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Bilder (k)einer Ausstellung: im Vordergrund eine Skulptur von Wolfgang Sand, im Hintergrund die Klopapierzeichnungen von Florian Marschall. 

Weil Freundschaft keine Pause macht - 

Ersatzausstellung in der Neuen Galerie zur Künstlerfreundschaft mit Polen

Nach der Absage des großen Ausstellungsprojektes „30 Jahre Künstlerfreundschaft“ hätte es eigentlich gar keine Ausstellung gegeben. Doch die Neue Galerie und die KVD Dachau haben spontan umdisponiert.

 

Dachau – „Bilder keiner Ausstellung“: Dieser Titel prangt auf den Plakaten für die Neue Galerie. Ein spontanes Plakat – die Zeichnung eines scheinbar schreienden Mannes von Heiko Klohn – bekam eine Maske aufgesetzt.

Motiv und Titel könnten nicht besser passen. Denn viele der Werke aus der aktuellen Ausstellung wären in der Tat gar nicht zu sehen gewesen. Es hätte auch gar keine Ausstellung gegeben – nach der Absage des großen Ausstellungsprojektes „30 Jahre Künstlerfreundschaft“ und „5 Jahre Landkreispartnerschaft Dachau-Oswiecim“. Künstler sowie Werke haben es aufgrund der Coronabeschränkungen nicht nach Dachau geschafft. Doch „weil Freundschaft nicht pausiert oder verschoben wird“, hat man sich bei der KVD sowie der Galerie entschlossen, spontan umzudisponieren. So sind noch bis zum 26. Juli Arbeiten von Mariola Brillowska, Anna Dietze, Remigiusz Dulko, Roman Kalarus, Johannes Karl, Heiko Klohn, Nina Märkl, Florian Marschall, Annekathrin Norrmann, Pawel Warchol, Wolfgang Sand und Jozef Holard (†) zu sehen.

Das Landratsamt, die KVD und die Galerie haben gemeinsam alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um an Werke von befreundeten polnischen Künstlern zu kommen. So rückte beispielsweise das Landratsamt aus dessen Besitz den „Lebenswirbel“ von Remigiusz Dulko heraus – eine Bronzeskulptur bei der viele Arme mit Händen eine Art Rad bilden. Von ihm wären eigentlich andere Skulpturen zu sehen gewesen, genau wie beim Zeichner Pawel Warchol. Seine geplanten Tuschezeichnungen wurden ersetzt durch Arbeiten aus Privatbesitz.

Mariola Brillowska wäre bei der geplanten Ausstellung gar nicht dabei gewesen, doch jetzt zeigt die Neue Galerie aus ihrem Archiv eine Videoarbeit. Die Plakate von Künstler Roman Kalarus zeigen die Geschichte der künstlerischen Freundschaft zwischen Dachau und Auschwitz, so hängt neben dem neusten Ausstellungsplakat, das nie zum Einsatz kam, das der ersten Ausstellung von 1989 in Polen, das er entwarf.

Auch einige Dachauer Künstler änderten ihren Plan und stellen aufgrund der Absage andere Arbeiten als geplant aus. Florian Marschall beispielsweise präsentiert 14 detaillierte Zeichnungen von unterschiedlichen Klopapierpackungen – ein zeichnerischer Hamsterkauf sozusagen. Auch der Haimhauser Wolfgang Sand fügte einer Skulptur, die Menschenkörper in verschiedenen Positionen darstellt, ein paar metallische Masken am Boden hinzu. KVD-Vorsitzender Johannes Karl hing im krassen Gegensatz zu den Ausgangsbeschränkungen während der Krise ein übergroßes, buntes Gemälde mit dem Titel „Party – Open Tonight“ auf, das dicht gedrängte Partygäste zeigt. Und so werden die Werke doch Bilder einer Ausstellung, einer spontanen, aber nicht weniger guten – in diesen besonderen Zeiten.

Die Ausstellung

„Dachau-Oswiecim – Bilder keiner Ausstellung“ ist bis 26. Juli in der Neuen Galerie zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr.

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