Mit selbst erzeugtem Futter mästen die Landwirte, Josef und Ehefrau Sophie Steber (rechts), die Färsen, die Metzger-Obermeister Werner Braun (links) als Ampertaler Edelrind kauft. Dahinter sein Sohn Martin Braun.
+
Mit selbst erzeugtem Futter mästen die Landwirte, Josef und Ehefrau Sophie Steber (rechts), die Färsen, die Metzger-Obermeister Werner Braun (links) als Ampertaler Edelrind kauft. Dahinter sein Sohn Martin Braun.

Züchter, Metzger und Gastronomen arbeiten zusammen

Aktion Ampertaler Edelrind beginnt

Die Aktion Ampertaler Edelrind beginnt am 1. August. Dabei arbeiten Züchter, Metzger und Gastronomen zusammen. Die Idee von der Vermarktung stammt von Metzger-Obermeister Werner Braun aus Wiedenzhausen, der bereits testete, wie das Fleisch der Tiere bei den Verbrauchern ankommt. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen, so Braun.

Dachau - Das Vorhaben wird vom kürzlich gegründeten Regional-Vermarktungs-Verein Dachau handelt unterstützt.

An der Aktion Ampertaler Edelrind beteiligen sich erst einmal fünf Metzger aus den Innungen Dachau-Freising und Fürstenfeldbruck sowie je fünf Landwirte und Gastronomen aus der Region. Nach dem Motto „leben und leben lassen“ soll jeder Vorteile haben. Vorteil für die Landwirte: fairer, auskömmlicher Preis für nachhaltig gehaltene Tiere. Vorteil für die Metzger: gleichbleibende Fleischqualität und das Alleinstellungsmerkmal. Vorteil für Gastronomen: hohe Qualität und ebenfalls das Alleinstellungsmerkmal. Vorteil für Verbraucher: regionale und hohe Qualität der Metzger-Produkte und Gastronomie-Angebote. Schließlich geht es um Tiere, die mit gentechnikfreiem, regionalem Futter gemästet werden.

Ökologisches Kreislaufsystem

Ideengeber Braun hatte sich nur wenige Kilometer jenseits der Dachauer Landkreis-Grenze, in Ried bei Mering im Landkreis Aichach-Friedberg, mit Josef Steber (33) einen innovativen Landwirt gesucht. Steber kauft junge weibliche Rinder, sogenannte Färsen, aus Betrieben, in denen die Jungtiere bis zum Verkauf bei ihren Mutterkühen waren. Steber mästet die Färsen anschließend mit eigenem Futter in Außenklimaställen, die 20 Prozent mehr Platz für die Tiere bieten, als gesetzlich vorgeschrieben. Alle Tiere erhalten täglich frisches Stroh und brauchen also nicht auf den umstrittenen Spaltenböden zu stehen. Einmal pro Woche wird der Mist entfernt und in der hofeigenen Biogasanlage zusammen mit anderen Abfällen verarbeitet. Was übrig bleibt, kommt dann als hochwertiger Dünger auf Stebers Felder – ein ökologisches Kreislaufsystem also. Weitere Vorteil: Die Felder würden nicht überdüngt, sagt Steber.

„Wir wollen zu vernünftigen Preisen verkaufen, damit wir nachhaltig wirtschaften können“, so der Landwirt weiter. „Wir haben doch gerade in der Pandemie gesehen, wie wichtig die Ernährung mittels regionalen Produkten von Landwirten, Bäckern oder Metzgern ist. Importfleisch kommt oft nicht annähernd an unsere Standards.“ Bereits drei Metzger beziehen Stebers Färsen im Rahmen der Aktion Ampertaler Edelrind.

Für den Verbraucher etwas teurer

Der Landwirt erklärte, die nachhaltige Rindermast-Methode sei natürlich im Endeffekt für den Verbraucher etwas teurer. „Aber wir leben Tierschutz“, ergänzt Werner Braun. „Im Endeffekt geht es nicht nur ums Tierwohl, sondern vor allem ums Verbraucherwohl.“

Warum er speziell Färsen kauft, erklärt der Metzger-Obermeister und stellvertretende Landesinnungsmeister so: „Die Färsen haben eine tolle Fleischqualität mit kleinsten Fetteinlagerungen als Geschmacksträger und feinfaserigem Fleisch.“ Das zahlt sich dann bei der Qualität seiner Produkte aus – und hier meint Braun nicht nur Fleisch und Wurstwaren, sondern auch die Gerichte in seiner Wirtschaft „Huberwirt“ in Wiedenzhausen, die mittags ganz schön voll sei.

Über allem wacht das Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem für pflanzliche und tierische Lebensmittel aus der Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung, kurz: „Geprüfte Qualität – Bayern“ (GQ), des Freistaats. Im dessen Rahmen entscheide jeder Metzger und jeder Landwirt selbst, was er wie fürs Ampertaler Edelrind produziere, betont Braun. Daher sei nicht nur Bio fürs Ampertaler Edelrind vorgeschrieben. Und die Metzger bemühten sich, nicht nur die Steaks zu vermarkten, sondern das ganze Rind, so wie das früher üblich gewesen sei.

rds

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare