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Hauptsächlich alterungsbedingte Defizite wie Korrosion und Betonabplatzungen haben die Brücken im Landkreis, die in schlechtem Zustand sind.

Brücken im Landkreis Dachau in schlechtem Zustand

Fünf Brücken in schlechtem Zustand

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Rund ein Achtel aller deutschen Brücken ist in einem schlechten Zustand. Das sagen die Daten der bundesweiten Straßenbaubehörden. Auch fünf Brücken im Dachauer Landkreiszählen dazu.

Landkreis – Überall wird gebaut, den Eindruck hat man zumindest, wenn man auf den Straßen des Landkreises unterwegs ist. Doch so sehr sich die Straßenbauämter auch bemühen, dem steten Verfall der immer intensiver genutzten Straßen und Brücken kommen sie kaum hinterher.

Das bestätigen auch die Daten der Straßenbaubehörden, die insgesamt fünf Brücken im Landkreis Dachau eine Note im Bereich von 3,0 bis 4,0 verpassten. In Worten: Diese Bauten befinden sich in einem „schlechten Zustand“.

Dabei handelt es sich um drei Brücken, wo sich die Bundesstraßen 304 und 471 kreuzen (alle Note 3,0), eine Brücke, die bei Gröbenried über die B 471 führt (Note 3,2) und schließlich noch die Brücke entlang der B 471 selbst, die bei Feldgeding die Amper überspannt (Note 3,0). Das weiß auch das zuständige Straßenbauamt Freising, wie Thomas Sieber vom Bauamt bestätigt.

Die Brücken für den Verkehr zu sperren, ist aber nicht nötig, wie Sieber betont: „Von den Brücken geht keine Gefahr aus. Sie werden in regelmäßigen Abständen durch Bauwerksprüfer überprüft.“ Und er ergänzt: „Bei den Schäden handelt es sich nicht um die Folge von Materialermüdung. Die Bauwerke zeigen hauptsächlich alterungsbedingte Defizite wie Korrosion und Betonabplatzungen.“ Arbeiten wurden an den betroffenen Bauwerken noch nicht durchgeführt. Voruntersuchungen zu Instandsetzungen und Bauwerkserneuerungen haben aber bereits stattgefunden oder sind zumindest in Planung, wie Sieber bestätigt.

So wird für die Bauwerke im Kreuzungsbereich der Bundesstraßen 471 und 304 aktuell untersucht, ob Bauwerkssanierungen oder Ersatzbauten technisch und wirtschaftlich sinnvoller sind. Gerade im Hinblick auf den zunehmenden Verkehr im Großraum München und die damit gestiegenen Anforderungen an die Bauwerke und verschärften Bauregularien, ist diese Frage von besonderer Bedeutung. Die gleichen Untersuchungen sollen in Kürze auch für das Bauwerk bei Feldgeding beginnen. Die Erneuerungs- oder Sanierungsarbeiten an den Brücken sind für die kommenden fünf Jahre angedacht.

Weiter sind die Planungen dagegen schon für die Brücke bei Gröbenried. Die Sanierungsarbeiten starten dort schon im Jahr 2020. Die Kosten dafür belaufen sich nach Schätzungen des Straßenbauamts Freising auf zirka 600 000 Euro. Für die übrigen vier Bauwerke liegen hingegen noch keine Kostenabschätzungen vor. Für die Sanierung und Erneuerung der maroden Bauwerke müssen die jeweiligen Baukostenträger aufkommen. Für Bundesstraßen ist der Bund zuständig, sollte es sich um Kreisstraßen handeln, kommt das Geld dafür aus der Kasse des Kreises – so auch bei dem Bauwerk nahe Gröbenried.

Dass die Brücken überhaupt in diesem Zustand sind und saniert werden müssen, ist nicht ungewöhnlich. Alle betroffenen Bauwerke sind zwischen 1971 und 1987 errichtet worden. „Nach einer Zeitspanne von 30 bis 50 Jahren ist im Normalfall eine Generalinstandsetzung der Brückenbauwerke erforderlich“, erklärt Sieber.

Das bedeutet aber auch: Die Arbeit wird dem Straßenbauamt mit Sicherheit nicht ausgehen. Denn einige Brücken im Landkreis fallen ebenfalls in besagte Altersspanne und schrammten mit Noten um 2,9 nur knapp an der Wertung „in schlechtem Zustand“ vorbei.

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