Die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau hat dem AfD-Ortsverband das Konto gekündigt.
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Die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau hat dem AfD-Ortsverband das Konto gekündigt.

Mitglieder fühlen sich benachteiligt

VR-Bank kündigt Konto der AfD - und lässt Kritik abprallen: „Wir müssen das nicht begründen“

  • Thomas Zimmerly
    VonThomas Zimmerly
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Die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau hat dem AfD-Ortsverband das Konto gekündigt. Die Partei ist erbost über die „Ungleichbehandlung der Parteien“. Das Kreditinstitut hingegen bleibt gelassen.

Dachau – Die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau (VR) hat ihre Geschäftsbeziehung zum AfD-Ortsverband Dachau beendet. Nach knapp drei Jahren erfolgte die Kündigung zum Ende des Monats März. Ohne Angabe von Gründen, so AfD-Stadt- und Kreisrat Markus Kellerer. „Dies ist eine weitere Ungleichbehandlung der Parteien, da mit Sicherheit zum Beispiel CSU, SPD oder die Grünen keine Kontokündigung erleiden müssen.“ Überdies behauptet der AfD-Politiker: „Selbst Privatleuten wurde angeblich das Konto schon gekündigt, nur weil sie in der AfD sind.“ Kellerer bezieht sein Wissen diesbezüglich aus parteiinternen Medien, wie er sagt.

VR-Bank-Pressesprecher Martin Richter: „Es steht uns frei, mit wem wir Geschäftsbeziehungen führen.“

VR-Bank kündigt Konto der AfD: Pressesprecher wehrt Vorwürfe ab - „Müssen das nicht begründen“

Das mit den Privatleuten in der AfD könne er nicht bestätigen, sagt VR-Pressesprecher Martin Richter. Den Vorgang der Kündigung des Ortsverbandskontos hingegen sehr wohl. Der Blaue Brief sei auf Grund der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank ergangen. „Wir müssen das nicht begründen“, so Richter, schließlich „steht es uns frei, mit wem wir Geschäftsbeziehungen führen“.

Dennoch wird Richter deutlich. Innerhalb der VR-Bank habe man die Entwicklungen innerhalb der AfD mit Sorge betrachtet. „Der Umgangston, der dort herrscht, und die Politik, die man dort betreibt, sind mit unserer Geschäftsphilosophie nicht vereinbar.“

AfD-Stadt- und Kreisrat Markus Kellerer protestiert gegen die Kontokündigung.

AfD-Verband Dachau: VR-Bank kündigt Konto ohne Angabe von Gründen - Stadt- und Kreisrat sauer

Kellerer wiederum hält dem entgegen, dass seine Partei inzwischen in der Dachauer Kommunalpolitik angekommen sei. Die AfD mache „skandalfrei konservative Lokalpolitik im Kreistag und Stadtrat“. Mit der Kontoeröffnung habe man eine lokale, ortsansässige Bank unterstützen wollen. Seine Partei habe auch ein Konto bei der Sparkasse Dachau. Dort, so der Stadtrat, habe es bislang nie Probleme gegeben. „Aber anscheinend haben die ,Genossenschaftsbanken uns nicht nötig, lieber akzeptieren sie eine Partei ,die Linke’, die offen den Kapitalismus bekämpft und den Sozialismus einführen will“, so Kellerer.   

Der AfD-Ortsverband Dachau ist mit seinem Schicksal nicht allein. So hatte die Raiffeisenbank Erding vor drei Jahren den Antrag des örtlichen AfD-Kreisverbands auf Eröffnung eines Kontos abgelehnt. Der Erdinger Anzeiger zitierte seinerzeit Bank-Vorstandschef Christian Berther mit dem Satz: „Wir stehen für Respekt, Fairness und Anstand. Das erkenne ich bei der AfD nicht.“ Was folgte, war das Fluten des Bewertungsportals der Bank auf Facebook mit herablassenden Kommentaren.

Den gleichen Vorgang erwartet VR-Sprecher Richter nun auch in Dachau. Er rechnet damit, dass die AfD über die sozialen Medien „die Leute aufwiegelt“. Nur: „Da kann die AfD wettern, wie sie will“ – die VR-Bank Dachau stehe zur ihrer Entscheidung.

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