Amtsgericht Dachau verurteilt 32-Jährigen

Flüchtling attackiert Wachmann

Ein Asylbewerber aus Pakistan ist am Dienstag vom Amtsgericht Dachau wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt worden. Er hatte Security-Mitarbeiter bedroht und trat im Streit gegen ein Eisentor, das einen Wachmann am Kopf traf. Das Opfer erlitt ein Blutgerinnsel.

Dachau/Odelzhausen – Im Juli vergangenen Jahres bedrohte der 32-Jährige während einer feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier im Asylheim Odelzhausen drei Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser. Im Streit trat er gegen ein Metalltor, das ein Security-Mann gerade schließen wollte. Der Mann wurde am Kopf getroffen, ging zu Boden und blieb bewusstlos liegen. Er erlitt unter anderem ein Blutgerinnsel. Alle Verletzungen sind inzwischen verheilt.

Zuvor hatte dieser Mitarbeiter der für das Asylbewerberheim zuständigen Sicherheitsfirma einen randalierenden Feiernden „zum Abkühlen“ vor das Tor der Anlage bugsiert. Der Mann, der gestern auf der Anklagebank saß, solidarisierte sich mit dem Schwarzafrikaner vor dem Tor. Es kam zum Streit. Der nach dem Konsum von einer Flasche Wodka stark alkoholisierte Pakistani holte ein Messer aus der Küche, fuchtelte damit herum. Dass er das Messer zufällig in Händen hielt, weil er gerade Gemüse schnippelte, nahm ihm der Vorsitzende Richter Christian Calame nicht ab.

Der inzwischen herbeigeholte Chef der Sicherheitsfirma forderte die Herausgabe des Messers. Der Mann aus Pakistan kam dem umstandslos nach. Dann passierte es. Der Asylbewerber trat gegen das 1,60 Meter auf vier Meter große Eisentor. Er habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu verletzten, sagte der Angeklagte. Auch das glaubte Calame nicht. Zumindest habe der Mann in Kauf genommen, dass der Sicherheitsmann verletzt werden könnte. Eine Securitymitarbeiterin machte am Dienstag als Zeugin sogar deutlich: Das war Absicht. „Der Angeklagte hatte vorsätzlich gehandelt, auch wenn es sich um eine Spontantat handelte“, so der Staatsanwalt.

Der Asylbewerber war im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten und seine Familie in Pakistan finanziell zu unterstützen, und ist bis dato nicht auffällig geworden oder gar vorbestraft. Im Gerichtssaal entschuldigte er sich bei seinem Opfer. Richter Calame folgte deshalb dem Antrag des Staatsanwalts und verhängte nur eine Geldstrafe.

Der Verletzte habe Glück gehabt, da es zu schwereren Verletzungen hätte kommen können, betonte Calame in der Urteilsbegründung. „Dann hätte es auch in Richtung eines Tötungsdelikts gehen können.“

ferdinand reischl

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