+

Jazz in allen Gassen 2012

Dachau - Rekordverdächtige Besucherzahlen bei „Jazz in allen Gassen“. Der Auftakt des Dachauer Musiksommers hat dank überregionaler Werbung und idealen Wetters deutlich mehr als 10 000 Besucher in die Altstadt gezogen.

Gut für die Imagepflege, aber auch Massenveranstaltung. Der Abend verlief entspannt und friedlich, für Polizei, BRK und andere Hilfskräfte gab es nicht viel zu tun. Die gute Stimmung ist laut Kulturamtsleiter Tobias Schneider dem Eintrittspreis von fünf Euro sowie der Auswahl der Bands zu verdanken. Besucher, die sich nur betrinken wollen, bleiben somit weg. Fürs Café Gramsci war es vermutlich der letzte Musiksommer.

Bilder vom "Jazz in allen Gassen"

Jazz in allen Gassen

Sieben statt der sonst üblichen neun Bands beschallten die Musikmeile zwischen Schermhof und Café Gramsci mit verschiedensten Richtungen von Blues bis Funk. Am Kraisy-Brunnen wurde auf dem Straßenpflaster Rock`n`Roll getanzt. Der griffige Titel „Jazz in allen Gassen“ passt eigentlich nicht zu diesem weit gefassten Musikangebot, das ein möglichst breites Publikum aller Altersklassen ansprechen möchte. In den bis Mitternacht geöffneten Geschäften wurde mehr geschaut als eingekauft. „Prinzipiell ist die Shopping Night positiv für uns“, sagte Jochen Neuwert von Mode „Down Town“. „Jeder Händler freut sich über Frequenz. In Verbindung mit Musik herrscht in den Läden ein schönesFlair.“

Wegen verschärfter Sicherheitsvorschriften blieb der Innenhof der Buchhandlung Wittmann heuer zum ersten Mal fürs große Publikum geschlossen. Inhaber Cornelius Wittmann hatte sich jedes Jahr in Privatinitiative an diestädtische Veranstaltung angehängt und Bands zum Teil sogar aus eigener Tasche bezahlt. Die Stimmung im mediterranen Hinterhof war mittlerweile legendär. Heuer beschränkte er sich aufs private Feiern mit einigen Musikern. Er bedauere sehr, nicht mitmachen zu dürfen, wolle aber niemanden den Schwarzen Peter zuschieben, so Wittmann. Die Kooperation sei immer gut gewesen. Auch fürs Café Gramsci war er der letzte „Jazz in allen Gassen“. Wie aus sicherer Quelle mitgeteilt wurde, wird am 18. Juni offiziell bekanntgegeben, dass das Gelände überplant wird. Seit Jahren ist eine Turnhalle für die Klosterschule im Gespräch. Von derSchließung betroffen ist auch die Kleine Altstadtgalerie. Deren Betreiber Frank Donath hat deshalb alle Ausstellungs-Planungen für 2013 eingestellt, denkt aber mit Ehefrau Sabine schon über ein neues Konzept nach. „Wir werden in Klausur gehen und uns rechtzeitig neu orientieren“, so der Galerist. „Wir warten nicht bis zum bitteren Ende.“

Ungeachtet des bevorstehenden Todesurteils fürs Gramsci herrschte dort wie erwartet super Stimmung. „Kabaya Beach“ machte dem Motto der Veranstaltung alle Ehre und spielte entspannten Funk-Jazz mit Saxophon und Lyrische Balladen wiesen Stilelemente auf, die an den Latin-Rock von Carlos Santana erinnern. Aufsehen erregte Sascha Seelemanns Band „Lupin“ auf dem Widerstandsplatz, die sich zum Jazz-Clash mit jungen Dachauer Musikern traf. Dem Lärmpegel auf dem Schrannenplatz nicht ganz gewachsen war der hervorragende Antonio Koudele mit kubanischer Musik. Salsa und die langsamen Boleros, hier besser bekannt als Rumba, gingen fast unter. Was soll`s: „La vida sigue“, rief der Gitarrist ins Publikum – das Leben geht weiter! Auf den Pfarrplatz eingeschworen sind die Stimmungsgaranten „Amper Stompers“. Rappelvoll war es dort, mitreißend und locker. Bandchef Wolfgang Kohl und seine Musiker spielten feinsten Dixieland, Boogie Woogie und New Orleans Jazz, ganz nach dem Motto „I can’t give you anything but love“. In dieser herrlichen Nacht brauchte es auch nicht viel mehr.

sch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Feuerwehr sichert für Kinder Martinsumzug - Autofahrer beschimpfen sie wüst
300 Menschen treffen sich zu einem Martinsumzug mit Gesang und Laternen. Die Feuerwehr sperrt eine Straße zum Schutz der Kinder - und wird von Autofahrern übel …
Feuerwehr sichert für Kinder Martinsumzug - Autofahrer beschimpfen sie wüst
TSV Arnbach bleibt unter bewährter Führung
Edeltraud Lachner bleibt Vorsitzende des TSV Arnbach. Sie geht in ihre achte Amtszeit.
TSV Arnbach bleibt unter bewährter Führung
Widderzwerge eignen sich gut zum Schmusen
Der Kleintierzuchtverein Indersdorf zeigt wieder seine Rassetiere bei einer großen Ausstellung. Bei allem Spaß an der Veranstaltung: Die Züchter haben Sorgen.
Widderzwerge eignen sich gut zum Schmusen
Dachau probt Aufstand gegen Kreisumlage
Die Stadt Dachau will die angekündigte Erhöhung der Kreisumlage nicht mitgehen. Begründung: Wenn schon alle sparen müssen, dann bitte auch der Landkreis! Landrat Stefan …
Dachau probt Aufstand gegen Kreisumlage

Kommentare