Zu viel Müll gibt es am Karlsfelder See. foto: hab

Seen im Landkreis Dachau

Badegäste hinterlassen Müll am See

Zigarettenkippen und Kronkorken statt sattem, grünem Gras. Manche Badegäste hinterlassen an den Seen im Landkreis eine wahre Mülldeponie. Der private Ordnungsdienst scheint am Karlsfelder See nur wenigAbhilfe zu schaffen.

Landkreis – „So etwas habe ich noch an keinem anderen See gesehen“, sagt die Dachauerin Britta Stelzer entsetzt. Statt einer schönen Liegewiese fand sie am Karlsfelder See eines Morgens Anfang August eine Müllansammlung wieder. Neben Zigarettenkippen und Kronkorken lag Plastikmüll am Ufer.

Der Müll ist jedoch nicht das Resultat einer eskalierten Partynacht. Die teils verrosteten Kronkorken deuten darauf hin, dass mancher Müll schon lange am Ufer herumliegt. Kinder ihrer Freunde hätten sich bereits an den spitzen Kronkorken verletzt, meint Stelzer.

Jedes Jahr aufs Neue sorgen Randale, hinterlassener Müll und Glasscherben an den Badeseen im Landkreis für zahlreiche Beschwerden. Zuständige Behörde für den Karlsfelder See ist das Landratsamt Dachau. „Wir appellieren an die Vernunft der Badeseebesucher, sich an die Regeln zu halten“, sagt Robert Hartl, der für die Naherholungsgebiete im Landkreis zuständig ist.

Die meisten Beschwerden gehen ihm zufolge nach erfolgter Tat ein. Das ist der Grund dafür, dass die Täter nur selten ermittelt werden. Um das zu vermeiden, ist nach Angaben von Hartl seit diesem Jahr am Karlsfelder See ein privater Ordnungsdienst unterwegs. Dieser weise die Badegäste auf falsches Verhalten hin. Nur bei groben Verstößen jedoch könne der Ordnungsdienst die Polizei rufen und die Täter festhalten.

Im Allgemeinen ist der Ordnungsdienst auch nur tagsüber unterwegs. Nur wenn beim letzten Rundgang um 20 Uhr eine größere Gruppierung oder eine angehende Party zu sehen sind, wird laut Hartl später noch einmal kontrolliert. Nicht einmal die Personalien darf der Ordnungsdienst aufnehmen, außer die Beteiligten rücken diese freiwillig heraus.

Die CSU hatte bei einer Kreistagssitzung in der Vergangenheit verstärkte Kontrollen durch sogenannte Scouts beantragt (wir haben berichtet). Erwachsene Bürger oder Jugendliche sollten diesen Dienst freiwillig leisten, so die CSU. Diese Idee fand jedoch keine allgemeine Zustimmung. Deshalb werden derzeit verschiedene Modelle geprüft. „Eventuell werden Jugendliche zusammen mit Erwachsenen eingesetzt“, teilt das Landratsamt mit.

Vorerst kommt der Karlsfelder See jedenfalls für Britta Stelzer als Badesee nicht mehr in Frage. Sie weicht auf das Pucher Meer in Fürstenfeldbruck aus. Dort sei die Liegewiese sauber. Trotzdem hofft sie, dass die Umweltverschmutzung am Karlsfelder See so schnell wie möglich ein Ende findet. „Irgendwann ist das Ufer so verschmutzt, dass man den See nicht mehr benutzen kann und der Müll im Wasser schwimmt“, befürchtet sie – wenn es so weitergeht wie bisher.

Eva-Maria Dillitz

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