Helios kündigt St. Peter

Blauer Brief für „Grüne Damen“

Dachau - Die Kirchengemeinde St. Peter hat bisher den Besuchsdienst „Grüne Damen und Herren“ im Krankenhaus organisiert. Doch Helios distanziert sich von einer gemeinsamen Vereinbarung und übernimmt nun selbst die Organisation der 25 Ehrenamtlichen.

Dachau – Die „Grünen Damen und Herren“ sind Gesprächspartner und offenes Ohr für Patienten, die im Krankenhaus liegen, keinen Besuch bekommen und Ansprache benötigen. Die ehrenamtlichen Helfer der Nachbarschaftshilfe St. Peter übernahmen am Helios Amper-Klinikum diesen Besuchsdienst – bis im April das Helios Amperklinikum eine Vereinbarung aufkündigte. So berichtet Christa Vogelmeier, Mitbegründerin der Helfer, im jüngsten Pfarrbrief der Gemeinde St. Peter: „Der externe Träger Kirchenstiftung St. Peter war nicht mehr erwünscht.“ Jetzt führt Helios den Besuchsdienst weiter.

Ursprünglich war in der Vereinbarung vorgesehen, dass die Versicherungskosten zwischen einer Sammelversicherung der Kirchenstiftung St. Peter und einer Haftpflichtversicherung über die Klinik aufgeteilt werden. Marten Scheibel, Pressesprecher des Klinikums, bezeichnet die Vereinbarung eher als eine „Absichtserklärung“, die nur eine „beidseitige Absicht zur Zusammenarbeit“ enthält. Warum Helios diese gekündigt hat, erklärt Scheibel trotz Nachfrage per E-Mail nicht. Nur soviel: Die 25 Grünen Damen und Herren seien weiterhin ehrenamtlich am Klinikum tätig. Des Weiteren ist das Helios Amper-Klinikum laut Marten Scheibel dem Besuchsdienst „nicht vorgesetzt oder weisungsbefugt“. Somit erfolge das Engagement weiterhin frei und ehrenamtlich. „An der Arbeit der Ehrenamtlichen hat sich nichts geändert“, versichert der Pressesprecher.

Vogelmeier, ehemalige Rektorin der Grundschule Dachau-Ost, sieht den Grund für die Kündigung in ihrer Person. Denn sie sollte einen Vortrag bei der Arbeiterwohlfahrt über ihre Arbeit als „Grüne Dame“ halten. Doch Helios untersagte ihr das. Dabei habe sie nur über die Arbeit an sich berichten und nicht „der Klinik schaden“ wollen. „Das ging mir damals schon sehr gegen den Strich“, gibt sie zu. „Ich wollte unabhängig bleiben.“ Vogelmeier gab die Leitung des Ehrenamts auf. Daraufhin kündigte Helios der Pfarrei.

Mittlerweile stammen nur noch drei Helfer des Besuchsdienstes aus der Gemeinde St. Peter. Sie wollen laut Christa Vogelmeier weiterhin den Patienten helfen. Christa Vogelmeier selbst hat nun die Nachbarschaftshilfe St. Peter reaktiviert. „Dafür waren früher einfach nicht ausreichend Kapazitäten frei.“ Mit älteren Menschen das Gespräch zu suchen oder Besorgungen zu erledigen – diese Arbeit 

verrichte sie genauso gerne. (map)

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