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Das Amper-Vital-Center befindet sich im Erdgeschoss des Dachauer Krankenhauses.

Amper-Vital-Center nimmt nun doch wieder Kassenpatienten an

Überraschende Kehrtwende

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Das Amper-Vital-Center im Dachauer Krankenhaus bietet seit kurzem ambulante Rehabilitation für gesetzlich Versicherte ab 65 Jahren an. Doch man sollte dazu wissen, dass der Helios-Konzern vor einem knappen Jahr sein Angebot auf dem Reha-Sektor deutlich heruntergefahren hatte.

Dachau – Es ist noch nicht lange her, da hatte Helios gesetzlich Versicherte im Amper Vital kaum noch behandeln wollen. Doch nun macht der Klinik-Konzern eine überraschende Kehrtwende.

Ab sofort bekommen alle gesetzlich und privat versicherten Patienten über 65 Jahren nach einem orthopädisch-chirurgischen Eingriff, nach Unfällen oder bei Rückenbeschwerden die Möglichkeit einer ambulanten Rehabilitation, so die Helios Amper-Klinik in einer Pressemitteilung. Bisher konnten nur einzelne Patienten bestimmter Krankenkassen die ambulante Rehabilitation im Dachauer Fitness- und Gesundheitszentrum wahrnehmen.

„Durch den neuen Versorgungsvertrag erweitert das Amper Vital sein Leistungsspektrum“, lobt sich Helios selbst. Doch diese Aussage muss um den Satz ergänzt werden: Nachdem der Konzern vor knapp einem Jahr in seinen Häusern in Dachau und Indersdorf sein Leistungsspektrum für Kassenpatienten deutlich heruntergefahren hatte. Im Bereich der ambulanten Reha, wo die Patienten ein umfassendes Paket an Therapieleistungen bekommen, behandelte Helios nach der Reform im Herbst 2017 weiterhin auch Kassenpatienten. Bei der ambulanten Heilmittelversorgung, die lediglich einzelne Leistungen wie Krankengymnastik oder Physiotherapie vorsieht, wurde hingegen im Einzelfall geprüft, wer angenommen wird. Das galt zwar für Kassen- und Privatpatienten, doch die Realität sah so aus, dass gesetzlich Versicherte kaum noch Termine bekamen.

Die Reform machte Helios zudem erst in einer zweiten Pressmitteilung öffentlich, nachdem die Heimatzeitung über Proteste von abgewiesenen Kassenpatienten berichtet hatte. In der ersten Pressemitteilung damals war kein Wort von einer Unterscheidung der Bereiche Reha und Heilmittelversorgung zu finden.

Die eingeschränkte Annahme sei von Patienten deshalb notwendig, argumentierte Helios, weil der Konzern an den Standorten Dachau und Indersdorf den Schwerpunkt des therapeutischen Angebots vom ambulanten in den stationären Bereich verlegt hatte. Auch hierzu muss man wissen: Helios kann die Behandlung seiner Patienten „interdisziplinär“ regeln. Sprich: Das Krankenhaus weiß, wann ein stationär untergebrachter Patient entlassen wird, kann daher schon im Vorfeld Termine mit dem hauseigenen Amper-Vital-Center absprechen und dadurch eine Nachversorgung zügig durchziehen. Doch in diesen Genuss kamen Kassenpatienten, die „nur“ Krankengymnastik oder Physiotherapie verschrieben bekommen haben, kaum noch.

Nun also doch noch das verbesserte Angebot zumindest für ältere Kassenpatienten. „Besonders für unsere Dachauer Bürger sowie Bewohner des Landkreises bedeutet dies eine große Entlastung, denn sie mussten bisher weite Wege auf sich nehmen und teilweise bis zum anderen Ende von München pendeln, um ihre Rehabilitation zu erhalten – ein enormer Kraftakt besonders für Verletzte und ältere Menschen“, so der Leiter des Amper Vital, Dr. med. Wolfgang Ködel.

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