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Chorprobe mal anders: Die Sängerinnen der im Januar gegründeten „A Cappella Company Dachau“ probten in den vergangenen Wochen nur virtuell. 

Barbershop-Chor Dachau hatte online Proben und Theoriestunden

Pragmatisch durch die Krise 

Hoch motiviert ist der Dachauer Barbershop-Chor im Januar in die ersten Proben gegangen. Wenig später war schon wieder Schluss. Wegen Corona. Aber die 30 Frauen haben die Krise pragmatisch gemeistert.

Dachau – Der neu gegründete Frauenchor „A Cappella Company Dachau e.V.“ war im Januar hoch motiviert in die ersten gemeinsamen Chorproben im Bürgertreff Dachau Ost gestartet (wir berichteten). Jeden Montag hatten sich rund 30 Frauen getroffen, um sich einem neuen musikalischen Projekt zu widmen – dem sogenannten Barbershop Gesang.

Barbershop-Gesang ist ein vierstimmiger A-Cappella-Stil. Das Musikgenre mit afro-amerikanischen Wurzeln hat seinen Namen von den Barbiersalons der amerikanischen Südstaaten Ende des 19. Jahrhunderts. In Deutschland gibt es den Barbershop Gesang seit zirka 30 Jahren.

In Dachau jedoch war bereits nach den ersten acht Chorproben Schluss. Der Grund: klar, die Corona-Pandemie. Mit dem kompletten Ausfall ihrer Chor-Treffen wollten sich die Frauen jedoch nicht zufriedengeben. Sie probten fortan virtuell. Leiterin Mareike Meise gibt zu: „Anfangs war das ein kleines Abenteuer. Eine Chorprobe im klassischen Sinne lässt sich aufgrund der Ton- und Zeitversätze online nämlich nicht umsetzen.“

Deshalb überlegte sie sich etwas anderes: Während der Online-Treffen vermittelte sie den Chormitgliedern einfach viel Fach- und Hintergrundwissen zum Barbershop-Gesang. Dafür, so Meise, „war in den echten Chorproben nämlich leider nie Zeit“.

Die Mitglieder nahmen diese Art der Theoriestunden sehr positiv auf. Außerdem holte sich der Chor nationale und internationale Gesangs-Coaches, Sänger und Schauspieler zu den virtuellen Chorproben dazu, die ihr Know-how zu Bühnenpräsenz, Stimmbildung und Übungen aus der Schauspielschule teilten. „Die virtuellen Proben haben sehr gut getan“, erzählt eine Sängerin des Chores.

Dennoch freuen sich laut Chorleiterin Meise „alle darauf, hoffentlich bald wieder miteinander singen zu können“. Sobald die landesweiten Bestimmungen es erlauben, soll es daher losgehen – aller Voraussicht nach zunächst im Freien und in kleinen Gruppen.

Das Auftakt-Konzert, das eigentlich im April hätte stattfinden sollen, wurde derweil auf Samstag, 28. November, verschoben. Der Frauenchor wird dabei gemeinsam mit drei weiteren A-Cappella- und Barbershop-Chören im Theatersaal des ASV Dachau an der Gröbenrieder Straße auftreten und – endlich – sein Debüt feiern.  dn

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