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Was essen Dachaus Schüler am liebsten? Naumanns Catering berichtet im Kreisausschuss

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Von: Thomas Zimmerly

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Die Mensa der Grafinger Grund-, Mittel- und Johann-Comeniusschule sorgte wieder einmal für Gesprächsstoff bei den Stadträten. Jetzt wird die Schülerverpflegung neu ausgeschrieben.
Die Schülerverpflegung soll gesund, abwechslungsreich und möglichst regional sein. So der Wunsch der Eltern und der Politiker. Die Kinder selbst aber haben manchmal andere Vorlieben. © Symbolbild: dpa

Was Schüler heutzutage für ein Schulessen genießen und was dabei der Renner bei Kindern und Jugendlichen ist – und was nicht –, erklärte Christian Naumann den Kreisräten in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Kreisausschusses. So viel sei verraten: Das Lieblingsessen ist ein Klassiker.

Dachau ‒ Mit seinem Betrieb Naumanns Catering beliefert er die Berufsschule Dachau, die Realschule Dachau sowie das Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG). Die Realschüler und Gymnasiasten sind verpflichtet, Naumanns Mittagessen abzunehmen – wobei abnehmen nicht gleich essen ist, wie der Wirt zugab.

Naumanns Auftritt im Plenum fußte auf einem Antrag der SPD-Kreistagsfraktion, die Infos und Vorschläge zum Klimaschutz im Landkreis haben wollten. Die Genossen sowie ihre Ausschusskollegen bekamen vom Referenten zunächst zu hören, was er und seine Mitarbeiter für 4,90 Euro täglich so alles auf den Mensatisch bringen. Er bekomme diesbezüglich vom Kultusministerium „klare Vorgaben“. Etwa wie oft es Fleisch oder Fisch zu geben hat, wobei: „Edelfisch gilt als überfischt, also soll man den Leuten auch keinen Fisch mehr geben“, so Naumann, der es trotzdem tut. Fleisch gebe es eineinhalb Mal die Woche – statistisch gesehen, versteht sich.

Dabei sei fast alles bio, öko und regional, so der Caterer. Das Fleisch kommt aus Dachau, die Backwaren aus Freising und die Kartoffeln aus Emmering. „Nur ein paar Sachen wie etwa Salat kaufe ich zu, da kann ich nicht sagen, wo er herkommt“, so Naumann. „Ich kann alles in Bio machen“, so der Wirt, „aber dann kostet das mindestens ein Drittel mehr. Und das sind die Leute nicht bereit zu zahlen“. Summa summarum stiege der Preis pro Mahlzeit auf 5,50 Euro. Verlange er so viel, „gibt es Krieg“!

Doch was isst der ökotrophologisch aufgeklärte Schüler von heute am liebsten? Wer nun an eine Gemüsepfanne mit Tofu oder ein Kürbis-Chili an Linsen denkt, der irrt gewaltig. Naumann: „Den Leuten beizubringen, dass es immer vegan sein muss, das wird nicht klappen. Der Renner ist nach wie vor die Leberkässemmel, das muss ich ganz klar sagen.“ So sehr sich die Eltern auch bemühen würden, dass ihr Sprössling sich gesund ernährt, der Wunsch und die Wirklichkeit würden sich bisweilen unterscheiden. „Es gibt Eltern, die bestellen den Auberginenauflauf, und dann kommt der Kleine und sagt: Den mag ich aber nicht“, so Naumann. Und schon sind die bemühten Erzieher in der Zwickmühle.

Apropos Auflauf: Den gibt es am ITG-nahen Mamma Rosa an Tagen, an denen die Gymnasiasten nicht konform gehen mit Naumanns Angebot. Im Ristorante würden sie sich mit Pizza versorgen, hat der Wirt beobachtet. Und auch noch das: Die Schüler sind zwar verpflichtet, in die Mensa reinzugehen, doch „es gibt welche, die holen ihr Essen ab und dann kippen sie es weg“, so Naumann.

Es sei „Erziehungssache“, so der Caterer mit Blick auf die Eltern. Klar gehörten einige noch zur Generation Hirnwurscht, doch bei der „nachwachsenden Generation“ gebe es viele, die sensibler seien, auf gesunde Sachen setzten und dies ihren Sprösslingen vermittelten. Indes: „Es hängt vom Milieu ab“, so Naumann, „an Gymnasien ist ein ganz anderes Klientel“. Ein gutes Beispiel hierfür seien: Burger. Gibt es die mittags an den Schulen, bietet Naumann stets einen „normalen“ und einen Veggieburger an. Waren es früher vielleicht drei Schüler, die zum Sandwich mit Gemüserundstück drin griffen, sind es heute bereits ein Drittel.

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