Bei der Schreinerinnung konnte man sich nicht nur informieren, sondern auch selbst einmal Hand anlegen. fotos: mik

5000 Besucher bei Job Dachau

Ein Date mit dem Arbeitgeber

Das Wetter war eher etwas für den See oder für die Eisdiele. Doch der ein oder andere Jugendliche kam am Samstag trotzdem auf die JOB 2018 – wenn auch nicht alle ganz freiwillig.

Dachau – 5000 Besucher schätzte der Veranstalter der JOB in der ASV-Halle – ein neuer Rekord.

Annikas Mutter überredete ihre Tochter sowie ihre Freundin Ramona, die aktuell die achte Klasse der Realschule Markt Indersdorf besuchen, zur Ausbildungsmesse zu kommen. „Wir hoffen, dass wir danach wissen, welche Ausbildungsberufe bei uns in der Nähe angeboten werden“, sagt Annika. Die beiden Freundinnen sind überzeugt, dass sie nach der Messe schlauer sind. Immerhin stellten 60 überwiegend regionale Aussteller 120 Berufe und duale Studiengänge vor.

Auch der 13-jährige Leonhard, der aktuell die neunte Klasse der Realschule Indersdorf besucht (er hat Klassen übersprungen) sagt offen: „Meine Mutter hat mich gezwungen, her zu kommen.“ Doch er gibt neben seiner Mutter stehend auch zu: „So schlimm ist es jetzt nicht.“ Er weiß zumindest schon, dass er auf jeden Fall im IT-Bereich arbeiten möchte. Der Fachinformatiker würde ihn reizen, doch da gebe es verschiedene Spezifikationen. „Ich hoffe nach der Messe zu wissen, welchen Weg ich einschlage, ob ich erst auf die FOS gehe oder gleich eine Ausbildung mache und in welche IT-Richtung ich möchte“, sagt er, als er vor dem Stand der MAN steht.

Ebenfalls aus nicht komplett eigenem Antrieb sind die beiden 17-jährigen Elftklässlerinnen aus Indersdorf zur Messe gekommen. Sie sollen von der Schule aus Ausbildungs-Messen besuchen und Portfolios schreiben, was am Ende mit einer Note bewertet wird. „Wir waren schon auf der Stuzubi und auf der Vocation“, erzählt die 17-Jährige, die sehr unterschiedliche Traumberufe hat: Ärztin, Architektin oder Polizistin könnte sie sich vorstellen. Ihrer Freundin ergeht es ähnlich: „Ich möchte etwas im Labor machen, in die Physik-Richtung oder Lehrerin werden.“

Ganz genau wissen der 19-jährige Shersha und sein 21-jähriger Freund Mansor, was sie einmal machen wollen. Die beiden sind, wie viele weitere Messe-Besucher, Schüler der Berufsschule und kommen aus Afghanistan. „Ich möchte auf jeden Fall etwas mit Autos machen, Kfz-Mechaniker ist gut“, sagt er wie aus der Pistole geschossen. Da stimmt ihm Shersha zu. Sie haben sich bereits Flyer am Stand der Autoberufe mitgenommen.

Sehr gut vorbereitet war Johanna für ihren Besuch auf der JOB 2018. Sie hat am Azubi Speed Dating teilgenommen, das in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten wurde. Zwölf Unternehmen unterhielten sich im Zehn-Minuten-Takt mit möglichen neuen Azubis. Die Realschülerin aus der 9. Klasse möchte gerne Sozialversicherungsfachangestellte werden, ihr wurde deshalb von einem AOK-Mitarbeiter auf den Zahn gefühlt. „Zuerst musste ich mich vorstellen und erklären, warum ich den Beruf machen möchte, dann kamen generelle Frage zur Ausbildung dran.“ Sie hat ein gutes Gefühl. Trotzdem schaut sie sich noch ein bisschen auf der Messe um. Am Nachmittag ist dann vielleicht ein Eis drin.

Miriam Kohr

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