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Freie Fahrt für Radler: Auch im Landkreis Dachau könnten Fahrradautobahnen entstehen.

Machbarkeitsstudie bis Mitte 2020

Klares Ja des Kreisausschusses zu den Fahrradautobahnen

Das Thema Schnellradwege bleibt ein heißes Eisen. Nun hat sich erstmals der Kreisausschuss damit befasst. Fast alle Kreisräte stehen dem Bau der Radautobahnen positiv gegenüber.

Dachau - Wie berichtet, sollen schon bis Mitte 2020 die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorliegen, ob eine mindestens vier Meter breite, möglichst kreuzungsfreie Radautobahn auf der Route Dachau-Karlsfeld-München realisierbar ist. Weitere Verbindungen von Odelzhausen, Petershausen oder Altomünster bis in die Landeshauptstadt könnten folgen.

Florian Haas, im Landratsamt für die Kreisentwicklung zuständig, stellte die Ergebnisse einer Prüfung seitens der Verwaltung vor. Dabei wurde deutlich, dass die Kreisentwicklung das Thema Radschnellwege bereits im aktuellen Radverkehrskonzept verfolgt. Angesichts des gestiegenen Mobilitätsaufkommens „stellt gerade der Radverkehr einen wichtigen und nachhaltigen Baustein in der Verkehrsinfrastruktur der Zukunft dar“.

Im Plenum regte sich lediglich eine Stimme gegen Radschnellwege: „Ich halte nichts von Radschnellwegen“, meinte Sebastian Leiß (Freie Wähler Dachau). Es gebe die optimale Verkehrsmittelwahl. Daher könne jeder frei wählen, welches Verkehrsmittel er benutze. Wenn das Wetter schlecht und/oder die Distanz länger als ein paar Kilometer sei, „fährt keiner mehr mit dem Rad über Berg und Tal“, so Leiß, der dafür plädierte, stattdessen „kurzfristig den Bus- und Bahnverkehr auszubauen“.

Für diese Ansicht hagelte es Kritik. „Mit Pedelecs werden ganz andere Distanzen zurückgelegt, als mit normalen Rädern“, sagte Dachaus OB Florian Hartmann (SPD). Und: „Berge sind kein Thema mehr.“ Er wohne in München, meinte Kreisbaumeister Georg Meier, und die Menschen dort steigen immer mehr aufs Rad um, weil es „schneller ist und das Wegekonzept verbessert wurde“. Der Kreisbaumeister sieht im Gegensatz zu Leiß „immenses Potenzial zum Umsteigen“.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Landrat Stefan Löwl. Nach seinen Angaben beträgt der Radverkehrsanteil im Landkreis Dachau derzeit elf Prozent. „Da wir aus Erhebungen wissen, dass knapp 60 Prozent aller Wege im Alltag unter fünf Kilometer lang sind, sehe ich hier ein großes Potenzial, um Pendler für einen Umstieg auf das Fahrrad zu gewinnen.“ Zudem, so Löwl, müssten die Entscheidungsträger jetzt die Trassen festlegen, sonst könnten mögliche Routen später verbaut sein.

Seit zwei Jahren arbeiten die Große Kreisstadt Dachau und die Landeshauptstadt München an der Machbarkeitsstudie. Leider, heißt es aus dem Landratsamt Dachau, sei seitens der Münchner noch kein „Anknüpfungspunkt“ definiert worden, von welchem aus die Verbindungen in den Landkreis Dachau weitergeführt werden könnten.

Thomas Zimmerly

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