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Der ausgeschlossene Kassenpatient: Gerd Schott darf bald nicht mehr ins Amper-Vital-Center.

Kassenpatienten müssen draußen bleiben

Amper-Vital-Center nur noch für Private

Das Amper-Vital-Center nimmt ab sofort nur noch Privatpatienten an. Kassenpatienten dürfen ihre via Rezept verordneten, angefangenen Anwendungen noch abschließen. Doch dann ist für sie Schluss.

Dachau – „Wir helfen ihnen, körperlich gesund zu bleiben. Und wir sind für Sie da, wenn es darum geht, wieder gesund zu werden.“ So steht es auf der Homepage des Amper-Vital-Centers, der Einrichtung für Therapie, Rehabilitation und Gesundheitstraining im Helios Amper-Klinikum Dachau. Die Webseite muss ab sofort ergänzt werden um den Satz: Sofern Sie Privatpatient sind.

Kassenpatient Gerd Schott, 77, staunte nicht schlecht, als er am vergangenen Freitag im Amper-Vital-Center seine Reha absolvieren wollte. Der Dachauer leidet an den Nachwirkungen eines Fahrradsturzes, der eine Schulter-OP nach sich zog. Die OP verlief gut, die anschließende Physiotherapie bislang auch. Noch drei Anwendungen stehen aus. Als Schott an den Empfang tritt, bekommt er zu hören, dass er seine drei Termine bekomme, doch dann sei Schluss. Der Grund: Das Center nimmt nur noch Privatversicherte unter seine Fittiche. „Ich sehe das als Frechheit an“, sagt Gerd Schott. Seine Kasse, die AOK, hatte bislang die Kosten für seine Reha – neben der Schulter hatte sich Schott beim Sturz auch noch eine schwere Beckenverletzung zugezogen – übernommen. Ein Grund war der gute Ruf des Amper-Vital-Centers.

Die Stellungnahme der Helios Amper-Kliniken AG ist ein wenig ausweichend: „Wir verlegen den Schwerpunkt unseres therapeutischen Angebots vom ambulanten in den stationären Bereich. Bereits geplante Anwendungen, die unsere Patienten ambulant vereinbart haben, werden wie gewohnt durchgeführt. Wir werden jedoch das Angebot für den ambulanten Bereich reduzieren und daher keine neuen Termine für therapeutische Anwendungen für Kassenpatienten vergeben. Unser Ziel ist es, die Qualität der stationären Behandlungen zu steigern. Daher verstärken wir die stationären Behandlungen mit therapeutischen Maßnahmen“, so Pressesprecherin Katharina Mathern.

Dem ambulanten Kassenpatienten Gerd Schott jedenfalls nutzt die Steigerung der Qualität der stationären Behandlungen im Dachauer Krankenhaus nichts. „Ich weiß noch nicht, an wen ich mich jetzt wenden soll“, sagt er. Seine Schulter ist noch lange nicht ausgeheilt. Er braucht auf jeden Fall weitere Termine.

zim

Video: Dürfen Ärzte Privatpatienten bevorzugen?

Video: Glomex

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