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Absage an Fürstenfeldbruck: Hermann Krenn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dachau.

Jetzt auch Gespräche über Fusion mit FFB eingestellt

Sparkasse Dachau bleibt allein

Nachdem die Fusion der Sparkassen Landsberg-Dießen, Fürstenfeldbruck und Dachau gescheitert war, wurde jetzt auch die Idee der Fusion Dachau/FFB beerdigt.

Dachau – Nachdem der Landsberger Kreistag sein Veto gegen die Dreier-Fusion eingelegt hatte, war die Enttäuschung im Vorstandsgremium der Dachauer Sparkasse riesengroß gewesen. Die Dachauer Sparkasse war es jetzt, die den ohnehin noch nicht zu Ende gedachten Gedanken der Zweier-Fusion mit FFB gleich wieder zu Grabe trug. Zwar gaben beide Sparkassen – Dachau und FFB – am gestrigen Freitag etwa zeitgleich am späten Vormittag in weiten Teilen gleichlautende Erklärungen ab. Doch sie machten kein Hehl daraus, dass es diesmal eine Entscheidung der Sparkasse Dachau war: Am Donnerstag „haben sich der Vorstand und der Verwaltungsrat der Sparkasse Dachau intensiv mit dieser Frage beschäftigt und einstimmig beschlossen, die Fusionsgespräche insgesamt zu beenden“, so lautete der entscheidende Satz.

Die Sparkassen Landsberg-Dießen, Fürstenfeldbruck und Dachau hatten im Ende 2016 Fusionsgespräche mit dem Ziel aufgenommen, aus den drei selbständigen Sparkassen die „Amper-Lech-Sparkasse“ im Format einer sogenannten „Drei-Säulen-Sparkasse“ zu bilden. Danach wurden umfangreiche Analysen und Bewertungen durchgeführt. Drei namhafte Beratungsfirmen haben die Sparkassen auf diesem Weg begleitet. Von Juli 2017 bis April 2018 wurden die zuständigen Gremien in vier großen Informationsveranstaltungen umfassend informiert.

Das zweite Quartal 2018 stand im Zeichen der Entscheidungen. 18 Gremienbeschlüsse (Vorstände, Verwaltungsräte, Verbandsversammlungen, Kreistags-, Stadtrats- und Gemeinderatsbeschlüsse) waren nötig. In den ersten zehn Beschlüssen haben sich die jeweiligen Gremien für die Fusion der drei Institute ausgesprochen. Der elfte Beschluss – jener des Kreistags Landsberg – brach mit dem Nein dem ganzen Projekt dann das Genick.

Im unmittelbaren Anschluss wurde die Frage aufgeworfen, ob die Sparkassen in Fürstenfeldbruck und Dachau die Fusionsgespräche mit dem Ziel einer „Zwei-Säulen-Sparkasse“ aufnehmen bzw. weiterführen sollten. Das ist nun also auch vom Tisch.

Die Sparkasse Dachau gehöre seit Jahren zu den betriebswirtschaftlich erfolgreichsten Sparkassen in Bayern und werde sich weiter den anstehenden Herausforderungen stellen, ließ sich gestern Hermann Krenn, der Vorstandsvorsitzende, in der Presseerklärung zitieren.

Krenn war nach dem Landsberger Veto auch persönlich tief enttäuscht gewesen. So wäre die Fusion zum einen „eine sinnvolle Maßnahme gewesen, um aus drei Sparkassen eine große, starke und sehr zukunftsfähige Sparkasse zu gestalten“, zum anderen stecke nach eineinhalb Jahren Planung „viel Arbeitszeit, Energie und Herzblut“ in dem Projekt.

Krenn ging damals schon davon aus, dass die Sparkasse Dachau erst einmal alleine weiter bestehen werde. Man kann davon ausgehen, dass er auch in der Sitzung am Donnerstag in dieser Richtung argumentiert hat. Die Sparkasse Dachau sei betriebswirtschaftlich sehr gut aufgestellt und brauche letztlich keinen Partner, um zu überleben. Solo zu bleiben, bedeute allerdings eine Reduzierung der betriebswirtschaftlichen Ergebnisse: „Denn das Thema Niedrigzinsphase, die hohen Kosten für Regulatorik, die Investitionen für die Digitalisierung treffen uns jetzt alleine – sie können nicht geteilt werden und das bedeutet einen Rückgang in der geschäftlichen Entwicklung – aber auf einem sehr guten, hohen Niveau.“ Das hatte Hermann Krenn bereits Anfang Juni geäußert.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse Fürstenfeldbruck hat seinerseits in seiner Sitzung am 20. Juni „auf der Grundlage der erarbeiteten Fusionsarchitektur und Anteilsbewertung Verhandlungen mit Dachau zu einer möglichen Zweier-Fusion beschlossen,“ sagt Klaus Knörr, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Fürstenfeldbruck. erg-Dießen. „Persönlich bin ich sehr enttäuscht. Es wäre eine Riesenchance gewesen. Sie wurde auf politischer Ebene vergeben“, kommentierte Brucks Sparkassen-Chef am Freitagvormittag das Ende der Idee eines größeren Hauses. Knörr vermutet, dass Dachau sich in Erwartung einer negativen Entscheidung im dortigen Stadtrat aus den Gesprächen zurück gezogen habe. „Es gab die Einschätzung, dass eine Fusion nicht mehrheitsfähig ist.“

tor

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