Sarg, Sargträger
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Die Feuerwehrkameraden trugen den Sarg nach dem Requiem aus der St. Jakobskirche. Der verstorbene Diakon Albert Wenning wurde im Familiengrab auf dem Friedhof Dachau beigesetzt.

Weihbischof Haßlberger feiert das Requiem für den verstorbenen Dachauer Diakon in St. Jakob

„Albert Wenning war ein Vorbild für uns alle“

Dachau – Für Weihbischof Bernhard Haßlberger war Diakon Albert Wenning ein Freund. Deswegen war er dankbar, das Requiem für den in der vergangenen Woche verstorbenen beliebten Seelsorger in der Dachauer St. Jakobskirche feiern zu dürfen. Mit Haßlberger zelebrierten Dekan Heinrich Denk, Dachaus Stadtpfarrer Benjamin Gnan und die beiden Diakone Robert Scheingraber und Günter Gerhardinger den Trauergottesdienst.

Bischof Haßlberger betonte in seiner Predigt, dass der Verstorbene zwar nicht alt wurde, aber ein reiches und erfülltes Leben gelebt habe. Für Wenning sei Dachau immer Heimat gewesen, vor allem wegen der Menschen, mit denen er gelebt, denen er und die ihm wohlgesonnen waren. Haßlberger zeigte sich zuversichtlich, dass der Verstorbene bei Gott eine neue Heimat finden werde.

Der Bischof berichtete, dass er Wenning bereits seit 40 Jahren, seit seiner Zeit als Kaplan in Dachau kannte, aus vielen Begegnungen und Gesprächen sei Freundschaft entstanden. Er verwies darauf, dass die Funktion des Diakons als „Sinnbild, als Auge der Kirche“ zu verstehen sei und deswegen der Diakon einen besonderen Blick für Arme und Kranke habe. „Albert Wenning hat dieses Bild gelebt, er war Tag und Nacht für Kranke und Sterbende da!“, so der Bischof. „Er war Vorbild für uns alle.“

Haßlberger sprach in seiner Predigt auch Wennings Verbundenheit mit der Feuerwehr und den Rettungskräften an. Beim Feuerwehrjubiläum vor eineinhalb Jahren habe er gespürt, welche Wertschätzung Wenning bei den Rettungskräften gehabt habe.

Auch die Musik, die Albert Wenning wichtig war, trug zu einer würdevollen Feier bei. Unter der Leitung des Kirchenmusikers von St. Jakob, Christian Baumgartner, spielten vier Solisten und drei Streicher das Requiem von Francesco Durante. Die Schola von Mariä Himmelfahrt sang unter der Leitung von Kirchenmusiker Rainer Dietz liturgische Gesänge. Nach dem Requiem trugen die Feuerwehrkameraden den Sarg aus der Kirche.

Die Beisetzung im Familiengrab erfolgte durch Pfarrer Benjamin Gnan. Am offenen Grab hielt Dachaus Feuerwehrvorstand Stefan Fichtl stellvertretend für alle Hilfsorganisationen in Stadt und Landkreis eine kurze Rede, in der er vor allem die Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit Wennings heraushob. „Wir konnten immer mit unseren Anliegen und Sorgen zu ihm kommen, vielleicht haben wir ihn damit auch manchmal überfordert. Aber er hat es uns nie spüren lassen.“ Fichtl berichtete, dass Albert Wenning für viele Floriansjünger und deren Familien Taufen, Hochzeiten, aber auch Beerdigungen feierte. Er sei ein langgedienter Feuerwehrmann gewesen.

Der Zugang zur Kirche und zur Beerdigung musste wegen der Corona-Pandemie beschränkt werden. Unter den Trauernden waren Abordnungen von Feuerwehr, THW, BRK, Notärzten und Polizei. Auch Landrat Stefan Löwl, Oberbürgermeister Florian Hartmann und der ehemalige Stadtpfarrer Wolfgang Borm befanden sich unter den Trauergästen.

BERNHARD HIRSCH

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