+
Auf zu Neuem: Mit seiner Skulptur „Haltu ngsnote“ am Altstadtberg will Christoph Engelmanns die Dachauer motivieren, etwas Neues zu wagen. 

Altstadt Dachau

Sprungschanze, Riesenrutsche oder Vorarbeit zur Seilbahn: Das steckt hinter dem Gebilde am Altstadtberg

  • schließen

Ist es eine Sprungschanze, eine Riesenrutsche oder möglicherweise eine erste Konstruktion für eine Seilbahn? Weit gefehlt: Bei dem Holzgebilde am Altstadtberg handelt es sich um Kunst.

Dachau – Für die einen sieht es nach einer Skisprungschanze aus, die anderen vermuten eine Riesenrutsche zum Volksfestplatz oder die Vorbereitungen für eine Seilbahn in die Altstadt: Christian Engelmanns (49) Skulptur, bestehend aus zwei Tonnen Holz, hat seit Anfang Juli viele Dachauer zum Rätseln gebracht. Nun ist das 40 Meter lange Kunstwerk anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Künstlervereinigung Dachau (KVD) fertig.

Engelmann erzählt: „Wir haben uns dafür mit einem Kletterseil 50 Meter abgeseilt, von einer Laterne unterhalb des Zieglerbräus – mit der Kreissäge in der Hand.“ Gemeinsam mit seinem Freund Peter Sikora hat der Münchner dabei die Hölzer – bei „brüllender Hitze“ und im Klettergurt – auf Länge geschnitten. Beide sind gelernte Schreiner, Engelmann hat außerdem ein paar Semester Maschinenbau studiert. Seit kurzem ist er Mitglied der KVD und sagt: „Mit der Skulptur am Altstadtberg wollte ich einfach mal wieder was raushauen“, denn die Kunst sei bei dem dreifachen Familienvater in letzter Zeit zu kurz gekommen. Und: Die „Sprungschanze“, wie sie einige Dachauer bereits nennen, sei auch ein Spiegelbild seiner selbst: „In letzter Zeit hat sich viel in meinem Leben verändert, ich will mich auf was Neues einlassen und dafür muss man den Absprung schaffen.“ Er wolle allerdings Raum für Interpretationen lassen: „Man kann die Skulptur auch als Aufforderung an die Stadt sehen, eine Rolltreppe oder eine Seilbahn entlang des Altstadtbergs zu bauen.“ Oder: „Auch die Jugend in Dachau muss den Absprung schaffen und flügge werden.“ Eines ist Engelmann aber wichtig: „Es ist keine Skisprungschanze, sondern eine Skulptur, die man auf keinen Fall betreten darf!“ Und: „Das hat auch mit Kontrollverlust zu tun – es würde einen wohl töten.“

Am Sonntag, 4. August, wird das Kunstwerk im Rahmen eines Rundgangs der KVD, der um 11 Uhr am Bahnhof beginnt und unter dem Motto „Raus“ stattfindet, offiziell präsentiert. Denn bereits vor 100 Jahren, zur Gründungszeit der Künstlergruppe, gingen etwa die Dachauer Maler hinaus in die Natur, um sich dort inspirieren zu lassen.

Christian Engelmann hat übrigens seine ersten zwei Lebensjahre in Dachau verbracht. Gegen Vorwürfe von Naturschützern, wegen seiner Skulptur hätten Bäume abgeholzt werden müssen, wehrt er sich: „Das waren vor allem Essigbäume, die die heimische Natur überwuchern, und die wachsen wieder nach.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Förster Franz Knierer: „Umstellung auf Mischwald rettet uns den Hals!“
Derzeit setzt der Borkenkäfer vielen Wäldern in Deutschland stark zu. Doch für die Wälder im Dachauer Landkreis hat Förster Franz Knierer gute Nachrichten.
Förster Franz Knierer: „Umstellung auf Mischwald rettet uns den Hals!“
Bauarbeiten machen Autofahrern das Leben schwer
Straßensperren machen den Indersdorfer Autofahrern das Leben schwer. Die einen sehen es gelassen, die anderen stört es. Doch für alle gibt es Hoffnung. 
Bauarbeiten machen Autofahrern das Leben schwer
Vier von sechs Mannschaften feiern Aufstieg
Erfolgreicher geht es kaum: Vier von sechs Mannschaften des Sigmertshauser Eisstockclubs können jubeln: Sie haben den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse geschafft.
Vier von sechs Mannschaften feiern Aufstieg
Ukrainischer Ehrenpreis für Hans Ramsteiner und Peter Sedlmair
Sie sind viel unterwegs und leisten Großartiges. Dafür gab es für Hans Ramsteiner und Peter Sedlmair die höchste Auszeichnung des Ukrainischen Roten Kreuzes
Ukrainischer Ehrenpreis für Hans Ramsteiner und Peter Sedlmair

Kommentare