Wertvolles Know-how: Reinhold Heiß, Sprecher und Vorstand der bayerischen Aktivsenioren. foto: ink

Aktivsenioren stellen sich auf Anfrageflut in der Nach-Corona-Zeit ein

„Da kommt ein richtiger Boom auf uns zu!“

Die Aktivsenioren stellen sich auf Anfrageflut in der Nach-Corona-Zeit ein. Der Tenor: Da kommt ein richtiger Boom auf uns zu!

Dachau/Bergkirchen – Die Aktivsenioren rüsten sich für die Nach-Corona-Phase. „Wenn die Wirtschaft nach Corona wieder anläuft, werden wir in der Gründungsberatung und beim Coaching sehr viel zu tun haben“, prognostiziert Reinhold Heiß. „Da kommt ein richtiger Boom auf uns zu!“

Heiß ist Sprecher und Vorstand der Aktivsenioren Bayern. Der Bergkirchner ist in seiner Heimatgemeinde auch als Seniorenbeauftragter aktiv.

Die Aktivsenioren sind ehemalige Spitzenkräfte aus Wirtschaft und Verwaltung, die ihr Wissen weitergeben an Unternehmer und Existenzgründer. In ihrem Pressebericht heißt es zur aktuellen Lage: „Gerade Vertreter der älteren Generation gelten in diesen Tagen als ,Risikogruppe’, die aus gesundheitlichen Gründen von den Kontaktbeschränkungen besonders betroffen ist. Das berührt die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Aktivsenioren Bayern an einer empfindlichen Stelle.“

Die allermeisten der 430 Mitglieder (ein Plus von über zehn Prozent gegenüber 2018) sind über 60 Jahre alt. Einige dieser aktiven Ruheständler haben sogar in den Achtzigern noch wertvolles Know-how zu bieten. Rund 30 000 persönliche und kontaktnahe Beratungen von Existenzgründern und Kleinfirmen stehen in der Leistungsbilanz der Aktivsenioren. Die Schaffung und der Erhalt von gut 50 000 Arbeitsplätzen in Bayern geht den Angaben zufolge ebenfalls mit auf ihr Konto.

Die langjährigen Fähigkeiten und ihr Wissen als Ex-Unternehmer, Manager und Experten sowie ihre Reife prägen den Markenkern dieses seit über 35 Jahren tätigen und gemeinnützigen Vereins. Und nun die Corona-Misere. Wie schmerzlich die Infektion den Verein erwischt hat, beschreibt Reinhold Heiß: „In den vergangenen Wochen waren wir hauptsächlich bei Beratungen zur Vermeidung der Betriebsaufgabe gefordert. „Es gibt indes auch Unternehmer, die in der Krise eine Chance sehen und sich für die Zeit danach fit machen.“

Die Analysen von Geschäftsmodellen, Optimierung von Marketing und Vertrieb, Rentabilität, aber auch Unternehmensnachfolge seien die Stellschrauben an denen jetzt – wo es zwangsläufig mehr Zeit dafür gibt – stärker gedreht werde. Doch seit Mitte März sind bei den Aktivsenioren in Bayern alle Versammlungen, Meetings und Konferenzen auf Eis gelegt. Vereinschef Heiß hat seine Mannschaft deshalb zu einer „digitalen Offensive“ via E-Mail, Skype, Video-Chats, Telefon oder in den neuerdings stärker gewichteten Sozialen Medien aufgerufen. Die Aktivsenioren halten auf diese Weise laufend Kontakt zu ihren Klienten.

Neben den Hilfen und Tipps beim Ausfüllen der Förder- und Überbrückungsanträge geht es immer wieder um Routinen bei den von Arbeitsagenturen, Kammern und Banken kommenden Aufträgen: Bewertung des Business-Plans, die Einschätzung der persönlichen Talente und Qualitäten für eine Selbstständigkeit und letztlich um die begehrte Tragfähigkeitsbescheinigung für einen Gründungszuschuss.

Exakt 963 derartiger Anschubprojekte für Existenzgründer konnten die Aktivsenioren Bayern 2019 abschließen und auf einen guten Weg bringen – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für den Aktivsenior Sebastian Portenlänger aus Haimhausen ist die digitale Kommunikation freilich noch lange kein Königsweg. „Ich bin ein erklärter Freund der persönlichen Gespräche“, betont er, „ich finde Distanz als störend und will bei einem Beratungsgespräch das Gesicht meiner Gegenüber aus der Nähe sehen, um ihre Reaktionen einschätzen zu können.“

Ingrid Koch

„Kontaktloses Schwimmen“: Eine Pensionswirtin aus Pfaffenhofen/Glonn will mit einer völlig neuer Geschäftsidee durch die Corona-Krise kommen.

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