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20-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt

Prozess in Dachau: Woher kamen die Pornos auf WhatsApp?

In Dachau stand ein 20-Jähriger vor Gericht, weil er Pornobilder an seinen damals 12-jährigen Stiefbruder geschickt haben soll. Das Gericht sprach ihn frei, dennoch hat die Sache schlimme Folgen.

Dachau – Pornofilmchen, verschickt über den Nachrichtendienst WhatsApp, sind im Frühjahr 2015 auf dem Smartphone eines damals Zwölfjährigen gelandet. Sie kamen nachweislich von dem Handy des Stiefbruders, in dessen Haus er zeitweise wohnte. Der 20 Jahre alte Auszubildende aus dem Landkreis Dachau war deshalb vor dem Amtsgericht Dachau wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt.

Er beharrte jedoch darauf, die Pornos nicht an den Buben geschickt zu haben. Schon bei der Vernehmung durch die Polizei hatte der junge Mann die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Wenig später lehnte er das Angebot der Staatsanwaltschaft ab, das Verfahren gegen Auflagen einzustellen.

Am Mittwoch machte Richter Daniel Dorner einen letzten Versuch. Er wollte verhindern, dass der Stiefbruder des Angeklagten als Zeuge aussagen muss. „Jetzt wäre der Zeitpunkt, es zuzugeben, falls es denn so gewesen ist“, sagte der Richter zum Angeklagten. Doch der 20-Jährige blieb dabei: „Ich war das nicht. Mein Stiefbruder hat sich das Video selbst von meinem Handy aus geschickt“, so der Angeklagte.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit sagte daraufhin der Bub aus. Er bestritt, die Videos selbst verschickt zu haben. Anschließend nahm der Vater des 13-Jährigen auf dem Zeugenstuhl Platz. Er machte deutlich, dass sein Sohn in jedem Fall das Handy des Stiefbruders öfters benutzt habe, es entsperren könne und auch das Know-How habe, sich das Video zu schicken und anschließend den Chat-Verlauf zu löschen.

Das Urteil: Freispruch. In den Aussagen des vermeintlichen Opfers habe es „ etliche Widersprüche“ gegeben, so Dorner in der Urteilsbegründung. Auch der Staatsanwaltschaft hatte Freispruch gefordert.

Für den 20 Jahre alten Auszubildenden nahm damit eine unangenehme Angelegenheit ein gutes Ende. Die Folgen für die Patchwork-Familie jedoch bleiben. So sagte der Vater des Buben, dass er kaum noch Kontakt zu seinem Sohn habe. 

Ferdinand Reischl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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