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Ein Richter mit einem Richterhammer in der Hand und einem Gesetzbuch vor sich.
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Ein Mann wurde wegen exhibitionistischer Handlungen zu einer Geldstrafe verurteilt. (Symbolbild)

Schwere psychische Erkrankung

Mann bekommt Geldstrafe wegen exhibitionistischer Handlungen – „Danke, dass ich nicht ins Gefängnis muss“

Ein Mann musste sich vor dem Amtsgericht Dachau wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten. Dabei kam heraus, dass er an einer psychischen Erkrankung leidet.

Dachau – Wenn auf der Tagesordnung des Amtsgerichts Dachau bei den öffentlichen Verhandlungen „Exhibitionistische Handlungen“ stehen, weckt das natürlich das journalistische Interesse. Man erwartet vielleicht einen eher schmierigen Angeklagten, der alles abstreitet und die Geschädigte bei der Zeugenvernehmung schlimmstenfalls noch anstarrt.

Als der Angeklagte Dragan D. (Name von der Redaktion geändert) den Sitzungssaal betritt, die Anklage verlesen und dann in die Beweisaufnahme eingetreten wird, kristallisiert sich sehr schnell heraus: Da sitzt kein krankhaft veranlagter, sexuell gestörter Mann. Sondern ein psychisch erkrankter 28-jähriger Familienvater, der an schweren Depressionen leidet und bei einem Vorfall mit Rechtsextremisten vor einigen Jahren offenbar schwer traumatisiert wurde.

Was sich im August vor zwei Jahren in einer kleinen Seitenstraße in Dachau abgespielt hat, war und ist bisher die einzige Straftat von Dragan D. „Ich konnte mein Gehirn nicht nutzen, es war alles dunkel“, erklärt der 28-jährige gebürtige Kroate seinen damaligen Gesundheitszustand, als er an der Straße mit seinem Auto anhielt, seine Hose öffnete und sich selbst befriedigte. Genau an der Stelle, an der eine junge Frau gerade die Straße kehrte, die dadurch alles mit ansehen musste.

Sie schrie ihn an, schlug mit dem Kehrbesen auf Dragans Auto, notierte sich das Kennzeichen und erstattete Anzeige bei der Polizei. „Ich war schockiert, dass ich sowas machen konnte“, so der Kroate jetzt unter Tränen vor Gericht. Er habe damals neue Antidepressiva vom Arzt verschrieben bekommen, die seinen Bewusstseinszustand verändert hätten. Mittlerweile nehme er ein anderes Medikament, dass er gut vertrage, erzählte der Angeklagte dem Vorsitzenden Richter Tobias Bauer.

Mittels eines Attests, das dem Richter vorlag, konnte Dragan D. die Diagnose und Medikation belegen. Damals sei die Geschädigte nur „ein weißes Licht in voller Dunkelheit“ für ihn gewesen, erklärte der Kroate, der momentan arbeitslos ist, aber einen Job als Trockenbauer in Aussicht hat. Seine Frau, mit der er eine kleine Tochter hat, und sein Vater unterstützen ihn finanziell.

Im Einvernehmen mit Staatsanwalt David Gierke blieb der Geschädigten eine Zeugenaussage erspart, da Dragan D. ein umfassendes Geständnis ablegte. Richter Tobias Bauer schlug deshalb vor, die junge Dame nach Hause zu schicken. Er bat sie kurz in den Gerichtssaal und sprach einige tröstliche und beruhigende Worte, die der jungen Dachauerin sichtlich gut taten und für die sie sich bedankte.

Staatsanwalt und Richter waren beide davon überzeugt, dass dies eine einmalige Tag gewesen ist, die der Angeklagte, der ohne Verteidiger gekommen war, nicht noch einmal begehen werde. Der Vorsitzende folgte dem Antrag des Staatsanwaltes und verurteilte den Angklagten wegen exhibitionistischer Handlungen zu 70 Tagessätzen á 15 Euro, was dem Mindestsatz bei Hartz-IV- Empfängern entspricht.

Auch eine Freiheitsstrafe war im Raum gestanden. Aufgrund des Geständnisses und der damit unnötig gewordenen Zeugenaussage der Geschädigten, der gezeigten Reue, der fehlenden Vorstrafen und der psychischen Erkrankung sahen die Juristen schließlich von einer Haftstrafe ab.

„Danke, dass ich nicht ins Gefängnis muss“, so Dragan D. erleichtert, der das Urteil sofort akzeptierte.
Simone Wester

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