Drei Musiker und Frau mit gelbem Oberteil
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Verbreiteten gute Laune: Karla Andrä als „Dickmadam“ sowie Harry Alt (Schlagzeug), Josef Holzhauser (Gitarre) und Uli Fiedler (Kontrabass) vom Faks-Theater beim Auftritt im Ludwig-Thoma-Haus.

Dachauer Theatertage: Faks-Theater Augsburg lässt das Publikum mittanzen und mitsingen

Aufgeweckt, frech, sorglos

Live-Kultur ist rar in diesen Corona-Zeiten. Wie erfrischend war da der Auftritt des Faks-Theaters in Dachau.

Dachau – Theater, Konzerte, Lesungen, Kabarett – wie arm das Leben doch ohne Kulturveranstaltungen ist, fiel wohl erst in diesem Jahr richtig auf, als all das plötzlich nicht mehr möglich war. Umso schöner, dass die Organisatoren der seit 16. Oktober laufenden Dachauer Theatertage es auch in diesem ungewöhnlichen Jahr geschafft haben, trotz aller Einschränkungen durch Corona ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen. Damit leisten sie vor allem einen wichtigen Beitrag, um Künstler in der Krise zu unterstützen, für die Auftritte in diesem Jahr rar gesät sind.

„Danke, Ihr seid unsere Helden!“, rief die Schauspielerin Karla Andrä vom Faks-Theater Augsburg den Veranstaltern zu, bevor sie in ihre Rolle der „Dickmadam“ schlüpfte. Als dann anschließend die ersten fröhlichen Töne der Gitarre und des Kontrabasses erklangen, hatten alle Kinder und Eltern im ausverkauften Saal des Ludwig-Thoma-Hauses schnell vergessen, dass alles etwas anders war als sonst.

Bei „Eine kleine Dickmadam“ fährt die Hauptdarstellerin mit der Eisenbahn durch die Gegend und ist dabei so aufgeweckt, frech und sorglos, dass sie nicht nur den Kleinsten ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Viel spricht sie nicht, die dicke Dirn, aber dafür singt sie umso schöner von fruchtigen Birnen, ihrem lustigen Reitausflug und vom Bi-Ba-Butzemann, mit dem sie anschließend sogar über die Bühne tobt.

Begleitet werden ihre Abenteuer, überwiegend musikalisch aber teilweise auch spielerisch, von den drei Herren Harry Alt am Schlagzeug, Josef Holzhauser mit seiner Gitarre und Uli Fiedler am Kontrabass. Täuschend echt vertonen die Musiker das Quietschen und Krachen der Eisenbahn und das Geklapper der Hufe – ein instrumentaler Einfallsreichtum, der die Kinder prompt zum Mitsingen und Mittanzen animiert. Besonders bekannte Lieder wie „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ lassen das Publikum miteinstimmen und mitklatschen.

Das Theaterkonzert verbreitete also ganz einfach gute Laune – so gute Laune, dass es beim letzten Lied fast keiner mehr auf seinem Stuhl aushielt und stattdessen alle begeistert mittanzten.

Vorerst gibt es allerdings keine Chance mehr, der „Dickmadam“ beim Singen und Tanzen zuzusehen, denn das Faks-Theater Augsburg „wird erwachsen“, wie Karla Andrä erklärte. Es wird in Zukunft kein Kindertheater mehr spielen, sondern ausschließlich Stücke für Erwachsene.

Weitere Vorstellungen auch im Internet

Bis zum 16. November haben Interessierte noch die Chance, weitere facettenreiche Vorstellungen im Rahmen der Theatertage anzusehen. Etwas ganz Besonderes gibt es am Samstag, 7. November, für Kinder ab vier Jahren. Das United Online Theater spielt an diesem Tag das Stück „Weil heute mein Geburtstag ist“ live in Berlin, wobei jedermann das Stück über den Web-Klienten Zoom im Internet ansehen kann. Den Zoom-Zugang sowie Karten für alle weiteren Veranstaltungen gibt es über die Homepage www.theatertage-dachau.de.

Paula Kühn

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