Drei Männer, Christbäume
+
Ab in den Transporter: Bernard Zeidler und Michael Pietzonka von den Chaoscityriders holten am Samstag den Christbaum des Dachauers Alexander Schmid ab (von links).

Kette der helfenden Hände: Chaoscityriders sammeln für Spendenaktion der Heimatzeitung 300 ausgediente Bäume

7000 Euro für alte Christbäume

Für die Kette der helfenden Hände, die Spendenaktion der Heimatzeitung, haben die Chaoscityriders 300 ausgediente Christbäume gesammelt und dadurch tolle 7000 Euro erlöst.

Dachau – Nach über 300 ausgedienten Christbäumen, etwa 90 Arbeitsstunden und 250 Kilometern mit drei Fahrzeugen innerhalb von zwei Tagen konnten es die Chaoscityriders Bernard Zeidler, Michael Pietzonka, Tobias Pietzonka und Benjamin Markovic kaum erwarten, die Spendensumme für die „Kette der helfenden Hände“, die Spendenaktion der Dachauer Nachrichten, auszuzählen.

Das Ergebnis hatten sie so nicht erwartet: Über 7000 Euro spendeten die Landkreisbürger, die sich am 8. und 9. Januar ihren ausgedienten Christbaum abholen ließen!

Die vier Dachauer, die bereits 2019 mit ihrer Tour bei der Abenteuer-Rallye „Baltic Sea Circle“ eine hohe Summe für Projekte im Landkreis sammelten, könnten nach ihrer neusten Aktion zufriedener nicht sein. „Wir hatten anfangs höchstens mit etwa 100 Anmeldungen gerechnet und pro Baum eine 5-Euro-Spende“, erinnert sich Bernard Zeidler. So könne man bei der dreifachen Menge an Bäumen und einer Durchschnittsspende von 20 Euro durchaus von einem Erfolg sprechen.

Der ganzen Aktion war ein großer organisatorischer Aufwand vorausgegangen. „Die Anmeldungen über das Online-Formular und per Telefon landeten in einer Excel-Tabelle. Das neu gekaufte Routenplanungs-Programm hat uns dann für beide Tage optimale Routen vorgegeben“, erklärt Zeidler. Aufgrund der Daten hatten die Jungs sieben Minuten pro Baum Zeit. Das habe bei der Menge an Anmeldungen aber nur teilweise funktioniert. „Bei geraden Straßen mit guten Parkmöglichkeiten und mehreren Bäumen ging das ziemlich flott“, erinnert sich Zeidler.

Doch weiter draußen im Dachauer Hinterland sei oft der Weg von Baum zu Baum schon länger als sieben Minuten gewesen. So waren sie am Freitag von 8 Uhr früh bis halb 9 abends und am Samstag von halb 9 Uhr morgens bis 17 Uhr am Abend unterwegs. „Ab 16.30 Uhr kam die Dunkelheit erschwerend dazu, wir haben Hausnummern und Bäume kaum mehr gesehen.“

Für gutes Vorankommen sorgten aber vor allem die gut vorbereiteten, abgeschmückten Bäume, die bereits mit einem Spenden-Kuvert versehen vor den Haustüren warteten. „Leider ist es auch drei Mal vorgekommen, das Kuverts gestohlen wurden“, bedauert Zeidler. Doch die positiven Erinnerungen würden überwiegen.

Neben Umschlägen mit dem Spendengeld bekamen die Chaoscityriders auch Süßigkeiten, Bier und Butterbrezen als Wegzehrung überreicht. „Viele gaben sich beim Umschlag richtig Mühe und haben noch Nachrichten darauf geschrieben, oder Kinder haben ihn bemalt“, erinnert sich der Dachauer. Vor allem an ein Kuvert kann er sich erinnern – eines ohne Baum. Ebenfalls bemerkenswert: „Eine Frau stornierte die Abholung, weil sie erst an diesem Tag bemerkte, dass ihr Mann einen künstlichen Baum gekauft hatte.“

Der positive Zuspruch zwischen Tür und Angel oder auch im Nachgang seien jedoch Ansporn und Motivation genug gewesen. „Vor allem ältere Menschen haben sich für den Service bedankt, sie hätten sonst nicht gewusst, wie sie den Baum runter und wegbekommen hätten“, berichtet Zeidler.

Dafür fuhren die Chaoscityriders in den zwei Tagen etwa 25 Mal einen Wertstoffhof an, in Dachau-Ost, -Süd, Vierkirchen, Webling und Karlsfeld. „Mit den meisten war es vorab abgesprochen und wegen des guten Zwecks kein Problem“, dankt er den Wertstoffhof-Mitarbeitern. Auch dem Kreisjugendring, Opel Häusler, „Unser Dachau“, „Dachau handelt“, der SG Röhrmoos, „Mein Karlsfeld“ und vielen anderen sei für Unterstützung zu danken. So sei es ganz nach dem Motto „Von Dachau für Dachau“ eine gelungene Aktion geworden und das Kreuzweh schon fast vergessen. Zeidler blickt voraus: „Ja, wir haben tatsächlich vor, das noch mal zu machen, solange wir niemandem anderen in die Quere kommen.“

Doch das soll es noch längst nicht gewesen sein, bereits für dieses Jahr gibt es große Pläne. Zeidler verrät: „Wir haben beispielsweise vor, einen Verein zu gründen.“

Miriam Kohr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare