+
Die Amper soll sicherer werden, v.l.: Dr. Christoph Förster von den Stadtwerken, ein Zuhörer, Gerald Nübel von den Stadtwerken, Planer Dr. Roland Hoeppfner, OB Florian Hartmann sowie Axel Clausnitzer von den Stadtwerken. 

Ortsbegehung zur Geplanten Abholzung entlang Amper und Maisach

Natur und Sicherheit in Einklang bringen

Eigentlich dürfte es sie gar nicht geben. Nun müssen sie großteils weg: Die Bäume und Büsche entlang der Amper und der Maisach. Vergangenen Donnerstag fand zur Information der Bürger eine Vor-Ort-Begehung mit OB Hartmann statt, bei dem die zuständigen Fachkräfte ihr Vorgehen erklärten.

Von Nathalie Neuendorf

Dachau – Laut Genehmigungszustand hätte es sie eigentlich überhaupt nie geben dürfen: die Bäume und Büsche auf den Dämmen von Amper, Werkkanal und Maisach. Am Ufer der Gewässer wurden aus Gründen des Hochwasserschutzes bereits 500 Bäume auf einer Länge von 1,8 Kilometern abgeholzt. Ende des Jahres erfolgen weitere Rodungen auf der Uferseite von Amper und Maisach sowie entlang der Amper über das Gündinger Wehr auf einer Länge von rund drei Kilometern (wir berichteten).

Am vergangenen Donnerstag fand ein Vor-Ort-Termin statt, bei dem die Bürger über die Maßnahme informiert wurden. Hierzu erschienen neben Oberbürgermeister Florian Hartmann auch der technische Werkleiter Gerald Nübel sowie der Projektleiter Axel Clausnitzer von den Stadtwerken Dachau. Außerdem kamen Dr. Christoph Förster vom Ingenieurbüro Schaller sowie Silvia Sobe, Fachkraft bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Dachau, und der Planer der Maßnahme, Dr. Roland Hoeppfner vom Ingenieurbüro RMD-Consult.

„Es ist unser Ziel, das Landschaftsbild so gut es geht zu erhalten“, erklärte Roland Hoeppfner den anwesenden Bürgern. „Aber es wird einfach Abschnitte geben, da wird uns das nicht gelingen“, gab Gerald Nübel von den Stadtwerken Dachau offen zu.

Silvia Sobe von der unteren Naturschutzbehörde wandte ein: „Man darf aber nicht außer Acht lassen, wie viel doch erhalten bleibt! Die Vermeidungsmaßnahmen werden von der Stadt Dachau sehr ernst genommen“, lobte sie.

So soll beispielsweise dafür gesorgt werden, dass einige Höhlenbäume aus Artenschutzgründen erhalten bleiben, denn: „Die Stadtwerke versuchen wirklich, Sicherheit und Natur miteinander zu vereinbaren!“

Dass die Stadtwerke die Abholzung in den vergangenen Jahrzehnten versäumt hätten, räumte Nübel ein. Schließlich hätte es den Bewuchs auf den Dämmen all die Jahre lang laut Genehmigungsplan gar nicht geben dürfen. „Aber ich bin nun eben der, der es machen muss“, erklärte der technische Werkleiter.

Unter den anwesenden Bürgern stieß der Vor-Ort-Termin auf Zuspruch: „Ich finde es toll, dass es heute dieses Angebot für den Bürger gibt“, erklärte Mechthild Kopf. Die Dachauerin ist Mitglied bei den Naturfreunden und unternimmt in dem Gebiet gerne Spaziergänge. „Das zeugt von Bürgernähe“, sagte die 52-Jährige. Dass die Stadt versucht, die Natur so gut es geht zu erhalten, lobte Kopf.

Auch die Dachauerin Elisabeth Luderschmid kann nachvollziehen, weshalb die Rodung vieler Ufergewächse nicht zu vermeiden ist: „Es wirkt für mich so, als sei alles sehr gut durchdacht. Das ist nicht bloß ein schneller Eingriff“, so die 29-Jährige.

Die Anwesenden waren sich einig: Die Rodung vieler Bäume ist nicht vermeidbar – wie viele es letztendlich genau sein werden, wird sich zeigen. Der Schutz der Bürger vor einem möglichen Hochwasser geht schlichtweg vor. Trotzdem war man bemüht, das Vorgehen für den Bürger transparent zu machen. Und: Von der schützenswerten Natur rund um Amper und Maisach soll so viel wie möglich erhalten bleiben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der letzte Schandfleck in der Altstadt verschwindet
Auf dem Areal der früheren Schlossbergbrauerei in Dachau  entstehen 19 Wohnungen - und der lang ersehnte Biergarten rückt in greifbare Nähe.
Der letzte Schandfleck in der Altstadt verschwindet
Lukrativer Festnachmittag
Bei der alljährlichen Benefizveranstaltung fand auch heuer ein Festnachmittag des Vereins Miteinander-Füreinander in der Aula der Grund- und Mittelschule Haimhausen …
Lukrativer Festnachmittag
Nach der Wahl im Landkreis Dachau: Wo war welche Partei am stärksten?
Die Wahllokale sind geschlossen. Wahlbeteiligung in Bayern: 72,5 Prozent. Wie der Landkreis Dachau gewählt hat und alle Reaktionen und News dazu, berichten wir hier live …
Nach der Wahl im Landkreis Dachau: Wo war welche Partei am stärksten?
Anna Katharina aus Oberroth
Groß ist die Freude über die Geburt von Anna Katharina. Das Mädchen ist das zweite Kind von Stefanie und Rainer Wiedemann aus Oberroth. Das Licht der Welt erblickte sie …
Anna Katharina aus Oberroth

Kommentare