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Ein armband, das verbindet: Landrat Stefan Löwl, Lara Gaißer und Ivan Augusto.

Aktionstag an den Mittelschulen im Landkreis Dachau

Respekt!

Respekt – unter diesem Motto stand der Mittelschultag im Landkreis Dachau. Schüler und Lehrer haben sich gemeinsam Gedanken darüber gemacht, wie man miteinander umgehen sollte: eben respektvoll.

Dachau – „Give respect!“, schreit Landrat Stefan Löwl in sein Mikrofon. Und die Schüler, Eltern und Lehrer antworten ihm gemeinsam „Get Respect!“. Überhaupt erinnert die Mittelschule in der Anton-Günther-Straße an ein Fußballstadion: Im Pausenhof schießen die Schüler auf Torwände, im Schulgebäude gibt es Fast Food aus den verschiedenen Ländern – und an die 500 Schüler, Lehrer und Eltern drängten sich durch die engen Gänge der Schule: Es ist Mittelschultag.

Der Aktionstag, an dem alle Mittelschulen im Landkreis teilnahmen, stand unter dem Motto „Give respect, get respect.“ Organisiert hatten den Aktionstag Mittelschullehrer Thomas Hendler, SMV-Koordinator der Mittelschulen im Landkreis, und Landkreisschülersprecher Nicolas Deller. „Respekt ist wichtig, gerade in der heutigen Zeit“, sagt Deller. Denn heute seien die Menschen immer gestresster, Respekt bleibe dabei auf der Strecke. „Wir wollten mit dem Motto den Schülern zeigen, wo Respekt anfängt und wo er aufhört.“ Das Thema „Give respect, get respect“ hatten sich die Landkreisschülersprecher aus ganz Oberbayern gemeinsam überlegt. Die Schüler- und Klassensprecher der einzelnen Mittelschulen gestalteten dann das jeweilige Programm. Auch Lehrer Thomas Hendler liegt der Mottotag am Herzen: „,Was, Du bist Lehrer an der Mittelschule?’ – diesen Satz höre ich oft.“ Die Mittelschulen genießen laut Hendler noch immer nicht den Ruf, den sie eigentlich verdient hätten: Denn gerade die Mittelschulen bemühen sich sehr viel um Inklusion.

„Zu uns kommen alle, alleine an meiner Mittelschule sind über 30 Nationen vertreten“, erklärt Hendler, der an der Mittelschule Dachau-Ost unterrichtet. Die kulturelle Vielfalt unter einen Hut zu bekommen sei eine Riesenaufgabe. Doch die Schule zeigt, dass viele Nationen unter einem Dach miteinander leben können, so Hendler. Im Zusammenleben spielt gerade der Respekt voreinander und vor der jeweiligen Herkunft des anderen eine große Rolle.

„Aber es soll nicht nur der Respekt im Vordergrund stehen, sondern auch das Miteinander“, fordert Hendler. Daran orientieren sich auch die Aktionen des Mittelschultags: Kleine Aufführungen an der MS Odelzhausen, Impro-Theater an der MS Karlsfeld oder der „Tag der gepflegten Sprache“ an der Mittelschule Dachau-Süd. An der Schule von Landkreisschülersprecher Nicolas Deller, der Mittelschule Dachau-Süd, haben sie versucht, einen Tag ohne Schimpfwörter auszukommen. Der 16-Jährige freute sich über den Aktionstag: „Das Klima war gleich viel schöner, weil alle so anders miteinander umgingen.“

Die sichtbarste Aktion verband gleich alle Mittelschüler aus dem Landkreis miteinander: Sie stellten das Motto des Aktionstags „Give respect, get respect“ nach, indem sie sich in Form von Buchstaben und Zeichen aufstellten.

Sie zeigen sich respektvoll: Die Schüler der Mittelschulen im Landkreis Dachau haben sich buchstabenweise zu dem englischen „Respect“-Schriftzug zusammengestellt. 

Den Schülern an der Anton-Günther-Mittelschule schien der Tag Spaß zu machen, zumindest so viel, wie es im Rahmen einer Pflichtveranstaltung möglich ist. „Das Essen, die vielen Leute, die Spiele – das finden wir schon gut“, waren sich drei Neuntklässler einig. Neben Spielen wie dem Torwandschießen oder einem Welt-Puzzle gab es auch ein internationales Buffet. „Wir wollten die Eltern miteinbeziehen, aus meiner siebten Klasse haben über die Hälfte mitgemacht.“ Frühlingsrollen, türkisches Gebäck und Bulgursalat waren dafür der leibliche Beweis.

Dazu sollen auch Armbänder ein Symbol für das Miteinander der Schüler sein: Gelbe Bänder mit einem „Give respect, get respect“-Schriftzug. Gefördert wurden diese vom Landratsamt und der „Partnerschaft für Demokratie“, die Projekte gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit fördert. „Klar wird sie nicht jeder Schüler in Zukunft tragen“, vermutet Hendler, „aber wir hoffen, dass das Thema Respekt im Hinterkopf bleibt.“ Symbolisch überreichte Landrat Löwl den Schülern Lara Geißer und Ivan Augusto schließlich die Armbänder. Für die Schüler ist Respekt voreinander wichtig – das war die Meinung vieler. „Dass man andere zu schätzen , ist wichtig“, meinte der 14-jährige Marco Meyr. Respekt zeigen, heißt für ihn, vor allem gegenüber Älteren nicht „zu frech“ zu sein. Es bedeutet aber auch: „Dass man keine Vorurteile hat.“

Ähnlich sah das Mitschülerin Franzi Siegel. Respekt bedeute, dass man jemanden schätze: „Man soll niemanden ausschließen, egal, ob Schwarze oder Weiße – alle sind gleich.“ Frisch mit seinem „Give respect, get respect“-Armband ausgestattet, fasste Ivan Augusto zusammen: „Wenn ich die Menschen nicht respektiere, kann ich sie nicht so behandeln, wie sie es als Mensch eigentlich verdient hätten.“

(map)

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