wie immer alle tun.“ Noch aber stehen alle Türen offen, betont Döring: „Wenn sich noch jemand berufen fühlt – wir sind offen für jedes Konzept.“

Nina Praun

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