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Meister ihres Fachs: der aus Tschechien stammende Trompeter Gábor Boldoczki und das PKF-Kammerorchester. 

Das letzte Schlosskonzert der Saison: Mühelos meisterhaft

Beim letzten Schlosskonzert der Saison spielten das Kammerorchester „PKF – Prague Philharmonia“ und der tschechische Trompeter Gábor Boldoczki ein umfangreiches Programm unter dem Motto „Bohemian Rhapsody“. Vor allem vom Trompeter war das Publikum begeistert.

Dachau – Die „Bohemian Rhapsody“ bestand ausschließlich aus Werken böhmischer, überwiegend frühklassischer Komponisten. Die Prager Philharmonie ist ein relativ junges Ensemble, das sich besonders auf die Epoche der Wiener Klassik spezialisiert hat.

Im Schlosskonzert traten sie hauptsächlich als reines Streichorchester auf, teilweise kamen noch einige Bläser hinzu. Die besondere Handschrift des Ensembles, das im Schlosskonzert ohne Dirigenten auftrat, zeigte sich vor allem im satten, üppigen Klang. Während diese lebendige, konkrete Spielart besonders zu den schnellen, festlichen Sätzen der typisch klassischen Sinfonien passte, suchte man die zarteren Farben meist vergeblich.

So ist etwa der Mittelsatz von Frantiek Bendas zweiter Sinfonie in G-Dur mit „Andante sempre piano“ betitelt; die Prager Philharmonie machte daraus jedoch eher ein warmes, volltönendes „mezzoforte“. Besonders gut passte dagegen die zweite klassische Sinfonie aus dem Programm, in diesem Fall in g-Moll und von Johann Baptist Vanhal, op. 17/2, Bryan g1, zu dem jungen Orchester. Flüssig, kraftvoll und rund interpretierten die Musiker aus Tschechien das viersätzige Werk, hervorragend kamen vor allem die Solopassagen des Konzertmeisters und der Solo-Bratschistin zur Geltung. In rein orchestraler Besetzung führte das Ensemble noch einige Stücke des romantischen Komponisten Antonín Dvorák auf: das „Nokturno“ in H- Dur, op. 40.

Des Weiteren standen im Schlosskonzert zwei Walzer für Streichorchester, op. 54, die Dvorák ursprünglich für Klavier geschrieben hatte, auf dem Programm. Während diese Darbietungen aus der Epoche der Romantik eine willkommene Abwechslung in dem ansonsten rein klassisch gehaltenen Programm boten, blieb die wuchtige, ein wenig ungeschliffene Interpretationsweise der PKF ähnlich.

Mit dem Solisten des Abends, dem ehemaligen Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs, Gábor Boldoczki, gab es im Schlosskonzert nicht nur einen Höhepunkt: Der Trompeter stellte sich mit gleich drei großen Werken einer konditionellen und künstlerischen Herausforderung! Alle drei Stücke wurden ursprünglich für andere Instrumente geschrieben und nachträglich für Trompete arrangiert. So war beispielsweise das Es-Dur-Konzert von Johann Baptist Georg Neruda, das heute als obligatorischer Meilenstein im Repertoire jedes Solotrompeters gilt, ursprünglich für das Jagdhorn komponiert.

Bescheiden und mit lockerer Selbstverständlichkeit trat der Solist im Schlosskonzert auf die Bühne, setzte sein Instrument an und verzauberte das Publikum zunächst mit seinem überraschend weichen, sanften Ansatz. Leichtfüßige Anschmiegsamkeit, ein feinfühlig abgerundeter Klang und beeindruckende Virtuosität waren Boldoczkis große Stärken, dabei spielte der Trompeter frei von Angeberei.

Auch die „Introduktion, Thema und Variationen in f- Moll“, op. 102, von Johann Nepomuk Hummel, im Original für Oboe geschrieben, brachten Boldoczkis musikalische Vorzüge bestens zum Vorschein. Bei dieser Bearbeitung, die von Boldoczki selbst stammt, kommen drei verschiedene Trompetenarten zum Einsatz: Die festlich-helle B- und die quirlig-kecke Bach-Trompete standen in spannendem Kontrast zum sonor-behäbigen Klang des tiefen Flügelhorns.

Wer nun aber einen gemütlichen, etwas plumpen Charakter erwartete, der lag komplett daneben: Edel und majestätisch, feinfühlig und behutsam brachte Boldoczki einmal mehr die weichen Farben des Flügelhorns zum Klingen, meisterte scheinbar mühelos die technisch höchst anspruchsvollen Passagen und gewann damit das Publikum für sich.

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