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Corona in Deutschland: So viele Fälle wie noch nie zuvor - RKI meldet massiven Anstieg der Neuinfektionen

Corona in Deutschland: So viele Fälle wie noch nie zuvor - RKI meldet massiven Anstieg der Neuinfektionen
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Quarantäne in Alpen-Flair: Professor Dr. Hjalmar Hagedorn erklärte bei der Eröffnung des Notkrankenhauses, dass die Matratzen der Hotelbetten ausgetauscht wurden gegen Klinik-Matratzen. Gelegen hat in diesen Betten seitdem aber niemand.

Angst vor „schleichendem, flächendeckendem Anstieg“

Zahl der Neuinfektionen im Landkreis  wird täglich analysiert – Corona-Hotel in Dachau soll zurückgebaut werden

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Landkreise mit mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen sollen – so wollen es Bund und Länder – eine Notbremse der Lockerungen ziehen dürfen. Der Landkreis Dachau ist davon bislang nicht betroffen. Im Gegenteil: Aktuell ist die Zahl der Neuinfektionen weit von dieser 50-Personen-Grenze entfernt. Im Landratsamt bleibt man dennoch wachsam.

Zumal ihn die Demonstrationen am Wochenende in München „schockiert“ hätten, wie Landrat Stefan Löwl zugibt. Er finde die von Markus Söder vergangene Woche verkündeten Lockerungen zwar im Grundsatz „gut und richtig“, betont er. Aber es gebe immer noch Regeln, die einzuhalten seien: „Wir müssen weiter Masken tragen, und wir können uns nicht mit zehn Familien gleichzeitig treffen!“ Diese „Unbekümmertheit“ der Münchner Demonstranten habe ihn daher daran zweifeln lassen, dass sich die aktuell positive Situation auch weiterhin so gut im Griff behalten lässt.

Formal ist Löwl, als Leiter der Katastrophenschutzbehörde im Landkreis, verantwortlich dafür, ob und – wenn ja – wie die Notbremse aussehen soll, wenn die Zahlen der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Dachau tatsächlich wieder in bedenkliche Höhen steigen sollten. Aber „natürlich“ werde er im Fall des Falles nicht allein entscheiden: „Wir halten Rücksprache mit den vorgesetzten Dienstbehörden, stehen in Austausch mit den Nachbarlandkreisen und hören die Einschätzung der Koordinierungsgruppe Pandemie.“

Der Notfall tritt im 150 000-Einwohner-Landkreis Dachau ein, wenn die Zahl der Neuinfektionen jenseits der 70 pro Woche liegt. Die Entwicklung der Infektionskurve wird im Landratsamt derzeit täglich kontrolliert, bis jetzt gebe es keinen Grund zur Beunruhigung. Sollte die Kurve jedoch auf 50 steigen, „müssen wir uns hinsetzen und fragen: Wo kommen die her?“

Tatsächlich wird es Löwl zufolge nämlich nicht so sein, dass – sollte der Landkreis Dachau tatsächlich die Obergrenze reißen – überall sofort wieder der Lockdown eintritt. Wenn die Häufung der Fälle nämlich lokal begrenzt sei, etwa in einem Altenheim, „werden wir uns darum kümmern. Für den Rest der Bevölkerung wird das dann nicht spürbar sein“, erklärt Löwl. Aktuell sei das Gesundheitsamt wieder in der Position, einzelne Infektionsketten gut nachvollziehen zu können. Daher „kriegen wir die Hotspots mit. Und an diesen Hotspots greifen wir dann an“.

Während ein punktueller Anstieg kein Problem sein dürfte, fürchtet Löwl einen „schleichenden, flächendeckenden“ Anstieg. Dann „haben wir nämlich ein strukturelles Problem“ – dessen Folge tatsächlich wieder ein Schließen der Gastronomie oder der Schulen wäre. Löwl formuliert es so: „Dann müssen wir Maßnahmen auf Kreisebene umsetzen.“

Nach Erwartungen der Experten ist ein derartiger Fall für den Landkreis Dachau allerdings – Stand heute – nicht wahrscheinlich. Das zu einem Notkrankenhaus umfunktionierte Hotel in Dachau-Ost soll daher auch nach dem Wunsch der Pandemie-Verantwortlichen im Landratsamt zurückgebaut werden. Zuvor hatte die Landesregierung um eine Einschätzung gebeten, wie mit der Einrichtung, in der noch nie ein Corona-Patient behandelt werden musste, weiterverfahren werden soll.

Auch im Dachauer Helios-Amperklinikum soll es Landrat Löwl zufolge schrittweise wieder in Richtung Normalbetrieb gehen. Die vorhandenen Beatmungsgeräte seien „massig unter Auslastung“, und auch die Reserve an 18 Beatmungsgeräten habe man, so Löwl, „noch nie aktivieren müssen“. 

 STEFANIE ZIPFER

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