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Zu hohe Stickoxid-Werte wurden an der Kreuzung Ludwig-Dill-/Brucker Straße gemessen.

Aktionsbündnis „Stickoxid-Messung in Dachau“

Dachaus Luft wird immer schlechter

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Wie krank macht die Dachauer Luft? Das wollte das Aktionsbündnis „Stickoxid-Messung in Dachau“ wissen und ließ die Schadstoffbelastung an verschiedenen Punkten analysieren – mit erschreckenden Ergebnissen: Die Belastung ist gesundheitsgefährdend.

Dachau – Über einen Zeitraum von sechs Wochen hatten Mitglieder des Verkehrsclub Deutschland, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, des Bund Naturschutz Dachau, Bündnis für Dachau und Bündnis 90/Die Grünen sowie Einzelpersonen in den Monaten Oktober und November 2017 an 15 Messpunkten im Stadtgebiet die NO2-Belastung ermittelt. Die Messpunkte lagen an Haupt-, Neben- und reinen Wohngebietsstraßen in einer Höhe zwischen 1,80 und 3 Metern. Die Ergebnisse der Sammelaktion zeigen für das gesamte Stadtgebiet eine ähnlich hohe Belastung wie in München. An der Mittermayerstraße sowie an der Brucker Straße Ecke Ludwig-Dill-Straße wurden die EU-Grenzwerte von 40 µg/m³ überschritten. Bei zwei Drittel der Messpunkte liegen die gemessenen Werte über 20 µg/m³ und sind somit höher als der Grenzwert der WHO. „Die Messwerte sind so hoch, dass von einer gesundheitlichen Belastung der Dachauer Bevölkerung ausgegangen werden kann“, so Bernhard Sturm vom Kreisverband des Verkehrsclub Deutschland.

Die hohe, flächendeckende Stickoxid-Belastung im gesamten Stadtgebiet ist ohne Zweifel dem hohen Verkehrsaufkommen geschuldet, so das Aktionsbündnis. Es müsse auf kommunaler Ebene etwas getan werden, um den innerörtlichen motorisierten Verkehr zu reduzieren.

Das Aktionsbündnis will die Stadt Dachau in die Pflicht nehmen: Sie soll beim Landesamt für Umweltschutz verbindliche Jahresmessungen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet einfordern. Zusätzlich soll der Feinstaub ermittelt werden. Wegen der sehr hohen Messwerte mit Überschreitungen schlägt das Aktionsbündnis zudem vor, einen Aktionsplan zur Luftreinhaltung zu erarbeiten. Ein langfristiger Luftreinhalteplan (Luftqualitätsplan) sei anzustreben. Die Stadt soll zudem prüfen, ob sich Dachau an Maßnahmen des kommunalen Masterplans der Landeshauptstadt München beteiligen kann.

Die Ergebnisse der Messungen.

Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann wusste im Vorfeld nichts von den Messungen und hat auch deren Ergebnisse noch nicht auf den Tisch bekommen. Lediglich über die Medien habe er davon gehört. „Deswegen weiß ich auch noch nicht, welchen Umfang das Ganze hat. Aber wenn Handlungsbedarf ist, müssen wir uns überlegen, wie wir vorgehen. Das ist ja kein Dachau-spezifisches Problem, sondern das ist in vielen Städten so“, sagt Hartmann. Er will nun erst einmal die Unterlagen bekommen, was laut Bernhard Sturm noch in dieser Woche erfolgen soll.

Das Aktionsbündnis schlägt zudem vor, die Mittel für eine Nordost-Umfahrung für die Verbesserung der Infrastruktur und des öffentlichen Nahverkehrs zu nutzen, da sie für Dachau keine Verbesserung bringe. „Denn wir haben 80 Prozent innerstädtischen Verkehr“, so Sturm. Zudem könne jeder selbst etwas für eine bessere Luft tun: das Auto mal stehen lassen und einen Weg mit Rad, zu Fuß oder dem Bus zurücklegen. 

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