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Anwohner klagen über Lärmbelästigung an der Gedenkstätte

Es „brummt“ den ganzen Tag

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In der KZ-Gedenkstätte ist derzeit Hochsaison. Außerdem ist Hochsommer. Für die Anwohner bedeutet dies, dass täglich zahllose Busse an- und abfahren und die wartenden Busfahrer in der Zwischenzeit stundenlang den Motor laufen lassen. Die Gedenkstätte greift nun durch.

Dachau – Gerade zwischen Pfingst- und Sommerferien ist in der Gedenkstätte besonders viel los. Die Schulen unternehmen Ausflüge, München ist voll mit Touristen. Beliebtes Ziel ist dabei seit Jahren: die Dachauer KZ-Gedenkstätte.

Bislang war der hochsommerliche Hochbetrieb kein Problem, doch seit der Parkplatz am Nordrand des Areals umfangreich neu und vor allem größer gebaut wird – allein über 40 Reisebusse sollen künftig gleichzeitig dort parken können – sind auch wesentlich mehr Bürger von dem Betrieb der Gedenkstätte betroffen.

In der Karl-Riemer-Straße fühlt man sich derzeit geradezu belästigt von der neuen Parksituation. „Ständig läuft irgendein Motor“, klagt ein Anwohner gegenüber der Heimatzeitung, man habe „keine Lust mehr, am Balkon zu sitzen“. Direkt neben der Siedlung „brummt es von früh bis spät“. Von der Stadt fühlen sich die Anlieger allein gelassen, bei einer Infoveranstaltung sei nämlich versprochen worden, dass sich für die Anwohner keine Lärmbelästigung ergebe.

Im Rathaus aber wehrt man sich gegen die Vorwürfe. „Wir sind mit der Planung auch nicht glücklich“, betont Hauptamtsleiter Josef Hermann. Bauherr des neuen Parkplatzes sei jedoch der Freistaat gewesen, der mit dem alten und viel zu engen Parkplatz im Süden des Geländes seit langem unzufrieden gewesen war. Die Stadt habe sich natürlich gewünscht, dass die neuen Stellplätze weiter von der Wohnbebauung entfernt liegen. Einen Trumpf aber hat das Rathaus gegen den Freistaat noch in der Hand: Wenn der Parkplatz einmal vollständig fertiggestellt ist – aktuell ist erst ein Teil des neuen Busparkplatzes freigegeben – behält sich die Stadt vor, eigene Messungen durchzuführen. Damit, so Hermann, könnte die Stadt ihrer Forderung nach besserem Lärmschutz der Anwohner Nachdruck verleihen.

Die Gedenkstätte selbst hat ebenfalls bereits reagiert. Die Lebensqualität der Anwohner beziehungsweise das gute Verhältnis mit den Nachbarn sei den Verantwortlichen nämlich sehr wichtig, wie Gedenkstätten-Mitarbeiter Albert Knoll auf Nachfrage der Heimatzeitung betont. Dreisprachige Flugblätter, auf denen in Wort und Bild erklärt wird, dass die Busfahrer den Motor nicht laufen lassen dürfen, würden von den Parkwächtern verteilt. Zusätzlich soll ein Parkplatzeinweiser, dessen Arbeitszeit nun extra um vier Stunden verlängert wurde, zwischen 9 und 17 Uhr ebenfalls auf die Einhaltung der Parkplatzregeln achten. Werde laut Knoll festgestellt, dass Busfahrer sich nicht daran halten und ihren Motor laufen lassen, „dann werden sie des Geländes verwiesen“.

Allerdings bittet Knoll angesichts der aktuellen Temperaturen auch um Verständnis. Es sei „nachvollziehbar“, dass Busfahrer, kurz bevor beispielsweise Schüler nach einem mehrstündigen anstrengenden Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte wieder zum Bus zurückkehren, diesen „auf Normaltemperatur runterkühlen“. An Tagen mit Temperaturen jenseits der 30 Grad wolle man den Busfahrern daher eine Viertelstunde zugestehen, in der sie ihren Bus und dessen Klimaanlage vor der Abfahrt noch laufen lassen dürfen.

Dennoch, verspricht Albert Knoll, die Klagen der Nachbarn ernst zu nehmen. Mithilfe des Parkplatzpersonals werde man nun versuchen, die Motoren-Regel „im Juli durchsetzen zu können“. Die von den Anwohnern geforderte Lärmschutzwand aber werde in diesem Jahr sicher nicht mehr umgesetzt. Mit dieser Situation müssten „nun leider alle leben“.

STEPHANIE ZIPFER

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