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Termine am PC: Dr. Christian Seufert berät seine Patienten seit wenigen Tagen auch am Computer. 

Videosprechstunden am Dachauer MVZ 

Wenn der Arzt am Bildschirm empfängt

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Das Amper-MVZ im Helios Amper-Klinikum Dachau ist seit vergangenem Montag wieder für alle Patienten geöffnet (wir berichteten). Seitdem bietet das medizinische Versorgungszentrum einen neuen Service an: Videosprechstunden. Dr. Christian Seufert hält sie ab. Der Internist und Ärztliche Leiter des Amper-MVZ hat bereits gut zu tun.

Dachau Ein vertrauliches Gespräch zwischen Arzt und Patient per Videoübertragung – kann man da überhaupt von Behandlung reden? Macht es Sinn, wenn der Arzt den Kranken nur sehen und hören, aber nicht befühlen kann? Dr. Seufert beantwortet beide Fragen mit einem „Ja“. „Patienten können die Sprechstunde bequem von Zuhause aus wahrnehmen und brauchen nicht eigens ins MVZ zu kommen“, sagt der Internist. Es gehe um eine Ersteinschätzung und Beratung, meint er weiter. Bluthochdruck, Herz- oder Rückenbeschwerden und manches mehr könnten dabei problemlos besprochen werden. „Sobald allerdings eine Diagnostik notwendig ist, muss der Patient bei uns vorbei kommen“, sagt der Mediziner.

Seit wenigen Tagen erst empfängt Dr. Christian Seufert also vor dem Computer. Die Nachfrage ist vorhanden. Es gab bereits mehrere Termine. Die Kranken kommen dabei keineswegs nur aus Dachau und Umgebung. Aus Frankfurt beispielsweise wurde Seufert eine Dame zugeschaltet. „Sie war Engländerin und meinte, sie habe über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung, der 116117, niemanden erreichen können, der Englisch spreche“, so Seufert. Daher habe die Dame ihr Glück per Video gesucht; und gefunden. Der Dachauer Arzt ist der englischen Sprache mächtig und konnte helfen. Dabei stellte sich heraus, dass die Angelsächsin Erkältungsbeschwerden plagten. Eine Ansteckung mit Corona erschien möglich. Freilich, so Dr. Seufert, sei es in diesem Fall nicht möglich gewesen, dass die Frau nach Dachau fahre, um einen Abstrich vornehmen zu lassen. „Ich habe das soweit regeln können, dass sie jetzt weiß, was zu tun ist“, so der MVZ-Chef. Genau gesagt, riet Seufert zu einer Testung, da die Engländerin überdies vor nicht allzu langer Zeit in Spanien logierte.

Der Fall mit der englischen Patientin sei eine Ausnahme gewesen, stellt Seufert klar. Beim Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung müssen Patienten sich zwingend zunächst telefonisch melden, eine Inaugenscheinnahme per Video ist in diesen Fällen grundsätzlich nicht möglich.

Bei einem weiteren Patienten gab es ein Problem(chen): Der Mann hatte kein funktionierendes Mikro am PC. Das Bild habe er gehabt, sagt Seufert, audiomäßig musste das Smartphone herhalten. Grundsätzlich ginge eine Video-Sitzung auch komplett via Mobiltelefon, doch PC oder Tablet-Computer seien für eine Sitzung weitaus praktikabler, so der Doktor.

Wer nun denkt, so eine Videosprechstunde sei kompliziert zu arrangieren, der irrt (Anleitung siehe unten). Das MVZ braucht zunächst nur ein paar Daten wie Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, der Patient im Falle eines fixierten Termins lediglich einen Computer mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine stabile Internetverbindung.

So geht es zur Videosprechstunde

Eine Termin-Vereinbarung per Telefon, im Rahmen derer das weitere Vorgehen erklärt wird, ist über die Nummer 0 81 31/3 18 55 40 möglich (dazu rät Dr. Seufert). Ohne vorheriges Telefonat ist ein Termin direkt über die Webseite des Amper-MVZ Dachau (Name einfach googeln) möglich. Dort auf den Button „Videosprechstunde“ klicken. Der Wunschtermin kann dann über den Link „Kontaktformular“ gewählt werden. Das Amper-MVZ schickt anschließend per E-Mail einen weiteren Link und einen Zugangscode (TAN). Vor der Sprechstunde auf den Link klicken und dann die TAN-Nummer eingeben.

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