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Am JEG gibt es acht fünfte Klassen.

Dachauer Landkreis-Gymnasien

So viele fünfte Klassen wie noch nie

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Der Schul- und Kreisausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit den aktuellen Schülerzahlen im Landkreis beschäftigt. Ergebnis: Es gibt so viele Eingangsklassen wie noch nie auf den Gymnasien. Am JEG in Dachau etwa gibt es heuer acht fünfte Klassen.

Dachau – „Wenn die Schulen zunehmen, dann steht’s wohl im Land.“ Das soll einst Martin Luther gesagt haben. Wenn man das auf den Landkreis Dachau projiziert, können wir beruhigt zumindest in die nahe Zukunft blicken – auch dank des geplanten vierten Landkreisgymnasiums in Karlsfeld. Dennoch sind noch weitere Wünsche offen.

Die Schulentwicklung steht bei der Verwaltung ganz oben auf der Prioritätenliste. Das neueste Projekt ist das geplante vierte Landkreisgymnasium in Karlsfeld, das zum Schuljahr 2023/24 in Betrieb gehen soll. Dieses soll auch für eine leichte Entspannung an den übrigen Gymnasien im Landkreis sorgen.

Ob’s reicht? CSU-Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath: „Der Gedanke an ein fünftes Gymnasium ist nicht vollkommen verfehlt!“ Vor allem mit der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums im kommenden September wird’s spätestens ab dem Schuljahr 2025/26 an allen Schulen eng. Wie die zusätzlichen Räume geschaffen werden können, soll an jeder Schule individuell geprüft werden.

Die Schülerzahlen an den Gymnasien im Landkreis sind erstmals seit dem sogenannten Doppelabiturjahrgang 2011 nicht mehr rückläufig, sondern stagnierend. Derzeit besuchen insgesamt 3549 Schüler eines der drei Landkreisgymnasien (Vorjahr 3550). In diesem Schuljahr gibt es einen neuen Höchststand in Sachen Eingangsklassen. Am Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG) in Dachau sind es erneut fünf Klassen (Vorjahr fünf), am Dachauer Josef-Effner-Gymnasium (JEG) acht (Vorjahr sechs) und am Gymnasium in Indersdorf sechs (fünf). „Beim JEG sind die acht Eingangsklassen nur wegen der Außenstelle in der Steinstraße möglich“, sagte der zuständige Sachgebietsleiter Albert Herbst, als er im Schul- und Kreisausschuss den Schulentwicklungsplan präsentierte.   

Einen Wunsch für die Zukunft sprach Marese Hoffmann (Grüne) aus: „Ich finde, es ist eine sehr, sehr zukunftsträchtige Überlegung, ob nicht doch an einer Schule Chinesisch angeboten werden kann.“

Laut Statistik pendeln derzeit etwa 34 Schüler aus dem Landkreis aus, um eine Schule mit Chinesisch im Lehrplan zu besuchen.

Die vier Realschulen im Landkreis (Dachau, Odelzhausen, Indersdorf und Weichs) haben derzeit insgesamt 2611 Schüler. Im Vorjahr waren es 2630. Die Zahl geht also leicht zurück, folglich sind derzeit ausreichend Kapazitäten vorhanden. Vor allem in der Realschule Dachau entspannt sich die Raumsituation. Auch an der Greta-Fischer-Schule sinkt die Schülerzahl erneut von 296 im Schuljahr 2016/17 auf aktuell 288. An der staatlichen Berufsschule in Dachau hingegen steigen die Zahlen seit Jahren: Waren es beispielsweise 2012/13 noch 1424 Schüler, sind es heuer bereits 1608. Auch an den Fachoberschulen in Indersdorf und Karlsfeld schrieben sich mehr Schüler als im Vorjahr ein.

Allerdings: „An der neuen FOS Indersdorf ist das Einschreibungsergebnis nicht ganz so wie geplant“, gab Herbst zu. 47 Schüler besuchen die FOS derzeit (Vorjahr 36). Der Grund liegt für Schul-Experte Herbst in der Tatsache, dass diese noch nicht staatlich genehmigt ist. Das ist frühestens 2019 der Fall. Denn eine staatliche Anerkennung gibt es erst nach zwei erfolgreichen Abschlussjahrgängen, sprich: Zwei Drittel der Schüler müssen jeweils die Prüfung bestehen.

SPD-Schul-Experte und Landtagsabgeordneter Martin Güll nutzte die Gunst der Stunde, um im Kreisausschuss nochmals eine staatliche FOS/BOS zu fordern: „Wir kommen auf der beruflichen Schiene nicht voran!“ Er plädierte dafür, auch für die Zukunft stets die Entwicklungsströme in der Bildung zu beobachten und darauf zu reagieren. Landrat Stefan Löwl entgegnete, dass der Landkreis lediglich Sachaufwandsträger sei. „Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, das müssen alle Schulträger und vor allem der Freistaat planen.“ Denn dann steht’s wohl im Land...

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