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Ein erstes Modell von der Westseite des Bahnhofs haben Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erstellt.

Wettbewerb zur Bahnhofs-Umgestaltung

Der weite Weg bis zum neuen Bahnhof

Der Startschuss der Bürgerbeteiligung zum Wettbewerb der Bahnhofs-Umgestaltung ist gefallen. Das Interesse bei der Auftaktveranstaltung war überschaubar. Online gibt es schon eine kräftige Resonanz.

Dachau – Es gab geschätzt viermal so viele Stühle und Butterbrezen wie Besucher – denn nur rund 30 Bürger kamen ins Thomahaus, als die Stadt zur „Auftaktveranstaltung der Bürgerbeteiligung zum Wettbewerb Bahnhof Dachau Westseite“ einlud.

Oberbürgermeister Florian Hartmann schob den leeren Saal auf das tolle Biergarten-Wetter. Denn das Interesse an der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des Bahnhofes sei auf jeden Fall groß. „Bereits 300 Online-Formulare zur Umfrage wurden in nur wenigen Tagen ausgefüllt“, verkündete er. Bürger können noch bis 14. Juli online, per ausliegendem Flyer oder auf dem Fragebogen in der aktuellen Stadtgespräch-Ausgabe ihre Wünsche für die Umgestaltung einreichen. Diese werden dann im städtebaulichen Wettbewerb berücksichtigt.

Hartmann erklärte noch einmal, warum eine Umgestaltung nötig ist. Die meisten Anwesenden wussten schon Bescheid, sie erleben die beengte Situation am Bahnhofsvorplatz fast täglich. Regional-Busse müssen vor der Post halten, weil am Bahnhofsvorplatz nicht genug Platz ist, die Taxis sind den Bussen im Weg und umgekehrt, Kurzparker und Abholer wissen nicht wohin, Fußgänger und Radler haben keine sicheren Querungshilfen.  

Die Nachricht von Bauamtsleiter Michael Simon dagegen machte dann erst richtig deutlich, wie groß der Platzmangel eigentlich ist: „Wir brauchen in den nächsten 20 Jahren 26 Busstellplätze für Regional- und Stadtbusse. Aktuell haben wir zehn.“

Das bedeute, dass der meiste Platz der 3,7 Hektar großen Fläche von der Schleißheimer Straße bis zum Postgelände entlang der Bahn für Busstellplätze gebraucht wird. Es ist ein schmales, längliches Stück Fläche. Wie da kurze Wege, beispielsweise von Bus zur Bahn, möglich sind, damit sollen sich die Architekturbüros im Wettbewerb auseinandersetzen.

Über was sie sich keine Gedanken machen müssen, ist, wie 26 Busse fast zeitgleich vom Bahnhof auf die Frühlingsstraße kommen sollen, ohne die Straßen zu verstopfen. „Wir haben hier noch keine Lösung, doch wir arbeiten daran“, sagte Simon optimistisch.

Der Großteil dieser Fläche gehört der Deutschen Bahn. „Verhandlungen mit der Bahn sind komplex“, weiß der Oberbürgermeister spätestens seit den Gesprächen zum MD-Gelände. Deshalb wollte auch Simon keinen Zeitplan nennen oder gar den Spatenstich terminieren.

Der Bahn gehört außerdem das Bahnhofsgebäude. Ob dieses abgerissen oder erhalten bleiben soll, ist noch offen. Schon allein deshalb trifft Hartmanns Aussage: „Sie können Wünsche äußern, doch nicht alle können umgesetzt werden“, zu. Denn: „Wenn die Bahn bei irgendwas nicht mitspielt, können wir nichts ändern“, so Simon. Immerhin würden sich die meisten Ziele der Bahn mit denen der Stadt decken: Aufwertung des gesamten Bahnhofumfeldes, Neugestaltung des ZOB, Optimierung der Schnittstellen ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger und Taxi, Ansiedlung von Gewerbe und Verbesserung der Situation für Kurzparker.

Trotz der wenigen Besucher konnte Martin Späth vom Planungsbüro „Heller Späth“ nach der Diskussionsrunde schon einige Eckpunkte festhalten. Vor allem Bedenken zur Dimensionierung der Bebauung wurden geäußert. Zudem wünschten sich die Bürger eher kleinere Läden als große Ketten. Auf keinen Fall solle „das Grün“ vergessen werden. Einige sprachen sich für den Erhalt des alten Bahnhofgebäudes aus.

Vier Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben sich in ihrer Bachelorarbeit bereits Gedanken gemacht, wie die neue Westseite des Bahnhofes aussehen könnte. Ihre Modelle und Pläne werden in einer Wanderausstellung gezeigt. Sie hatten einige gute Ideen. Doch: „Keiner der Busbahnhöfe funktioniert wirklich“, sagte Nadja Kripgans-Noisser von der Stadtplanung. Vor allem seien die Wege zwischen Bussen und S-Bahn zu lang. Zudem hätten drei Studenten das Bahnhofsgebäude abgerissen und völlig neu geplant. Ob das so funktioniere, hänge eben stark von der Bahn ab.

Weitere Termine:

Die nächste Veranstaltung zur Bahnhofsumgestaltung ist der Info-Tag am Freitag, 7. Juli, von 13 bis 19 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Am 27. Juli um 19 Uhr im Thomahaus folgt dann die Planungswerkstatt. Die Wanderausstellung der Bachelorarbeiten sind vom 19. Mai bis 2. Juni in der Schalterhalle der Sparkasse Dachau am Sparkassenplatz, von 19. Juni bis 2. Juli im Bürgertreff-Ost am Ernst-Reuter-Platz sowie vom 3. bis 14. Juli im Foyer vor dem großen Sitzungssaal im Rathaus zu sehen. Die Einwurfboxen für ausgefüllte Fragebogen stehen im Rathaus, in der Hauptstelle der Stadtbücherei sowie bei der Örtlichkeit der Wanderausstellung.

mik

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