Ausstellung zum 75. Todestag: Adolf Hölzel neu entdeckt

Dachau - Adolf Hölzel lebte von 1887 bis 1905 in Dachau. Er war die zentrale Künstlerpersönlichkeit der "Dachauer Schule". Mit seiner Lehre beeinflusste er Generationen von Künstlern.

Zum 75. Todestag des Künstlers widmet ihm das Kunstmuseum Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg eine umfangreiche Ausstellung unter dem Titel "Kaleidsokop. Hölzel in der Avantgarde". Hölzel wird neu entdeckt und von europäischem Rang gezeigt. Seine Entwicklung verlief parallel zu der anderer Wegbereiter der Moderne wie Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Robert Delaunay und Frantiek Kupka.

220 Werke zeigen Hölzels unglaubliche Entwicklung. Auch die Dachauer Zeit ist ausführlich dokumentiert. Die Leihgabe von sechs Bilder aus dem Besitz des Zweckverbandes Dachauer Galerien und Museen, des Museumsvereins und aus Privatbesitz hat die Leiterin der Dachauer Gemäldegalerie Dr. Elisabeth Boser vermittelt. Obwohl sie noch gegenständlich gemalt sind, widerspiegeln sie bereits das Streben nach Vereinfachung, nach einem klar gegliederten Aufbau des Bildraums und nach der Betonung des Ornaments. Ausgehend von diesen Grundlagen kann man die Entwicklung hin zur Abstraktion verfolgen.

So ist die Komposition in Rot I ein bahnbrechender Schritt in diese Richung. Das Bild hat Hölzel 1905 gemalt, es ist eines der letzten, die in Dachau entstanden sind. Gezeigt hat er es erst 1916. Das lässt die Vermutung zu, dass es der Künstler zunächst in unvollendetem Zustand belassen hatte.

n der Stuttgarter Ausstellung wird auch der schriftliche Nachlass des akribischen Kunsttheoretikers behandelt. Von rund 1300 Blättern wurden 140 für die Bescuher lesbar gemacht. Anhand dieser Hinterlassenschaft wird nachvollziehbar, dass Hölzels Kunstdenken in Dachau gereift ist, sagt Dr. Daniel Spanke, der Kurator der Ausstellung, der sich seit zwei Jahren intensiv mit dem Künstler auseinandersetzt.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart (Kleiner Schlossplatz 1) wird bis 1. November gezeigt. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch und Freitag 10 bis 21 Uhr, feiertags 10 bis 18 Uhr. (sch)

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