Tag der Bundeswehr
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Deutsche und israelische Eurofighter halten zum ersten Mal eine gemeinsame Flugübung über deutschem Gebiet ab. (Symbolbild)

Übung über deutschem Gebiet

AKK und israelische Generäle kommen nach Dachau

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Hoher Besuch in der KZ-Gedenkstätte: Annegret Kramp-Karrenbauer, der israelische Botschafter sowie hochrangige Militärvertreter aus Deutschland und Israel kommen am 18.8. zu einer gemeinsamen Militärübung.

  • Hoher Besuch in der KZ-Gedenkstätte.
  • Annegret Kramp-Karrenbauer, der israelische Botschafter sowie hochrangige Militärvertreter aus Deutschland und Israel kommen am 18.8. nach Dachau.
  • Grund ist eine gemeinsame Militärübung.

Dachau – Ende April gab es in der Dachauer KZ-Gedenkstätte schon einmal einen besonderen Termin: Gefeiert werden sollte der 75. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers durch Soldaten der US-Army. Die Feier musste, wie berichtet, coronabedingt nur in sehr einfachem Rahmen stattfinden: Statt Galadinner und Ehrengästen aus der ganzen Welt gab es eine Kranzniederlegung im kleinsten Kreis sowie Online-Konzerte und schriftliche Grußworte.

Eine weitere besondere Veranstaltung in der KZ-Gedenkstätte aber wird es nun am kommenden Dienstag, 18. August, um 16 Uhr geben. Der Rahmen wird dabei ebenfalls klein sein – die Sicherheitsvorkehrungen dafür umso größer.

AKK kommt nach Dachau

Organisiert von der deutschen Luftwaffe wird Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit dem Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Jeremy Issacharoff, nach Dachau kommen. Begleitet werden die beiden von Generalleutnant Ingo Gerhartz, dem Inspekteur der deutschen Luftwaffe, sowie seinem israelischen Amtskollegen Generalmajor Amikam Norkin. Von den örtlichen Amtsträgern wird Oberbürgermeister Florian Hartmann dabei sein sowie KZ-Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann. Die Landesregierung wird vertreten durch Staatsminister Florian Herrmann (CSU). Weitere Ehrengäste: die israelische Generalkonsulin Sandra Simovich sowie Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Die Veranstaltung ist Teil einer zweiwöchigen gemeinsamen Militärübung der deutschen und israelischen Luftwaffe. In einer entsprechenden Pressemitteilung der Bundeswehr heißt es, dass dazu „erstmalig die Israeli Air Force vom 17. bis 28. August Kampfflugzeuge nach Deutschland verlegt, um gemeinsam mit der Luftwaffe zu üben“. Die Bundeswehr spricht deshalb von einem „historischen Moment“. Diese Übung, bestätigt Oberstleutnant Matthias Boehnke vom Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe in Berlin auf Nachfrage, finde in ganz Deutschland, „von Nord bis Süd“ statt.

Delegation will den Opfern des Holocausts gedenken

Am kommenden Dienstag wird die Verteidigungsministerin dabei mit dem Botschafter und den Luftwaffen-Generälen vom Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen in Richtung Fliegerhorst Lechfeld im Landkreis Augsburg fliegen. Auf dem Weg dorthin geht es auch über Fürstenfeldbruck, wo eine deutsch-israelische Formation im Gedenken an die gescheiterte Befreiung der im Rahmen der Olympischen Spiele in München als Geiseln genommenen israelischen Sportler im September 1972 den Fliegerhorst überfliegen wird.

Von Lechfeld fährt die hochrangige Delegation dann im Auto weiter nach Dachau, wo die Würdenträger die KZ-Gedenkstätte besuchen und dort, laut Bundeswehr, „der Opfer des Holocausts sowie der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken“.

Öffentlichkeit darf an dem Termin nicht teilnehmen

Die Öffentlichkeit wird an dem Termin nicht teilnehmen können. Laut Boehnke gelten strengste Sicherheitsregularien. Auch die Medien sind nicht zugelassen.

Zustande kam die gemeinsame Übung durch Generalleutnant Gerhartz, der bei seinen letzten Besuchen in Israel in den Jahren 2018 und 2019 eine entsprechende Einladung ausgesprochen hatte. Laut Bundeswehr-Sprecher Boehnke „blickt die Luftwaffe auf eine langjährige und intensive Zusammenarbeit mit der Israeli Air Force zurück“. Deutsche Eurofighter hätten zuletzt im Jahr 2019 an einer Übung in der Wüste Negev teilgenommen. „Nach dem Menschheitsverbrechen der Shoa ist es ein bewegendes Zeichen unserer heutigen Freundschaft, dass wir erstmals in unserer Geschichte Seite an Seite mit der Israelischen Luftwaffe fliegen“, erklärt Gerhartz. Er bedanke sich daher bei seinem israelischen Kollegen, General Norkin, und all seinen Piloten für ihr Vertrauen und ihre emotionale Verbundenheit. „Das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ist uns heute Auftrag, Antisemitismus mit aller Konsequenz zu bekämpfen“, so Gerhartz.

zip

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