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Nicht auf jeden Modetrend aufspringen, aber doch über den Tellerrand schauen, ist die Einstellung von Annemarie (links) und Anna-Katharina Weißenbeck.    

Hier haben die Kunden die Qual der Wahl

Konditorei-Café Weißenbeck feiert 40-jähriges Bestehen – Bis zu 200 verschiedene Köstlichkeiten

Klassisch Prinzregenten oder doch lieber Erdbeersahne? Seit 40 Jahren stellt das Konditorei-Café Weißenbeck mit seinem verlockenden Kuchen- und Tortenbuffet die Gäste vor die Qual der Wahl.

VON PETRA SCHAFFLIK

Dachau –  Mit ihrem Angebot, zu dem auch edle Pralinen und feines Gebäck gehören, hat sich Chefin Annemarie Weißenbeck gemeinsam mit Tochter Anna-Katharina einen Ruf erarbeitet, der nicht nur Dachauer, sondern Stammkunden aus der ganzen Region ins älteste Café der Stadt lockt. Das Geheimnis? Hochwertige, frische Zutaten und saisonale Produkte, sagt Annemarie Weißenbeck. „Einfach Qualität.“

Die Wurzeln des Café Weißenbeck liegen im Dachauer Schloss. Dort hat Annemarie Weißenbeck, die vom Hotelfach kommt, am 28. Mai 1980 ihr eigenes Konditorei-Café gegründet. Tatsächlich habe es ein wenig gedauert, die Gäste zu überzeugen von ihrem Konzept, erinnert sich Weißenbeck. Bald aber hatte sich das Schloss-Café einen Namen gemacht.

Als im historischen Gebäude die Backstube zu klein wurde, entstanden 1992 an der Felix-Wankel-Straße in Dachau-Ost die modernen Produktionsräume, wo noch heute gebacken wird. Ein traditionelles Kaffeehaus wurde gleich angegliedert, später um einen Wintergarten erweitert. Trotz der Lage am Rand des Gewerbegebiets und abseits jeder Laufkundschaft „lief es ohne Reklame dort von Anfang an sehr gut“ erinnert sich Weißenbeck. Über die Jahre logierte das Café zeitweise auch in Webling im Schwarzberghof, als im Schloss renoviert wurde, im ehemaligen Café Brüller gab es eine Filiale.

Nach und nach hat Annemarie Weißenbeck alles aufgegeben, das Schloss im Jahr 2000 gekündigt. „Seit 2004 sind wir nur noch hier.“ Hin und wieder, wenn zentral ein neues Geschäftshaus entstehe in der Dachauer Altstadt, aber auch in Fürstenfeldbruck oder Freising, werde sie angefragt, ob sie nicht dort ein Café eröffnen möchte. Ihre Antwort laute stets Nein. Nur wo sie als Chefin präsent ist, lasse sich der Ablauf und der flexible Personaleinsatz überblicken.

Als sie das Schloss aufgegeben hat, sind ihre Gäste „mitgezogen“ an die Felix-Wankel-Straße, wo rundherum Firmengebäude liegen, aber im Café alte Bilder und weiße Stofftischdecken für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Dort offerieren Mutter und Tochter Weißenbeck auch eine umfangreiche Speisekarte mit warmen Gerichten und am Wochenende ein Frühstücksbuffet.

Bekannt ist das Konditorei-Café aber für die große Auswahl an Kuchen, Torten, Schnitten, Feingebäck und Pralinen. Um die 150 bis 200 Sorten werden es sein, schätzt Anna-Katharina Weißenbeck. Mindestens, allein 40 verschiedene Weihnachtsplätzchen werden hergestellt. Dabei liegt Annemarie Weißenbeck ein saisonales Angebot am Herzen. „Bei uns gibt es Kirchweihnudeln an Kirchweih, Krapfen nur im Fasching, keine Erdbeeren zur Weihnachtszeit, und wenn die Zwetschgen nicht mehr saftig sind, backen wir keinen Datschi.“ Dazu Klassiker wie Schwarzwälder Kirsch, Käsesahne oder Apfel-Mandel-Schnitten, die immer angeboten werden. Nicht auf jeden Modetrend aufspringen, aber doch über den Tellerrand schauen, lautet das Motto der gelernten Hotelfachfrau und Konditormeisterin Anna-Katharina Weißenbeck, die seit zehn Jahren im Betrieb ist. Wenn sich dann ein Stammgast für eine neue Kreation begeistert, ist das ihr größtes Lob.

Aktuell hat auch das Café Weißenbeck mit dem Corona-Virus zu kämpfen. „Glücklicherweise lief der Kuchenverkauf immer“, sagt Annemarie Weißenbeck, auch warme Speisen zum Mitnehmen waren gefragt. Im Café, das seit 25. Mai wieder geöffnet ist, können von 140 nur 44 Plätze belegt werden, Gäste müssen reservieren. Alles machbar, „aber die Atmosphäre ist nicht locker, die Leichtigkeit fehlt“. Das Fest mit Stammgästen und Geschäftspartnern, das zum 40-jährigen Jubiläum geplant war, ist ins Wasser gefallen. Vielleicht, sagt Annemarie Weißenbeck, „feiern wird dann zum 41“.

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