„Wo man baut in aller Welt, ist von Nöten erst mal Geld“: Den Richtspruch der Kollegen von der Zimmerei Bammersberger auf dem Rohbau der Augustenfelder Grundschule dürften die Dachauer Bau-Verantwortlichen gern unterschreiben. Denn: Der Erweiterungsbau ist teuer – und bei Weitem nicht das letzte Schulbauprojekt der kommenden Jahre.
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„Wo man baut in aller Welt, ist von Nöten erst mal Geld“: Den Richtspruch der Kollegen von der Zimmerei Bammersberger auf dem Rohbau der Augustenfelder Grundschule dürften die Dachauer Bau-Verantwortlichen gern unterschreiben. Denn: Der Erweiterungsbau ist teuer – und bei Weitem nicht das letzte Schulbauprojekt der kommenden Jahre.

Richtfest in Augustenfeld

Erweiterte Grundschule bald schon wieder zu klein

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Erweiterung der Grundschule Augustenfeld ist in Wahrheit die Verdoppelung des Gebäudes. Mehr als 15 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme, die zum Schuljahresbeginn 2021 fertig sein soll. Schon heute aber ist klar: Die Stadt braucht noch mehr Platz für ihre Schüler.

Dachau – Als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnete Architekt Prof. Konrad Deffner am Freitag beim Richtfest die Erweiterung der Grundschule Augustenfeld. Der Anbau und die Aufstockung habe während des laufenden Schulbetriebs stattgefunden, was eine „sehr, sehr ausgeklügelte Logistik“ verlangt habe. Auch Oberbürgermeister Florian Hartmann lobte die „Toleranz, Geduld und Lärmresistenz“ sowohl der Kinder als auch der Lehrer. Immerhin: Hartmann zufolge ist nun schon „Halbzeitpause bei dem Bauprojekt“, das zum Schuljahresbeginn 2021 beendet sein soll.

Dass die Schule, die 2006 eröffnet worden war, so schnell so massiv erweitert werden müsse, war laut Architekt Deffner Anfang der 2000er-Jahre nicht vorstellbar. Sein Auftrag damals, berichtete er den Gästen des Richtfests auf der Schulbaustelle, sei vielmehr der gewesen, eine Schule zu bauen, die man „irgendwann in Altenwohnungen umfunktionieren kann, wenn es nicht mehr so viele Schüler gibt.“ Nun sei das Gegenteil passiert und er habe sich der Herausforderung stellen müssen, den „Charakter und die Qualität des schon bestehenden Schulhauses bestehen zu lassen und gleichzeitig Neues zu schaffen“. Er freue sich nun „wahnsinnig auf die nächsten Monate, wenn die Kinder und Eltern die Schönheit“ des Neubaus sehen würden, die er bereits in seinem Kopf und seinen Plänen erkennen könne. Grundsätzlich, betonte er vor allem in Richtung seiner Auftraggeber aus dem Rathaus, sollten die Bauherren „immer auch die Qualität des öffentlichen Raums im Hinterkopf haben“.

Oberbürgermeister Hartmann weiß Qualität am Bau mit Sicherheit zu schätzen, betonte in seiner Rede jedoch vor allem die Quantität – der Kosten. Rund 15 Millionen Euro muss die Stadt für die Schulerweiterung in die Hand nehmen, „allein für den Hochbau, also ohne die Außenanlagen“. Damit sei dieses Projekt „ganz nebenbei auch ein Beispiel für die Kosten von Wachstum“.

Zumal die vergrößerte Grundschule Augustenfeld der Stadt, wie berichtet, keine Verschnaufpause im Schulbau verschafft. Entsprechend der jüngsten Bevölkerungsprognose, die zuletzt im Familien- und Sozialausschuss sowie im Bauausschuss vorgestellt worden war, braucht Dachau noch eine weitere, fünfte Grundschule und Erweiterungen vor allem an der Schule in Dachau-Ost. „Wir hinken der Entwicklung immer hinterher, wir können kaum Schritt halten mit dem Wachstum“, bekennt auch Ariane Jungwirth, Leiterin der Abteilung Stadtplanung im städtischen Bauamt.

Bei allen Maßnahmen habe die Stadt aber stets eine gewisse Multifunktionalität im Blick. Alle Maßnahmen im Schulbau würden daher so geplant, dass sich beispielsweise eine Umnutzung einzelner Gebäudeteile in einen Kindergarten oder eine Kita nachträglich noch einrichten ließe.

Während ihr Blick vom dritten Stock der Schulbaustelle über das künftige Neubaugebiet Augustenfeld schweift, betont Stadtplanerin Jungwirth zwar, dass die aktuelle Entwicklung der Stadt „sehr spannend“ sei. Dabei müsse aber auch klar sein: „Die Leute, die hier her einziehen werden, sind junge Leute, die bringen Kinder mit.“ Und dafür wird die Stadt einen hohen Preis zahlen müssen.

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