Newcomerin AMI: Folk Reggae und Soul.

Benefizfestifal „The White Paper“

Alles, außer gewöhnlich

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Food-Festival, Design-Festival, Film-Festival, Musik-Festival und Mitmach-Festival. All das steckt drin, im ersten Zwei-Tages-Festival auf dem Dachauer MD-Gelände. Das White-Paper-Festival im Juni wird vieles werden – nur eines ganz sicher nicht: gewöhnlich.

Dachau– Wer Null-Acht-Fünfzehn mag, ist auf dem White-Paper-Festival am Freitag und Samstag, 16. und 17. Juni, in Dachau verkehrt. Also, ganz verkehrt. Denn gewöhnlich wird’s dort nicht geben. Allein die Location hat für viele Dachauer etwas Magisches: das verlassene MD-Gelände. Jeder kennt es, nur die wenigsten durften schon mal drauf. Doch Lina Homann vom gemeinnützigen Verein „Wir sind Paul“ weiß noch viele Gründe mehr, warum das Benefizfestival „The White Paper“ etwas Einzigartiges für die Dachauer mitten im Zentrum wird.

„Bei uns hat man die Möglichkeit, gleich fünf Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“, sagt Homann. Und meint: Auf dem Festival kann sich jeder treiben lassen, der gerne Neues entdeckt, neugierig ist auf Unbekanntes und einfach ein bisschen Sommerleichtigkeit genießen will. An einem Ort, an dem mehr als 145 Jahre lang im industriellen Stil Papier produziert wurde, schaffen die Pauls mit ihren Helfern an zwei Tagen Raum für Musik, Design, Kunst, Kulinarik und Mitmachen.

Natürlich ist bereits ein Sicherheitskonzept für das Gelände erstellt. „Das Thema Sicherheit ist uns natürlich sehr wichtig“, sagt Herbert R. Ullmann, Geschäftsführer der Dachauer Entwicklungsgesellschaft (DEG), die als Eigentümerin das Gelände der ehemaligen Papierfabrik die Initiatorinnen unterstützt und das Gelände zur Verfügung stellt.

Jetzt steht fest, wer das Festival alles bereichern wird. Auch bei der Auswahl der Bands zieht sich das Konzept durch: kein Null-Acht-Fünfzehn. Auch wenn sich die Künstler sehr unterscheiden, eines haben sie alle gemeinsam – dieses besondere Etwas, das sie von der Masse abhebt. Wie die Melancholie in der Stimme der Sängerin AMI oder der Witz in den Texten der Gamskampler. „Wir hätten es uns natürlich auch leicht machen können. Einfach ein paar Mainstream-Bands buchen, bei denen man sicher weiß, da kommt viel Geld rein“, erklärt Lina Homann. Doch genau das wollten die Pauls eben nicht. Sie wollten Besuchern etwas Besonderes bieten. Etwas, das man vielleicht noch nicht kennt.

Das gilt auch für die Aussteller auf dem Designmarkt. „Wir haben nur Künstler ausgesucht, die ihre Sachen in Handarbeit selber machen. Mit besonderen, hochwertigen Materialien oder mit einer innovativen Idee dahinter“, sagt Lina Homann. Dort zelebrieren zum Beispiel die Herren von Loose Screw ihre Leidenschaft für selbstgebaute Motorräder. Werke einer anderen Künstlerin sehen aus, als würde sie Origami-Dinge aus Porzellan falten. Zudem gibt es Küchenwerkzeuge, Taschen, Schmuck, Kleidung und Karten in sympathisch unkonventionellem Design zu entdecken und mit nach Hause zu ehmen.

Das Festival soll nicht nur was für Herz, sondern auch was für den Kopf sein. Die junge Filmemacherin Theresa Offenbeck rührt mit einem kurzen Werk über das kleine, große Glück im Alter. Ein Film, der mit ganz wenig ganz viel sagt. „Wir haben Filme ausgesucht, die die Leute zum Schmunzeln und zum Nachdenken bringen sollen“, sagt Lina Homann. Manchmal sind die Filme auch so melancholisch schön, dass die ein oder andere Träne rollt. Wäre bei Offenbecks „Orchideentauchtag“ kein Wunder, so nah dran ist er.

Wer sich inspiriert fühlt, kann in den verschiedenen Workshops gleich selbst kreativ werden. Wen die Ausprobierlaune packt, kann sich bei Familienyoga, Jonglieren, Siebdruck, Parkour und vielem mehr austoben. Apropos toben: Auch für Kinder ist viel geboten.

Natürlich ist das Motto „Ungewöhnlich“ auch Thema beim Essen. „Klar haben wir auch was für den konventionellen Gaumen im Angebot, aber auch vieles zum Ausprobieren, das man vielleicht noch nicht so kennt“, sagt Homann. Wie die Buchweizen-Waffeln oder den Quinoa-Himbeer-Salat der „Intolleranten Isi“ oder warmen Couscous von Kusskuss oder belgische Baguette-Spezialitäten vom „Starken Franzosen“.

Mit dem Gewinn aus dem Festival wollen die Pauls einen karitativen Zweck in der Region unterstützen. „Das ist ja das Schöne dran: Mit jedem Lied, das man bei uns hört, mit jeder Pommes, die man knabbert, tut man etwas Gutes und unterstützt Menschen, die es nötig haben“, sagt Lina Homann. Der Benefizgedanke gefiel auch den meisten Künstlern so gut, dass sie mit ihrer Gage runtergingen – „allein das zeigt, dass sie zu uns passen“, sagt Homann. Sie weiß aus Erfahrung: Wenn viele Menschen mit der selben Einstellung in kleinen Projekten zusammenarbeiten, wird etwas Einmaliges draus. Wie wenn auf einem weißen Blatt Papier plötzlich eine große neue Melodie entsteht, wenn sich die Richtigen zusammentun. So wie beim Dachauer White-Festival.

Karten

für das White Paper Festival am 16./17. Juni gibt es bei München Ticket, bei Auer in der Dachauer Altstadt und bei Foto Sessner in der Münchner Straße. Es gibt keine Abendkasse. Ein Zwei-Tagesticket kostet 35 Euro, die Karte nur für Freitag 20 Euro und nur für Samstag 22 Euro. Genauere Infos zum Programm gibt es auf der Homepage es auf der Homepage www.thewhitepaper.de.

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