Aussiedlung des TSV 1865 Dachau

Verein will Sicherheit, keinen Vertrag

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„Die schlechte Stimmung vor Weihnachten“, sagt Stadträtin Sabine Geißler, sei schuld daran gewesen, dass sie und ihre Fraktionskollegen vom Bündnis für Dachau sich wieder einmal tiefergehende Gedanken zur Aussiedlung des TSV 1865 Dachau gemacht hätten. Das Ergebnis dieser Überlegungen hatten die Mitglieder des Finanzausschusses gestern auf dem Tisch: einen Antrag, in dem das Bündnis eine Grundlagenvereinbarung zwischen der Stadt und dem TSV 1865 fordert.

Dachau – „Der Vertrag ist ein absolutes Muss, um die Sache zweiseitig zu machen“, so Geißler. Denn: Die Stadt habe sich bereits „massiv finanziell“ in das Thema Aussiedlung eingebracht. „Aber was machen wir, wenn dem Verein in zwei Jahren einfällt, dass er sein Vermögen doch nicht einbringen will?“ Das Bündnis sehe nicht, dass die Stadt in diesem Punkt irgendwelche Sicherheiten habe.

Geißlers Stadtratskollegen gaben ihr in der Sache recht. Florian Schiller (CSU) gab jedoch zu bedenken, dass sich ein derartiges Vertragswerk ewig hinziehen könne. „Wir halten die bisher getroffenen Beschlüsse daher für ausreichend.“ Auch Edgar Forster (Freie Wähler) fand: „Man kann doch keinen Vertrag schließen, wenn noch so viele Grundstücksfragen offen sind.“ Und ein Vertrag lediglich über Absichten: „Was soll das denn sein?“ Auch Jürgen Seidl (FDP) schlug als 3. TSV-Vorsitzender verständlicherweise in diese Kerbe: „Wir sehen keinen Bedarf, so eine Vereinbarung abzuschließen.“

Angesichts der Tatsache, dass es bei der TSV-Aussiedlung um erhebliche Vermögenswerte geht, unterband Kämmerer Thomas Ernst schließlich die Debatte. Ob und inwiefern die Stadt ein Vertragswerk mit dem TSV ausarbeiten will, wurde nichtöffentlich weiter verhandelt.    

TSV-Vorsitzender Wolfgang Moll, der als Stadtrat jedoch nicht Mitglied des Finanzausschusses ist, äußerte sich gestern gegenüber der Heimatzeitung schon einmal kritisch über jedwede Art von Vereinbarung: „Grundsätzlich stehen wir zu unserer Zusage, dass wir Vermögen einbringen. Aber dafür muss es eine Sicherung geben!“ Die Beschlüsse des Stadtrats sehe er grundsätzlich als nicht bindend an. Gleichwohl ist Moll aber der „Meinung, dass man sich einigen kann“. Mit oder ohne Grundlagenvertrag.

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