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Endlich wieder Live-Musik: Sascha Seelemann und The Grizzlies boten den Besuchern des Autokonzerts einen gelungenen Freitagabend.

Gelungene Show, Publikum begeistert

Autokonzert-Auftakt mit Sascha Seelemann und The Grizzlies: Lichthupenmeer auf der Dachauer Thomawiese

  • Nikola Obermeier
    vonNikola Obermeier
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Die große Frage vor dem ersten Autokonzert in Dachau lautete: „Stellt sich Konzertfeeling ein?“, grübelte Kulturamtsleiter Tobias Schneider ein paar Minuten vor dem Konzert. Wird es eine Connection zwischen den Musikern und den Konzertbesuchern in den Autos geben? Nach den ersten Takten lautete die klare Antwort: Ja.

Endlich wieder Live-Musik, endlich wieder raus! Dieser Wunsch war der Antrieb für die geschätzt rund 250 Konzertbesucher, die in 100 Autos kamen. Am Einlass wurde durch die geschlossene Windschutzscheibe die Eintrittskarte gescannt, per hochgehaltenem Zettel wurde den Konzertbesuchern die Radiofrequenz mitgeteilt. Security-Mitarbeiter wiesen die Autos auf ihren Parkplatz ein, die niedrigen nach vorne, die höheren nach hinten. Motor aus, Aussteigen nur in Notfällen erlaubt. Das Abenteuer Autokonzert begann.

Endlich wieder auf der Bühne stehen! Sänger Sascha Seelemann und die Musiker seiner Band The Grizzlies schafften es innerhalb weniger Takte, den Funken von der Bühne in die Autos überspringen zu lassen. Mit Leidenschaft und Gefühl spielten die Dachauer Musiker Covers aus Blues, Rock und Soul – und brachten das Publikum zum Mitwippen, Mitklatschen, zum Blinken und Lichthupen. Der Radiomoderator Seelemann, dessen Stimme ja den Bayern-3-Hörern bestens bekannt ist, verbreitete gute Laune, klopfte Sprüche, riss die Besucher mit zum rhythmischen Rechts-Links-Blinken und Scheibenwischen, ließ mal nur die Männer johlen, mal nur die Frauen – und alle machten mit.

Was auch am guten Sound lag – was vor dem Konzert laut Schneider auch eine spannende Frage war. Denn draußen hörte man nur das Schlagzeug und den Gitarrenverstärker, die großen Boxen fehlten, es gab nur ein paar Kabel, ein Mischpult und die Radiofrequenz. Die Musiker hörten sich über einen Knopf im Ohr, das „In-Ear-Monitoring“. Die Konzertbesucher konnten ihr Radio aufdrehen – und der Sound war perfekt. Wer zusätzlich sein Fenster öffnete, bemerkte eine leichte Verzögerung bei der Tonübertragung – hatte aber laue Sommerluft und die Möglichkeit, nicht nur im Rhythmus zu blinken und lichtzuhupen, sondern auch aus dem Fenster zu klatschen.

Sascha Seelemann wurde nicht müde, Tobias Schneider zu danken, der die Idee für die Autokonzerte hatte und diese schnell umsetze. Tobias Schneider war berührt von all dem positiven Feedback, den Besuchern, die seine Idee dankbar aufgenommen haben, von den glücklichen Musikern: „Es ist ein emotionaler Moment, zu sehen, dass man in einer schwierigen Zeit einen Weg finden kann, mit Live-Kultur die Menschen zu erreichen.“ Und als Nebeneffekt werde die gebeutelte Veranstaltungsbranche unterstützt – „Grafiker, Bühnentechniker, Security, bis hin zum Toilettenmann haben alle regionalen Anbieter ihre Aufträge erhalten“, wie ursprünglich geplant. „Die Autokonzerte haben einen Nährwert für viele“, sagt Schneider.

Insofern waren seine Bedenken völlig unbegründet. „Ich bin froh und zufrieden!“ Nur ein Problem habe man im Vorfeld nicht bedacht, sagt Schneider schmunzelnd: Dass die Musiker im hellen Bühnenlicht in Ampernähe ein willkommenes Fressen für die Mücken sind. Sascha Seelemann bat den Lichttechniker, kein Spotlight einzeln auf die Musiker zu richten – Autan war die Rettung.

Begehrte Karten: 

Wer ein Autokonzert erleben will, sollte sich schnell Karten sichern. Einige Konzerte sind bereits ausverkauft. Noch gibt es Karten für Ois Easy, DeSchoWieda, BBou und Roland Hefter. Infos unter www.dachau.de/kultur/veranstaltungen/dachauer-musiksommer.

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