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Den Fans würde es gefallen – doch die Auflagen des Verbands bei einem Aufstieg des TSV 1865 Dachau oder des FC Pipinsried in die Regionalliga sind schwer zu stemmen.

Aufstiegsaspiranten Dachau 65 und FC pipinsried verhandeln mit Stadt und Fußballverband

40 Hindernisse auf dem Weg nach oben

Der TSV Dachau 65 kämpft auf sportlicher und Verwaltungsebene um den Aufstieg in die Regionalliga. Deshalb gab es vor kurzem erste Gespräche mit der Stadt. Auch der FC Pipinsried will aufsteigen. Doch der Dorfverein macht sich keine Sorgen, die vielen, zum Teil erstaunlichen Auflagen des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) zu erfüllen.

Dachau – Wenn es ums Sportliche geht, dann gerät Günter Dietz ins Schwärmen: „Das muss man sich mal vorstellen: Regionalligafußball in Dachau – das wäre schon Wahnsinn“, so der Sportreferent der Stadt (CSU). Es geht um einen möglichen Aufstieg des Bayernligisten TSV Dachau 65 – derzeit Fünfter in der Tabelle. Am Montag reichte der Verein offiziell den Antrag beim BFV ein. Am Wochenende hatten die Aufstiegspläne allerdings einen erheblichen Dämpfer erhalten: Die Kicker von der Jahnstraße verloren ihr Spitzenspiel mit 1:2 beim Tabellenführer FC Unterföhring. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nun vier Punkte.

Geht es um die vielen Auflagen, die der BFV an mögliche Regionalligisten stellt, wird Dietz aber schnell sachlich: „Es gibt noch enorm viele Punkte abzuarbeiten. Alle müssen erst einmal ihre Hausaufgaben machen, dann sehen wir weiter.“

Vergangene Woche hatte es erste Konsolidierungsgespräche zwischen Verein und Stadt gegeben, denn: Ohne die Unterstützung der Stadt kann der Verein die Anforderungen an die Infrastruktur nicht erfüllen. TSV-Vorsitzender Wolfgang Moll bilanziert nach dem Treffen sportlich: „Es war ein klassisches Unentschieden.“ Der Verein habe sein Anliegen kundgetan, nun müsste man abwarten. Sollte es der TSV in die Relegationsspiele schaffen (oder gar direkt aufsteigen), müsste das Gelände an der Jahnstraße massiv umgebaut werden. Kapazitäten für bis zu 2500 Zuschauer müssten geschaffen werden, die Flutlichtanlage, Parkplätze, Zugangswege – alles muss den Sicherheitsanforderungen der Regionalliga genügen. Die Liste des BFV, die den Dachauer Nachrichten vorliegt, umfasst fast 40 Punkte. Beispielsweise verlangt der Verband: VIP-Bereiche, Antidopingkontrollraum, Sicherheitsbereiche für Schiedsrichter, Mannschaften und sonstige Personen, Wellenbrecher, gesonderte Bereiche für Gästefans (mit eigener Toilette und Verpflegungsmöglichkeit) oder Standplätze für Fernsehkameras.

„Wir wollen uns zumindest hinterher nicht vorwerfen lassen, nicht alles in die Wege geleitet zu haben, sollte uns der sportliche Erfolg zukommen“, erklärt Moll und macht klar: „Wir haben von Feuerwehr, Brandschutzstelle und Rotem Kreuz positive Rückmeldungen erhalten – die gleiche Unterstützung erwarten wir im Fall der Fälle auch von der Kommune.“

Diese gibt sich zurückhaltend: „Die Anforderungen sind schon enorm“, sagt Oberbürgermeister Hartmann (SPD). Besonders was den Immissionsschutz und baurechtliche Dinge angeht, gebe es noch einiges zu klären. Er verweist auf die derzeit laufenden Prüfungen verschiedener Stellen. Ist das alles erledigt, kommt das Thema wohl in den Stadtrat. „Für die Stadt und den Verein wäre es natürlich eine tolle Sache“, so Hartmann weiter.

Beim Rivalen aus dem Dachauer Hinterland, dem FC Pipinsried, ist die Lage zwar sportlich nach dem letzten Wochenende auch nicht ganz ideal (sie trennten sich torlos unentschieden mit dem Tabellenletzten FC Gundelfingen), doch vor den Auflagen hat man hier wenig Sorgen: „Die können wir ohne Probleme erfüllen“, gibt sich Präsident Konrad Höß selbstbewusst. Die Pipinsrieder sind momentan Vierter.

Alle neutralen Fußballfans im Landkreis dürften wohl beiden Vereinen die Daumen drücken. Der Traum eines Lokalderbys in der Regionalliga lebt weiter. Acht Spiele und somit 24 Punkte sind in der Bayernliga Süd noch zu vergeben. Neben Dachau und Pipinsried konkurrieren der FC Unterföhring (1.), der TSV Schwabmünchen (3.) und der SV Heimstetten (6.) um die begehrten Tickets in die Regionalliga. Der zweitplatzierte SV Pullach hat bereits angekündigt, nicht aufsteigen zu wollen. Der erste Platz qualifiziert direkt zum Aufstieg, der zweite für die Relegation. „In alle Richtungen ist noch alles möglich“, bilanziert Wolfgang Moll die sportliche Lage. Und fügt lachend hinzu, „nur absteigen werden wir wohl nicht mehr“.

(ahu)

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