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Volles Rohr: Mit sehr viel Wasser löschten Hebertshauser Feuerwehrleute den havarierten Elektro-BMW.

BMW äußert sich zur Brandursache in Hebertshausen

Neue Lage für Feuerwehren: Mit sehr viel Wasser gegen brennende E-Autos

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Die Landkreisfeuerwehren stellen sich auf eine neue Lage ein. Denn: Um E-Auto zu löschen brauchen sie sehr viel Wasser.  Das zeigte ein Brand in Hebertshausen.

Hebertshausen – Die genaue Ursache für den Brand eines Elektroautos vor etwa einer Woche  in Hebertshausen steht  immer noch nicht fest. Die mitalarmierte BMW-Werkfeuerwehr hatte den BMW 330 E in ihre Obhut genommen, nachdem die Feuerwehr Hebertshausen das Hybrid-Fahrzeug in 90-minütiger Schwerarbeit gelöscht hatte. Der Fall werde noch geprüft, meint BMW-Pressesprecher Frank Wienstroth. „Es sind sehr umfangreiche Untersuchungen notwendig, wobei die zuständigen Behörden involviert sind“, so der Sprecher gestern. Zu vermuten ist, dass der erst wenige Wochen alte Bolide wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen hatte.

Beim Einsatz an der Ladestation vor dem Hebertshauser Rathaus hatte die BMW-Werkfeuerwehr ihre so genannte „Mulde“ oder „Redboxx“ mitgebracht, wie sie in Fachkreisen genannt wird. Dabei handelt es sich um einen rund sieben Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Behälter mit einem Fassungsvermögen von 23 Kubikmeter Löschwasser, in dem das E-Auto getaucht werden kann. Die „Mulde“ diente in Hebertshausen allerdings nur zum Abtransport des BMW 330 E. Sie ist aber grundsätzlich ein wichtiges Hilfsmittel zum Löschen von E-Autos; aus zweierlei Gründen.

Zum einen muss man wissen, dass dem aus Hunderten einzelner Batteriezellen bestehenden Akku eines havarierten E-Autos wegen der permanent stattfindenden elektrischen Kurzschlüsse nur durch permanentes Kühlen, sprich wässern, die Zündenergie genommen werden kann. Und hierbei spart die „Mulde“ Wasser. Zum zweiten erhöht sie schlichtweg die Arbeitssicherheit der Feuerwehrkräfte.

Das havarierte Fahrzeug wird dabei – nachdem es vorgelöscht wurde – mittels einer Winde sowie eines Netzes aus Gurten oder Seilen über die verschließbare Heckklappe in den Behälter gezogen. Danach wird die „Mulde“ geflutet und so lange abgekühlt, bis eine Selbstentzündung nicht mehr möglich ist. Die „Redboxx“ kann im Übrigen auch zum Nachlöschen von in Brand geratenen Stroh- oder Plastikballen sowie zum Nachkühlen von Gaskörpern verwendet werden.

Bei den Feuerwehren im Landkreis Dachau ist trotz der Havarie des E-Autos in Hebertshausen die Anschaffung einer „Mulde“ kein Thema. „Eine Mulde ist nicht notwendig“, so Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser. „Wir müssen uns nur auf längere Zeiten beim Löschen einstellen und brauchen mehr Wasser.“ Ein „Mulde“ sei vor allem für den Fall vonnöten, wenn der Akku des Fahrzeugs beschädigt sei und dieser kontrolliert abgekühlt werden müsse, so Reimoser. Der Kreisbrandinspektor weist jedoch darauf hin, dass das Löschen eines E-Autos grundsätzlich nicht anders ablaufe als bei einem Benziner.

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